14 January 2010

Chapter 25 - Epilog rayando por ti

Das wäre mir eindeutig zu weit gegangen. Am Ende glaubt Ana noch ich würde mich einmischen wollen. Auf keinen Fall wollte ich alles noch schlimmer machen. Da ich daran interessiert war zu sehen was ich in dem früheren Zimmer von Rafa getan hatte, kam mir das gleich gelegen. Ich war total gespannt als ich die Tür zu seinem früheren Zimmer öffnete. Zu meiner Überraschung hatte sich so gut wie gar nichts verändert.
Es waren noch alle Möbel da, selbst das Bett stand noch an der gleichen Stelle wie früher. Es waren nur die Bilder von den Wänden verschwunden ansonsten sah alles aus wie damals. Das war ja ein Ding! Ich fühlte mich gleich wieder in der Zeit zurückversetzt. Kurz sah ich aus dem Fenster, war echt nicht zu fassen das alles noch genauso war wie damals. Ich setzte mich auf die Bettkante und ließ meinen Blick über die Anbauwand wandern. Oben standen präzise aufgereiht Unmengen an Auszeichnungen.
Ich war mir sicher das dies nur ein kleiner Teil war. Im Haus von Rafa standen ja auch noch welche. Zusammengenommen war das schon erschreckend viel was er alles gewonnen hatte in den letzten Jahren. Das war ein Unterschied zu früher, da hatte er auch Auszeichnungen hier stehen aber das waren kleine Pokale und nicht so was wichtiges. Wobei die ganz wichtigen Dinge wie die French Open Pokale und die Wimbledon Auszeichnung auch in Porto Cristo waren.
Hätte mich auch gewundert wenn Rafa die Auszeichnungen seinen Eltern gibt zum Ausstellen. Ich lehnte mich nach hinten und schloss meine Augen.

Epílogo - Rayando por ti

Es war gewissermaßen Schicksal das ich jetzt hier lag. Eigentlich hatte ich Tomeu das alles zu verdanken. Wäre der damals nicht so hartnäckig gewesen, ich wäre nicht zu der Wimbledonfeier gegangen und hätte Rafa höchstwahrscheinlich bis heute nicht gesehen. So oft wie Rafa unterwegs ist wären die Chancen ihn rein zufällig irgendwo zu treffen gleich Null gewesen. Ich musste mich selbst kneifen um die letzten Wochen begreifen zu können. Ich hatte schon vor Jahren die Hoffnung aufgegeben das ich Rafa noch mal sehe und plötzlich bin ich hier in seinem alten Zimmer! Wenn ich so hier liege, kommen mir unweigerlich die Gedanken als ich hier übernachtet habe in den Sinn. War echt eine verrückte und sehr aufregende Zeit.
Wenn man zum ersten mal verliebt ist, ist sowieso alles aufregend und neu. Leider musste ich unweigerlich auch an den Tag denken als ich zum letzten mal hier war. Das Bild von Rafa in Tränen hatte sich in mein Gedächtnis eingebrannt und ich hoffte so was nie wieder zu sehen. Mir wurde schon alleine bei dem Gedanken an den Tag damals mulmig im Bauch.
Obwohl ich mir damals schon geschworen hatte irgendwann wieder hier zu sein dauerte es doch länger als erwartet. Ich wäre natürlich am liebsten sofort wieder hier her gekommen aber ich konnte ja nicht und dann hatte es sich eben verloren im Laufe der Zeit. Ein bisschen Angst vor der Reaktion von Rafa wenn er mich sieht hatte ich ja auch gehabt. Zum Glück ist alles positiv verlaufen. Es war als würde sich hier ein Kreis schließen.

