14 January 2010

Chapter 25 - Epilog rayando por ti

Das wäre mir eindeutig zu weit gegangen. Am Ende glaubt Ana noch ich würde mich einmischen wollen. Auf keinen Fall wollte ich alles noch schlimmer machen. Da ich daran interessiert war zu sehen was ich in dem früheren Zimmer von Rafa getan hatte, kam mir das gleich gelegen. Ich war total gespannt als ich die Tür zu seinem früheren Zimmer öffnete. Zu meiner Überraschung hatte sich so gut wie gar nichts verändert.
Es waren noch alle Möbel da, selbst das Bett stand noch an der gleichen Stelle wie früher. Es waren nur die Bilder von den Wänden verschwunden ansonsten sah alles aus wie damals. Das war ja ein Ding! Ich fühlte mich gleich wieder in der Zeit zurückversetzt. Kurz sah ich aus dem Fenster, war echt nicht zu fassen das alles noch genauso war wie damals. Ich setzte mich auf die Bettkante und ließ meinen Blick über die Anbauwand wandern. Oben standen präzise aufgereiht Unmengen an Auszeichnungen.
Ich war mir sicher das dies nur ein kleiner Teil war. Im Haus von Rafa standen ja auch noch welche. Zusammengenommen war das schon erschreckend viel was er alles gewonnen hatte in den letzten Jahren. Das war ein Unterschied zu früher, da hatte er auch Auszeichnungen hier stehen aber das waren kleine Pokale und nicht so was wichtiges. Wobei die ganz wichtigen Dinge wie die French Open Pokale und die Wimbledon Auszeichnung auch in Porto Cristo waren.
Hätte mich auch gewundert wenn Rafa die Auszeichnungen seinen Eltern gibt zum Ausstellen. Ich lehnte mich nach hinten und schloss meine Augen.

Epílogo - Rayando por ti

Es war gewissermaßen Schicksal das ich jetzt hier lag. Eigentlich hatte ich Tomeu das alles zu verdanken. Wäre der damals nicht so hartnäckig gewesen, ich wäre nicht zu der Wimbledonfeier gegangen und hätte Rafa höchstwahrscheinlich bis heute nicht gesehen. So oft wie Rafa unterwegs ist wären die Chancen ihn rein zufällig irgendwo zu treffen gleich Null gewesen. Ich musste mich selbst kneifen um die letzten Wochen begreifen zu können. Ich hatte schon vor Jahren die Hoffnung aufgegeben das ich Rafa noch mal sehe und plötzlich bin ich hier in seinem alten Zimmer! Wenn ich so hier liege, kommen mir unweigerlich die Gedanken als ich hier übernachtet habe in den Sinn. War echt eine verrückte und sehr aufregende Zeit.
Wenn man zum ersten mal verliebt ist, ist sowieso alles aufregend und neu. Leider musste ich unweigerlich auch an den Tag denken als ich zum letzten mal hier war. Das Bild von Rafa in Tränen hatte sich in mein Gedächtnis eingebrannt und ich hoffte so was nie wieder zu sehen. Mir wurde schon alleine bei dem Gedanken an den Tag damals mulmig im Bauch.
Obwohl ich mir damals schon geschworen hatte irgendwann wieder hier zu sein dauerte es doch länger als erwartet. Ich wäre natürlich am liebsten sofort wieder hier her gekommen aber ich konnte ja nicht und dann hatte es sich eben verloren im Laufe der Zeit. Ein bisschen Angst vor der Reaktion von Rafa wenn er mich sieht hatte ich ja auch gehabt. Zum Glück ist alles positiv verlaufen. Es war als würde sich hier ein Kreis schließen.

