Tja, Alex sass ja im gleichen Boot. Was das schlimmste überhaupt war, der tat als wenn nichts wäre! An dem Name Rafael Nadal störte er sich nicht im geringsten. Ich war schon verzweifelt am überlegen ob er entweder absolut keine Ahnung hat, einen auf ganz cool macht oder gerade eben zu verpeilt war um zu realisieren wer da vor ihm stand. Damit er nicht noch peinlich fragt, verzog ich mich mit Alex nach oben in unser Zimmer. Er lief wieder zum Fenster und sah nachdenklich raus. Ich konnte ihm förmlich ansehen, das er grübelte.
“Kennst du diesen Rafael schon lange?” Ich wusste es! Hatte mir gleich gedacht das er darüber nachgrübelt. ”Mhh, lass mich kurz nachdenken... seit 12 Jahren um genau zu sein” ”Bilde ich es mir nur ein oder habe ich den schon mal irgendwie gesehen? Der kommt mir irgendwie bekannt vor vom Aussehen her” Ich hatte Mühe ein ernstes Gesicht zu machen. Mit Vergnügen hätte ich ihm jetzt alles ausgeredet und dann nur darauf gewartet bis alles auffliegt aber ich wollte ihn nicht ins Messer laufen lassen auch wenn ich gerne sehen würde wie er reagiert wenn alles rauskommt.
“Na ja, kann sein das du ihn mal in der Zeitung oder im Fernsehen gesehen hast” Ich sah schon wie sein Gesicht neugierig wurde. ”Was macht der denn?” ”Nichts aufregendes, nur Tennis spielen” Seine Augen wurden größer und er hielt sich eine Hand vor den Mund während sich sein Gesicht verfärbte. Besser gesagt jegliche Farbe wich aus seinem Gesicht. “Oh Gott!” Stammelte er dann leise und sah mich mit weit aufgerissenen Augen an. “Hey, entspanne dich, der tut keinem was. Rafa ist gewissermaßen handzahm auch wenn das niemand glaubt der ihn spielen sieht” Er schnappte nach Luft und schüttelte mit dem Kopf.
“Warum sagst du mir das nicht?” ”Was?” ”Das sich unter deinen Freunden auch Wimbledonsieger befinden. Zu dumm das ich kein Tennis gucke aber vielleicht ist es besser. Wer weiss, wie ich dann erst reagiert hätte” ”Ja, ich wollte es dir ja sagen aber ich dachte du bist dann nur unnötig beunruhigt. Außerdem ist es Rafa sowieso lieber wenn ihn alle normal behandeln. Du musst ihn jetzt nicht mit ihre Majestät ansprechen oder so. Tue einfach als wäre nichts” ”Das sagst du so einfach! Ich möchte dich mal erleben in der Situation! Mein Gott war ich erschrocken! Ich dachte wir sagen uns alles!” Oh man, wieso macht er jetzt so ein riesen Drama daraus?
Mein Lächeln verschwand und wich einem ernsten Gesicht. Alex hatte sich wohl inzwischen wieder gefangen, langsam zog er ein vorsichtiges Lächeln und sah mich von unten an. “Es tut mir leid, ich bin nur etwas gestresst und überrascht” Ich blieb mit verschränkten Armen vor ihm stehen, so richtig sauer konnte ich ja nicht auf ihn sein. “Das gibt sich schon noch, entspanne dich einfach” ”Ja, deswegen bin ich ja auch hier. Gehört ihm das Haus hier?” ”Nein, das ist gemietet. Er hat auf Mallorca ein Haus” ”Und warum macht er dann hier Urlaub wenn er da ein Haus hat? Ich meine, so großartig anders sieht es hier auch nicht aus”
Da hatte er recht und so hatte ich mir die Frage auch noch nicht gestellt. “Gute Frage, frage ihn doch, ich weiss es auch nicht. Vielleicht hat er ja Angst, das ihn seine Eltern kontrollieren” ”Ach die wohnen auch da mit?” ”Nein, die wohnen in Manacor, das ist ungefähr 15 Kilometer entfernt von da wo er wohnt. Wahrscheinlich hat er keine Lust weiter weg zu fahren weil er nur eine Woche Zeit hat und Langstreckenflüge kombiniert mit jet lag sind da schlecht” ”Mhh, stimmt! Bleibt er die ganze Woche hier?” ”Ja, auch wenn du es nicht glaubst, er hat tatsächlich mal Zeit. Jetzt ist ein bisschen Luft bevor die Saison weiter geht. Saisonende ist erst im November in Schanghai” ”Du scheinst dich ja auszukennen!” ”Ja” “Na da bin ich ja gespannt was er so erzählt!”