“Schläfst du?” Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und schlug meine Augen wieder auf. Rafa stand neben dem Bett und sah zu mir. “No, ich dachte nur nach” Während er sich auf die Bettkante setzte, setzte ich mich auch hin und umarmte ihn von hinten. “Ich war nur eben schockiert über die Auszeichnungen”
Rafa sah nach oben zu dem Schrank wo das ganze Zeug stand. ”Das sind die die ich nirgends unterbringen konnte. Ich habe auch noch welche in Kisten verpackt” ”Ich war ein bisschen überrascht, das sich hier gar nichts getan hat” ”Na ja, ich war ja dann kaum noch hier und als ich ausgezogen bin habe ich sowieso alles neu gekauft also brauchte ich die Möbel nicht. Meine Mutter hängt sowieso an der Einrichtung und wollte alles so belassen wie es war” ”Ich dachte schon es wird eine Art Museum damit die Nachwelt sehen kann wie der großartige Tennisspieler Rafael Nadal mal gelebt hat” ”Mhh, es waren schon mal welche von einer Zeitung hier. Damals habe ich noch hier gewohnt aber heute würde ich niemanden von der Presse in mein Haus lassen. Meine Eltern nutzen das als Zimmer wenn mal Besuch kommt. Hier ist sowieso nichts mehr persönliches von mir abgesehen von den Auszeichnungen”

Ich rückte etwas bis ich neben ihm saß, damit ich sein Gesicht sehen konnte. “Wie lief es denn?” Sein Gesicht war erst ernst aber so langsam konnte er sich ein Lächeln dann nicht länger verkneifen. “Ging schon” Ich rollte mit den Augen und schnappte nach Luft. Ich war total gespannt zu hören was seine Mutter gesagt hat und Rafa sagt ging schon. “Das heißt was?” Fragte ich mit hochgezogenen Augenbrauen. “Na ja sie war eben erschrocken als sie dich gesehen hat. Ich habe ihr erklärt das wir schon länger Kontakt haben und das keine Kurzschlusshandlung ist” ”Und was hat sie gesagt?” ”Sie hat das Vorgestern nicht so gemeint, sie bereut es inzwischen schon was sie gesagt hat” Langsam wurde mein Lächeln auch breiter.
“Wenigstens etwas!” Rafa lehnte sich nach hinten und zog mich hinterher. “Ich kann mir auch nicht vorstellen, das meine Eltern meinem Glück im Wege stehen. Davon abgesehen hätte ich auch nicht darüber diskutiert. Es ist ja nicht so das ich meine Eltern frage ob sie mit meiner Freundin einverstanden sind. Obwohl es mir lieber ist wenn sich alle verstehen entscheide ich das am Ende alleine” Ich musste gleich wieder schmunzeln, zumindest brauchte ich mir keine Gedanken machen das Rafa nicht zu mir steht.
”Bin ich ja beruhigt!” Sagte ich mit einem breiten Lächeln während ich ihn umarmte. “Ist das schon alles?” Ich küsste ihn verführerisch und löste mich dann sicherheitshalber wieder von ihm. “Ich weiß es zu schätzen das du mich verteidigst” ”Ich verteidige dich nicht, ich liebe dich” ”Ich dich auch” Sein Lächeln ging wieder vom einen Ohr zum anderen, das wollte ich sehen. Ich könnte auf der Stelle schmelzen wenn er mich so anlächelt. Da ich nicht anders konnte, küsste ich ihn wieder. Das ganze geriet nur etwas außer Kontrolle. Mir wurde es doch so langsam wärmer. Ich kam erst wieder zu Besinnung als er meine Hände fest hielt. “Wir ähm, müssen uns leider beherrschen” Ich grinste ihn frech an und küsste ihn kurz am Hals.
“Du willst also nicht wissen was ich jetzt am liebsten mit dir unanständiges anstellen würde?” Fragte ich verführerisch in sein Ohr. “Höre auf!” Kam es nur mit weit aufgerissenen Augen. So einfach ließ ich mich nicht abschrecken und verteilte weiter Küsse auf ihm. Rafa gab dann wohl auf, er ließ meine Hände wieder los und schloss seine Augen. Zu dumm, das wir hier waren! Es fiel mir sehr schwer ihn in Ruhe zu lassen. Da ich nichts mehr machte, schlug er seine Augen wieder auf. Irgendwie war sein Blick aber anders als eben. “Was ist?” Fragte ich dann leicht verunsichert. Sein Lächeln erschien gleich wieder.
“Nada, ich dachte nur eben daran als du damals zum letzten mal hier warst” Ich schob meine Unterlippe vor und sah ihn mit großen Augen an. “Daran dachte ich vorhin auch schon. Ich hätte nicht gedacht das es so lange dauert bis wir uns wieder sehen” Rafa umarmte mich und zog ein ernstes Gesicht. “Ich auch nicht. Ich dachte du machst wenigstens mal Urlaub hier oder so was. Wobei es hätte mich nur noch mehr runtergezogen dich nur für 2 Wochen im Jahr zu sehen” ”Trotzdem hätte ich nie gedacht, das ich überhaupt nicht mehr hier her komme. Ich meine erst leben meine Eltern über 15 Jahre hier und dann kommen sie nie mehr hier her zurück” ”Du bist ja jetzt hier” ”Ja, vielleicht ist es auch was anderes für meine Eltern, die sind ja nicht hier aufgewachsen aber ich kannte ja nichts anderes”
Ich dachte gleich wieder daran, was ich alles verpasst habe in den letzten Jahren. Wer weiß was gewesen wäre wenn ich Rafa eher schon wieder getroffen hätte. Gerade so was wie Wimbledon, da wäre ich schon gerne dabei gewesen. Ich hatte ja die Anfänge seiner Karriere mitbekommen und es dann nur noch im TV verfolgen zu können war schon deprimierend.
Ich litt ja förmlich mit als Rafa im Wimbledon Finale gegen Federer verloren hat und das dann gleich an zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Umso schöner war's sicher dieses Jahr endlich zu gewinnen nachdem es so knapp gewesen war die Jahre zuvor. Wimbledon gab's auch noch nächstes Jahr, vielleicht schaffe ich es ja da hin zu fahren. Die sportlichen Erfolge waren eine Seite, das private eine andere und das konnte ich nicht nachholen.