“Schläfst du?” Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und schlug meine Augen wieder auf. Rafa stand neben dem Bett und sah zu mir. “No, ich dachte nur nach” Während er sich auf die Bettkante setzte, setzte ich mich auch hin und umarmte ihn von hinten. “Ich war nur eben schockiert über die Auszeichnungen”
Rafa sah nach oben zu dem Schrank wo das ganze Zeug stand. ”Das sind die die ich nirgends unterbringen konnte. Ich habe auch noch welche in Kisten verpackt” ”Ich war ein bisschen überrascht, das sich hier gar nichts getan hat” ”Na ja, ich war ja dann kaum noch hier und als ich ausgezogen bin habe ich sowieso alles neu gekauft also brauchte ich die Möbel nicht. Meine Mutter hängt sowieso an der Einrichtung und wollte alles so belassen wie es war” ”Ich dachte schon es wird eine Art Museum damit die Nachwelt sehen kann wie der großartige Tennisspieler Rafael Nadal mal gelebt hat” ”Mhh, es waren schon mal welche von einer Zeitung hier. Damals habe ich noch hier gewohnt aber heute würde ich niemanden von der Presse in mein Haus lassen. Meine Eltern nutzen das als Zimmer wenn mal Besuch kommt. Hier ist sowieso nichts mehr persönliches von mir abgesehen von den Auszeichnungen”

Ich rückte etwas bis ich neben ihm saß, damit ich sein Gesicht sehen konnte. “Wie lief es denn?” Sein Gesicht war erst ernst aber so langsam konnte er sich ein Lächeln dann nicht länger verkneifen. “Ging schon” Ich rollte mit den Augen und schnappte nach Luft. Ich war total gespannt zu hören was seine Mutter gesagt hat und Rafa sagt ging schon. “Das heißt was?” Fragte ich mit hochgezogenen Augenbrauen. “Na ja sie war eben erschrocken als sie dich gesehen hat. Ich habe ihr erklärt das wir schon länger Kontakt haben und das keine Kurzschlusshandlung ist” ”Und was hat sie gesagt?” ”Sie hat das Vorgestern nicht so gemeint, sie bereut es inzwischen schon was sie gesagt hat” Langsam wurde mein Lächeln auch breiter.
“Wenigstens etwas!” Rafa lehnte sich nach hinten und zog mich hinterher. “Ich kann mir auch nicht vorstellen, das meine Eltern meinem Glück im Wege stehen. Davon abgesehen hätte ich auch nicht darüber diskutiert. Es ist ja nicht so das ich meine Eltern frage ob sie mit meiner Freundin einverstanden sind. Obwohl es mir lieber ist wenn sich alle verstehen entscheide ich das am Ende alleine” Ich musste gleich wieder schmunzeln, zumindest brauchte ich mir keine Gedanken machen das Rafa nicht zu mir steht.
”Bin ich ja beruhigt!” Sagte ich mit einem breiten Lächeln während ich ihn umarmte. “Ist das schon alles?” Ich küsste ihn verführerisch und löste mich dann sicherheitshalber wieder von ihm. “Ich weiß es zu schätzen das du mich verteidigst” ”Ich verteidige dich nicht, ich liebe dich” ”Ich dich auch” Sein Lächeln ging wieder vom einen Ohr zum anderen, das wollte ich sehen. Ich könnte auf der Stelle schmelzen wenn er mich so anlächelt. Da ich nicht anders konnte, küsste ich ihn wieder. Das ganze geriet nur etwas außer Kontrolle. Mir wurde es doch so langsam wärmer. Ich kam erst wieder zu Besinnung als er meine Hände fest hielt. “Wir ähm, müssen uns leider beherrschen” Ich grinste ihn frech an und küsste ihn kurz am Hals.
“Du willst also nicht wissen was ich jetzt am liebsten mit dir unanständiges anstellen würde?” Fragte ich verführerisch in sein Ohr. “Höre auf!” Kam es nur mit weit aufgerissenen Augen. So einfach ließ ich mich nicht abschrecken und verteilte weiter Küsse auf ihm. Rafa gab dann wohl auf, er ließ meine Hände wieder los und schloss seine Augen. Zu dumm, das wir hier waren! Es fiel mir sehr schwer ihn in Ruhe zu lassen. Da ich nichts mehr machte, schlug er seine Augen wieder auf. Irgendwie war sein Blick aber anders als eben. “Was ist?” Fragte ich dann leicht verunsichert. Sein Lächeln erschien gleich wieder.
“Nada, ich dachte nur eben daran als du damals zum letzten mal hier warst” Ich schob meine Unterlippe vor und sah ihn mit großen Augen an. “Daran dachte ich vorhin auch schon. Ich hätte nicht gedacht das es so lange dauert bis wir uns wieder sehen” Rafa umarmte mich und zog ein ernstes Gesicht. “Ich auch nicht. Ich dachte du machst wenigstens mal Urlaub hier oder so was. Wobei es hätte mich nur noch mehr runtergezogen dich nur für 2 Wochen im Jahr zu sehen” ”Trotzdem hätte ich nie gedacht, das ich überhaupt nicht mehr hier her komme. Ich meine erst leben meine Eltern über 15 Jahre hier und dann kommen sie nie mehr hier her zurück” ”Du bist ja jetzt hier” ”Ja, vielleicht ist es auch was anderes für meine Eltern, die sind ja nicht hier aufgewachsen aber ich kannte ja nichts anderes”
Ich dachte gleich wieder daran, was ich alles verpasst habe in den letzten Jahren. Wer weiß was gewesen wäre wenn ich Rafa eher schon wieder getroffen hätte. Gerade so was wie Wimbledon, da wäre ich schon gerne dabei gewesen. Ich hatte ja die Anfänge seiner Karriere mitbekommen und es dann nur noch im TV verfolgen zu können war schon deprimierend.
Ich litt ja förmlich mit als Rafa im Wimbledon Finale gegen Federer verloren hat und das dann gleich an zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Umso schöner war's sicher dieses Jahr endlich zu gewinnen nachdem es so knapp gewesen war die Jahre zuvor. Wimbledon gab's auch noch nächstes Jahr, vielleicht schaffe ich es ja da hin zu fahren. Die sportlichen Erfolge waren eine Seite, das private eine andere und das konnte ich nicht nachholen.