Am Abend übertrieben wir es etwas mit der Harmonie. Alex hatte sich zum Glück wieder beruhigt und bekam nicht immer Herzrasen wenn er Rafa sieht. Es half schon enorm, das Rafa sich normal benahm und verhielt. Er versuchte sich sogar als Koch, das würde niemand glauben! Wir machen hier Urlaub und Rafa kocht. Hatte ich doch gewusst, das es kein Problem war Rafa ein bisschen einzuwickeln und ihn zum kochen zu überreden. Zum Essen setzten wir uns auf die Terrasse, da war Abends Schatten und man konnte es da gut aushalten.
Ein wenig unwohl fühlte ich mich doch. Alex sass links neben mir und rechts Tomeu. Ja und Rafa sass mit Marina und Juli auf der anderen Seite. Ich konnte Rafa den ganzen Abend lang ansehen ohne das jemand was dabei findet, das war echt herrlich. Wenn wir uns nicht vorhin zufällig so hingesetzt hätten würde ich denken Rafa hat das eingefädelt. War möglicherweise mehr Wunschdenken als Realität. Wahrscheinlich war's an der Zeit, das ich einsehe das Rafa keinerlei Absichten mir gegenüber hat. Aber wie hieß es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt. War schon verrückt, das ich darüber nachdenke obwohl Alex direkt neben mir sass. Eine Weile beobachtete ich Marina aber das wurde auch langweilig, die schien exakt so zu sein wie die Presse sie beschrieben hatte. Es hätte mich auch gewundert, wenn Rafa hier mit einem Barbie-Verschnitt aufgetaucht wäre.
Mit leicht abwesendem Blick sah ich auf mein Weinglas. Das war der selbe Wein, den Rafa mir damals angeboten hatte als ich bei ihm war nachdem Juli mit Tomeu verschwunden war. Da dachte ich doch gleich wieder an den Kuss. Wenn ich Rafa jetzt so sehe, würde ich ihn am liebsten anspringen. Er hatte ein ganz normales weißes Hemd an, oben die ersten zwei Knöpfe offen und dazu dunkle Jeans. Ob er es so beabsichtigte wusste ich nicht aber er sah wortwörtlich umwerfend aus. Es war verrückt, immer wenn ich ihn eine Weile nicht sehe, kann ich mich kaum noch beherrschen wenn ich ihn dann sehe. Ich kam leicht ins Schwitzen und das lag nicht an der Temperatur. Gedanklich zog ich ihm das Hemd eben aus, bei der Gelegenheit könnte ich gleich noch ein paar Küsse auf ihm verteilen. Ich würde zu gerne seine Reaktion darauf sehen.
Bevor ich mich total vergesse in meinen Wunschträumen fiel mir ein, das mein Freund ja neben mir sitzt und nichts schlimmes ahnt. Zumindest wird er nicht ahnen, das ich gedanklich Rafa ausziehe und es mir schon bei der reinen Vorstellung wärmer wird. Rafa machte noch nichtmal irgendwas, er sah ab und zu zu mir aber das ging ja nicht anders wenn er mir direkt gegenüber sitzt. Es war auch so eine entspannte Stimmung, als würden wir uns alle ewig kennen und könnten uns nichts besseres vorstellen als heute und hier zusammen zu sitzen und Rotwein zu schlürfen während die Sonne im Meer versinkt. Das war eine Farce! Ich fühlte mich wie in so einem billigen Liebesfilm, fehlte ja nur noch das happy end!
Ich entschuldigte mich und verschwand auf Toilette. Das war echt too much für meinen Geschmack. Vor allem konnte ich Alex nichts sagen, der versteht ja gar nichts. Im Gegenteil, das er sich mit Rafa versteht, machte alles noch viel schlimmer. Ich hatte es gewusst, es war ein Fehler hier her zu kommen. Am liebsten würde ich sofort wieder nach Hause fahren. Konnte ich aber nicht, da musste ich jetzt durch. Es würde zu viele verdächtige Fragen aufwerfen wenn ich jetzt darauf bestehe sofort wieder abzureisen. Das könnte ich nicht überzeugend erklären ohne dabei mit der Wahrheit rauszurücken. “Diana?” Hörte ich dann eine weibliche Stimme fragen. ”Ja?” Rief ich laut.