“Was denkst du?” Rafa strich mit einer Hand durch meine Haare und riss mich so aus meinen Gedanken. “Ich dachte nur daran was in den sieben Jahren alles passiert ist. Ich meine nicht nur deine ganzen Erfolge sondern was so alles noch war” ”Hast du das Gefühl etwas verpasst zu haben?” ”Sí, ich wünschte ich hätte dich eher wieder gesehen. Die Zeit ist ja unweigerlich Vergangenheit” ”Mir wäre es auch lieber gewesen wenn wir uns eher wieder gesehen hätten aber es sollte eben nicht sein. Dafür weiß ich es jetzt umso mehr zu schätzen. Wir haben doch Zeit!” Da hatte er Recht, ich konnte die Vergangenheit nicht haben, wohl aber die Zukunft mit Rafa.
“Mhh” Meinte ich erstmal nur. “Da fällt mir was ein... contigo yo hasta el fin del mundo, contigo yo me perdería, contigo yo quiero todo y nada a medias” Mit dir bis ans Ende der Welt, in dir könnte ich mich verlieren, ich will alles von dir. Ich musste gleich wieder lachen, wie kam er jetzt genau auf das? “Oye mi amor” Sagte ich dann mit einem kichern. Das war ein weiterer Song von Maná und treffender hätte Rafa es nicht ausdrücken können. “Ich wusste das es dir gefallen würde!” ”Sí” ”Ich hätte mir auch selbst was ausgedacht aber so schleimig es klingt, besser könnte ich es auch nicht ausdrücken” “Was für ein Pech auch, dass ich den Song kenne” ”Ach, du meinst, du hättest mir sowieso nicht geglaubt das mir das selbst eingefallen ist?” ”Du warst früher schon schlecht im dichten aber deswegen mag ich dich ja auch so. Nobody is perfect, no?”
Er sah auf seine Uhr und löste sich dann von mir. “Fahren wir zurück nach Porto Cristo? Da haben wir auch unsere Ruhe” Mein Grinsen erschien gleich wieder. Na wenn das keine direkte Einladung war! Ich sprang enthusiastisch auf und zog Rafa vom Bett hoch. “Bueno, lass uns verschwinden!” ”Entspanne dich! Wir haben Zeit no?” ”Stimmt!”



`*~ Fin ~*´

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Das war das letzte Kapitel dieser Story. Ich hoffe ihr habt euch nicht gelangweilt beim lesen. Über hilfreiche Kommentare freue ich mich jeder Zeit.