“Was denkst du?” Rafa strich mit einer Hand durch meine Haare und riss mich so aus meinen Gedanken. “Ich dachte nur daran was in den sieben Jahren alles passiert ist. Ich meine nicht nur deine ganzen Erfolge sondern was so alles noch war” ”Hast du das Gefühl etwas verpasst zu haben?” ”Sí, ich wünschte ich hätte dich eher wieder gesehen. Die Zeit ist ja unweigerlich Vergangenheit” ”Mir wäre es auch lieber gewesen wenn wir uns eher wieder gesehen hätten aber es sollte eben nicht sein. Dafür weiß ich es jetzt umso mehr zu schätzen. Wir haben doch Zeit!” Da hatte er Recht, ich konnte die Vergangenheit nicht haben, wohl aber die Zukunft mit Rafa.
“Mhh” Meinte ich erstmal nur. “Da fällt mir was ein... contigo yo hasta el fin del mundo, contigo yo me perdería, contigo yo quiero todo y nada a medias” Mit dir bis ans Ende der Welt, in dir könnte ich mich verlieren, ich will alles von dir. Ich musste gleich wieder lachen, wie kam er jetzt genau auf das? “Oye mi amor” Sagte ich dann mit einem kichern. Das war ein weiterer Song von Maná und treffender hätte Rafa es nicht ausdrücken können. “Ich wusste das es dir gefallen würde!” ”Sí” ”Ich hätte mir auch selbst was ausgedacht aber so schleimig es klingt, besser könnte ich es auch nicht ausdrücken” “Was für ein Pech auch, dass ich den Song kenne” ”Ach, du meinst, du hättest mir sowieso nicht geglaubt das mir das selbst eingefallen ist?” ”Du warst früher schon schlecht im dichten aber deswegen mag ich dich ja auch so. Nobody is perfect, no?”
Er sah auf seine Uhr und löste sich dann von mir. “Fahren wir zurück nach Porto Cristo? Da haben wir auch unsere Ruhe” Mein Grinsen erschien gleich wieder. Na wenn das keine direkte Einladung war! Ich sprang enthusiastisch auf und zog Rafa vom Bett hoch. “Bueno, lass uns verschwinden!” ”Entspanne dich! Wir haben Zeit no?” ”Stimmt!”



`*~ Fin ~*´

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Das war das letzte Kapitel dieser Story. Ich hoffe ihr habt euch nicht gelangweilt beim lesen. Über hilfreiche Kommentare freue ich mich jeder Zeit.

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