1 January 2010

Chapter 24

Als ich wieder aufwachte, war etwas an meinem Hals. Da ich aber noch im Halbschlaf war konnte ich es nicht genau zuordnen. Ein paar Sekunden später wurde mir aber klar was es war oder besser gesagt wer. Ich gähnte und schlang meine Arme um seinen Hals. Konnte ich nicht einfach weiter schlafen? Ich habe nichts dagegen wenn er Küsse auf mir verteilt aber ausschlafen wäre eben auch schön gewesen. Da Rafa nicht locker ließ schlug ich meine Augen auf und zog dann ein breites Lächeln. Sein Blick entschädigte mich gleich dafür das er mich geweckt hat. Wenn ich ihn sehe bleibt mir gar nichts anderes übrig als zu lächeln, der Tag fing schon mal gut an.
“Ich dachte schon du wachst nie mehr auf” Kam es dann mit einem frechen Lächeln. Ich zog ihn näher an mich und grinste ihn übertrieben an. “Du lässt ja nicht locker” Er legte seinen Kopf an meine Schulter und umarmte mich soweit das möglich war. Ich ließ meine Augen wieder zufallen und fuhr mit einer Hand durch seine Haare. “Gestern hast du dich ja beschwert weil ich es gewagt habe aufzustehen” Stimmt, das war mir kurz entfallen! “Ich kann sowieso nicht sauer auf dich sein, nicht nach der Nacht” “Mhh, es war fantastisch” “Ich wusste das es dir gefallen würde” Er sagte nichts mehr und blieb an mir liegen. Von mir aus können wir auch den Rest des Tages im Bett bleiben. Ich wollte lieber nicht daran denken das ich heute Abend wieder nach Hause muss. Das schlimme war ja das Rafa jetzt Zeit hatte.
Da er nicht spielen kann bleibt er bis zum Jahresende auf Mallorca. Er fährt zwar kreuz und quer durch Europa verschiedene Auszeichnungen einsammeln aber das waren alles nur kurze Angelegenheiten. Wenn er Turniere spielt liefen die ja immer mindestens eine Woche. Dummerweise konnte ich aber nicht länger frei machen sonst würde ich mich auch für ein paar Wochen nach Mallorca abseilen. Wenn es hilft würde ich auch jedes Wochenende hin und her fliegen, die 2 Stunden Flug waren echt nicht das Thema. Die Idee kam mir jedenfalls so spontan. “Bist du in 2 Wochen am Wochenende hier?” Fragte ich einfach und direkt.
Da ich spürte, das er seinen Kopf anhob, schlug ich meine Augen auf und sah ihn an. “Weiß ich noch nicht genau aber vermutlich schon. Warum?” ”Mhh, ich überlege nur ob ich irgendwann mal wieder für ein paar Tage hier her komme” Sein Lächeln wurde gleich wieder breiter. “Was?” ”Ach nichts, ich habe nur laut nachgedacht” ”Hast du nächstes Wochenende keine Zeit?” Jetzt musste ich aber doch kichern. “Jetzt werde mal nicht gierig! Ich habe extra nicht nächstes Wochenende gesagt damit du nicht denkst das ich dir jetzt jedes Wochenende auf den Geist gehen will” ”Mhh stimmt, jede Woche könnte ich dich nicht ertragen”
Ich zwickte ihn als Antwort in die Seite. “War Spaß! Ich freue mich doch wenn ich dich sehe! Von mir aus kannst du auch bis zum Jahresende hier bleiben” Oh ja, das klang gut! Das wäre direkt was neues, so viel Zeit hatte Rafa in den letzten 15 Jahren nicht mehr gehabt. ”Träume weiter, es klingt gut aber daraus wird leider nichts, ich muss arbeiten” ”Ich kann damit leben dich nur am Wochenende zu sehen, besser als gar nicht. Ich bin auch großzügig und lasse dich hier übernachten” ”Wie nett von dir! Soll ich mich auch noch bedanken dafür?” Sein Grinsen ging vom einen Ohr zum anderen, ich wusste schon was er gleich sagt.
”Ich bin sicher dir wird etwas einfallen. Gestern Abend ist dir ja auch genügend eingefallen um mich zu ärgern” ”Man tut was man kann no?” ”Ich weiß das ich zu nett zu dir bin. Leider kann ich sowieso nicht no sagen und du nutzt das direkt aus” ”Ist doch schön wenn du es einsiehst” Ich sah kurz aus dem Fenster und setzte mich dann hin. “Ich gehe dann mal duschen, du kannst ja noch im Bett bleiben von mir aus” ”Mhh” Ich wickelte das Bettlaken um mich und verschwand in Richtung Bad. Wegen Rafa hätte ich nichts angezogen aber ich wusste ja nicht ob Maríbel nicht auch eben aufsteht.

Als ich fertig war und Rafa sich ins Bad bequemte, hatte ich ein bisschen Zeit mein Zeug alles einzupacken. Zwar flog ich erst heute Abend aber irgendwann musste ich es ja sowieso machen. “Kannst du es gar nicht erwarten wieder hier weg zu kommen?” Ich drehte mich um und sah Rafa in der Tür stehen. “Ja, es ist so langweilig hier” Antwortete ich breit grinsend. Er kam näher und umarmte mich.
“Das kam mir aber gestern Abend anders vor” ”Ich ähm, kann eben gut schauspielern” ”Mache nur so weiter!” Er küsste mich kurz und verschwand dann wieder. Als ich mit allem fertig war lief ich nach unten in die Küche. Rafa saß am Tisch und sah mich mit großen Augen an. Ich setzte mich auch hin und überlegte kurz was das zu bedeuten hatte. “Was?” Fragte ich dann aber da es mir nicht ein fiel. “Ich habe gar keine Lust morgen wieder alleine zu frühstücken” ”Wenn du Glück hast, beehre ich dich nächste Woche wieder mit meiner Anwesenheit” ”Meine Mutter hat übrigens angerufen” ”Und?” Fragte ich weiter.
“Ich weiß nicht was sie wollte, ich habe es nur gesehen in den Anruflisten” ”Vermutlich wird sie mit dir reden wollen” Wie er mit den Augen rollte war so herrlich, das ich gleich kichern musste. “Da wäre ich ja nie drauf gekommen!” Wir ließen das Thema dann erst mal bleiben und frühstückten. Da sie gestern früh schon unangemeldet hier aufgetaucht war, ist ihr inzwischen offenbar selbst klar geworden, das sie überreagiert hat und Rafa zu recht sauer war.
Es würde mich auch wundern, wenn Rafa kein schlechtes Gewissen hätte weil er sie gestern vor verschlossener Tür stehen lassen hat. Ich dachte schon er wartet noch ein paar Tage ab aber zu meiner Überraschung rief er sie dann gleich nach dem Frühstück an um nachzufragen was sie wollte.

Als er wieder auflegte und näher zu mir kam, versuchte ich an seinem Gesicht abzulesen was sie gesagt hatte. “Und?” Fragte ich neugierig. Rafa kam näher und umarmte mich. “Sie hat mich nach Manacor bestellt weil sie nicht am Telefon darüber reden will” Ich fuhr mit meinen Händen seinen Rücken auf und ab und zog ein aufmunterndes Lächeln.
“Klingt doch gut” ”Mhh, ich hoffe wirklich das sie sich beruhigt hat. Wenn nicht, garantiere ich für nichts, ich habe keine Lust Rechenschaft über meine Gefühle abzulegen” ”Hey, das wird schon, sie will dir doch nichts böses” ”Das hoffe ich doch! Dann sollte sie einsehen, dass ich mit dir glücklich bin” ”Das wird schon” ”Willst du mitkommen?” Langsam verschwand mein Lächeln wieder. “Nach Manacor?” ”Sí, ich kann auch heute Nachmittag hinfahren”
Was ich davon halten sollte wusste ich nicht. Vielleicht wär's besser wenn er das erst mal alleine mit seinen Eltern klärt. ”Denkst du das ist eine gute Idee?” ”Warum nicht? Meine Eltern kennen dich doch” Ich rollte mit den Augen und gab es auf. “Bueno, wenn es dich glücklich macht komme ich eben mit” ”Sí also ich meine wenn du absolut nicht willst musst du nicht mitkommen” ”Schon gut, schlimmer kann's ja nicht mehr werden. Hast du in den letzten Jahren schon mal so was gemacht?” ”Was?” ”Sie vor der Tür stehen gelassen” ”Man muss manchmal Prioritäten setzen no? Natürlich mache ich so was sonst nicht. Daher will ich das ja auch schnellstmöglich klären”
Ich löste mich von ihm und sah auf meine Uhr. “Willst du gleich los?” ”Ich dachte heute Nachmittag aber von mir aus können wir auch gleich fahren” ”Ok, ich ziehe mir nur was anderes an. Gib mir 10 Minuten” Ich drehte mich um und verschwand mit einem breiten Lächeln die Treppen nach oben.

Maríbel sah ich direkt auch mal wieder wenn auch nur kurz. Sie kam verschlafen den Gang entlang geschlurft und verschwand ins Bad. Die letzte Nacht war bei ihr wohl etwas länger gewesen. Ich wühlte dann in meinem Koffer und zog ein anderes Oberteil an. So viel hatte ich sowieso nicht mit da ich bekanntlich nur zwei Nächte hier war. Ich warf noch einen kurzen Blick in den Spiegel und ging dann wieder nach unten. Zu meiner Überraschung stand Rafa nicht an der Tür und wartete auf mich. Ich dachte mir nichts weiter und zog mir meine Schuhe an.
Kaum war ich damit fertig, gab sich Señor Nadal auch die Ehre und erschien. “Auch schon da?” Fragte ich breit grinsend. “Ich wusste das du nicht pünktlich bist” Ich zwickte ihn in den Arm und lief immer raus zu seinem Auto. Nach ein paar Sekunden sah ich ihn aus dem Haus kommen. “Höre auf mich immer zu zwicken. Die Leute denken noch was wenn ich überall blaue Flecke habe” ”Sage doch das du es verdient hast” Er schnitt mir eine Grimasse und stieg ein. “Vielleicht hat meine Mutter ja Recht, du übst nur schlechten Einfluss auf mich aus!”
Da er noch lächelte, war mir klar das er das als Scherz sagte. ”Endlich siehst du es ein! Du solltest auf deine Mutter hören! Ich suche mir dann eine andere berühmte Geldquelle” ”Ich kann dich ja weiterempfehlen” Ich war eben dabei meine Hand anzuheben als er nach meinem Handgelenk griff bevor ich etwas tun konnte. “Lasse mich los!” ”Erst wenn du versprichst nicht nach mir zu schlagen!” ”Stell dich nicht so an, so wehrlos bist du nun auch nicht. Du tust ja gerade so als würde ich dich verprügeln!”
Ich hätte jetzt auch sagen können das doch alle anderen Leute nett genug zu ihm sind. Außerdem war doch alles nur Spaß. Ich dachte er fährt mal los aber er sah wieder zu mir. “Ich ähm hoffe das es nicht schief geht” ”Hey, das wird schon” “Ich also na ja ich habe dir damals nicht alles erzählt was meine Eltern betrifft als ich mich von Marina getrennt habe” Kurz dachte ich nach. “Wieso?” Fragte ich vorsichtig, er hatte mir erzählt das seine Eltern nicht ganz so ausgeflippt sind wie er befürchtete. “Meine Mutter ist damals ziemlich ausgeflippt. Ich wollte dich nur nicht beunruhigen. Die konnte das absolut nicht verstehen, sie hat mir vorgeworfen das ich ihre Freundschaft zerstören wällte” ”Mit der Mutter von Marina?” ”Sí, die hatten sich alle unheimlich lieb gegenseitig. Ich hätte nicht gedacht, das meine Mutter so am Rad drehen würde aber es ist mir egal. Ich liebe dich und daran wird sich auch nichts ändern” “Ich liebe dich auch” “Dazu hat mir Maribel noch die Hölle heiß gemacht” Wie gut das er das ansprach!
Ich hatte mich vorhin schon gewundert über ihr Verhalten. Ich dachte sie ist sauer auf mich weil ich die Beziehung von Rafa mit Marina auf dem Gewissen habe. “War sie nicht sauer als du gesagt hast das du dich von ihr trennst?” ”Sauer ist noch untertrieben, die ist regelrecht ausgeflippt” “Kann ich verstehen, ich meine wenn sie mit Marina befreundet ist“ “Das ist mir egal, sie kann befreundet sein mit wem sie will von mir aus. Niemand schreibt mir vor mit wem ich zusammen bin und ich diskutiere da auch nicht. Nachdem sie eine Weile Terror gemacht hat und dich für alles verantwortlich machen wollte habe ich ihr angedroht sie rauszuschmeißen. Das sie meine Schwester ist gibt ihr nicht das Recht sich in meine Angelegenheiten einzumischen”
Mein Gesicht wurde sich immer schockierter. Wieso hatte er nichts gesagt davon? “Was hast du?” Fragte ich überrascht. “Mir blieb keine Wahl. Soweit kam es zum Glück dann nicht und alle haben sich wieder beruhigt. Sie hat inzwischen eingesehen, das es mit Marina sowieso nicht geklappt hätte unabhängig davon ob du aufgetaucht wärst oder nicht” “Warum hast du nichts gesagt davon?” ”Weil ich nicht wollte, das du dir die Schuld gibt's an allem” Ich schüttelte langsam mit dem Kopf und sah auf die Straße.
“Ich wusste ja nicht was das auslöst. Meine Eltern haben jedenfalls nicht so einen Aufstand gemacht als mit Alex Schluss war. Ich meine so eng war die Bindung zwischen unseren Eltern auch nicht. Eine Hochzeit war jedenfalls nicht mal ansatzweise Thema bei uns” ”Na ich wollte das auch nicht, ich habe keine Lust schon mit 22 zu heiraten, dafür ist später noch genug Zeit. Meine Eltern wollten mich in die Richtung drängen weil sie Marina für die perfekte Schwiegertochter hielten” “Dumm gelaufen” ”Kannst du laut sagen” Er sagte nichts mehr und fuhr los.

Na da war ich ja mal gespannt, was das jetzt gleich werden würde mit seiner Mutter. Ich denke nicht das sie sich traut noch mal nachzulegen, Rafa würde dann wohl so richtig ausflippen. Sie hat wahrscheinlich eingesehen, das sie nicht auf Rafa einreden kann in der Beziehung. Schneller als erwartet waren wir in Manacor. Ein bisschen aufgeregt war ich jetzt schon. Als er anhielt sah Rafa zu mir rüber.
“Bist du auch so gespannt?” Ich konnte mir ein kurzes Lächeln nicht verkneifen. “Mhh, ich kann's kaum erwarten” Wir stiegen aus und liefen zum Haus. Während wir liefen nahm Rafa seine Hand in meine. Ich sagte erst mal nichts. Er wollte wohl um jeden Preis klarstellen, das er nicht noch mal wegen mir diskutieren will. Ich blieb wieder hinter ihm stehen als er klingelte und holte tief Luft. Nach ein paar Augenblicken ging die Tür auf und Ana Maria sah uns an.
“Hola, ich dachte ihr kommt erst heute Nachmittag” Wir grüßten zurück und liefen dann ins Haus. Wie sich dann rausstellte, war niemand weiter da. Maríbel war ja noch in Porto Cristo und sein Vater war wohl ausgeflogen. Direkt mit der Tür ins Haus fallen wollte Rafa wohl auch nicht also liefen wir seiner Mutter nach, die zielstrebig in Richtung Küche ging. Ich hielt seine Hand fest das Rafa stehen bleiben musste. Er drehte sich zu mir um und sah mich fragend an. “Kläre das ruhig erst mal alleine mit ihr” Ich hatte von Anfang an geplant mich da auszuklinken. Ich will nicht danebenstehen und zugucken wie Rafa mich gegenüber seiner Mutter verteidigt.
“Was willst du derweil machen?” ”Ich ähm, gehe mal nach oben und sehe mich in deinem alten Zimmer um wenn du nichts dagegen hast” Er rollte zwar mit den Augen aber wenigstens lächelte er dann. ”Wie du meinst. Ich komme dann nach oben” ”Ok” Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange und ließ ihn alleine.