“Bist du in die Toilette reingefallen?” Ich sah kurz in den Spiegel und holte noch mal tief Luft bevor ich die Badtür öffnete. Juli stand direkt davor und sah mich besorgt an. “Ich lebe noch” Sagte ich mit einem breiten Lächeln. “Gut, habe mir nur Sorgen gemacht” ”Wenigstens Eine” Eigentlich hatte ich das als Scherz gemeint aber wieso sieht sie mich plötzlich so ernst an? “Sage nicht es fängt wieder an!” ”Was?” Fragte ich und tat als wüsste ich nicht was sie meint obwohl ich so eine Ahnung hatte auf was sie anspielt. “Rafa” Sagte sie nur und rollte mit den Augen.
“Was?” Fragte ich weiter und versuche die Ahnungslose zu spielen. “Jetzt tue nicht so! Ich kenne dich doch, dein Gesicht vorhin war eindeutig!” Ich setzte mich hin und verschränkte meine Arme vor meinem Bauch. “Ich weiss nicht was du denkst aber das ist nicht so. Mir war es nur ein bisschen zu warm und ich musste etwas frische Luft schnappen gehen” ”Was soll ich denn denken? Ich meine, du hättest ja nicht herkommen müssen” Ja, es passte verdammt gut zusammen alles. Ich weiss ja das sie mir einreden will, dass ich nur wegen Rafa hier bin und Alex eben nur so als Anhängsel dabei ist. “Dann hätte ich Alex wohl kaum mit hier her genommen” Sagte ich ohne nähere Erklärungen. ”Könnte auch praktisch sein. Machst du einen auf superhappy um deinen Ex zu ärgern?” ”Ich glaube du spinnst total! So was habe ich gar nicht nötig, Rafa ist mir total egal” ”Sicher! Und wieso hast du dann diesen verklärten Blick wenn er in der Nähe ist?” Mein Lächeln wurde wieder breiter ich konnte nicht anders! “Weil er zu heiss aussieht. Ich weiss nicht ob ich es ertragen kann ihn eine Woche lang zu sehen. Das ist wie Weihnachten wenn man die Geschenke nicht auspacken darf. Ich meine, wenn Alex nicht wäre... ach, vergiss es gleich wieder” Im nächsten Moment wurde mir klar was ich eben gesagt hatte aber jetzt war es zu spät.
Sie setzte sich auf den Wannenrand und schüttelte leicht verzweifelt mit dem Kopf. “Oh Gott, ich hab's gewusst!” ”Was?” Fragte ich unsicher. “Das du wieder anfängst mit sabbern wenn du ihn siehst. Es ist nur offensichtlich noch viel schlimmer als ich angenommen hatte. Langsam hast du mich davon überzeugt, dass du das nicht unter Kontrolle hast” ”Kannst du das nicht verstehen?” Sie hob ihren Kopf wieder und lächelte breit. “Um mich geht es gar nicht. Ich hoffe, du kannst dich wenigstens soweit beherrschen das du ihn in Ruhe lässt” ”Das kann ich nicht versprechen” ”Denke an Alex!” Mein Lächeln verschwand gleich wieder. Genau das wollte ich jetzt hören! Jetzt macht sie einen auf moralischen.
“Ich weiss das Alex hier ist aber ich habe das nicht unter Kontrolle. Warum weiss ich nicht aber ich könnte mich total vergessen wenn ich Rafa sehe” “Warum denn? Er macht doch gar nichts” ”Ich weiss nicht warum, es ist eben so. Es reicht aus das er gar nichts macht” “Jetzt sage nur nur das er der Traum deiner schlaflosen Nächte ist!” Ich rollte mit den Augen und schüttelte dann mit dem Kopf. “Sehr lustig!” Sie stand wieder auf und sah kurz in den Spiegel. ”Lass uns gehen, das führt zu nichts” Ich stand auch auf und lief ihr nach wieder raus auf die Terrasse.
Was Juli gesagt hatte, beschäftigte mich Stunden später auch noch. Ich lag im Bett und konnte nicht schlafen. Alex schien das Problem nicht zu haben, der schlief tief und fest wie es mir schien. Vorsichtig hob ich meinen Kopf aber ich hörte schon an seinem Atmen das er schläft, na wenigstens einer. Vielleicht lag es ja auch am Rotwein obwohl ich nicht soviel getrunken habe. Warum war ich eigentlich hier? Zwar wollte ich Rafa schon sehen aber es war nicht so das ich wegen ihm überall hinfliegen würde.
Es war ja eine gute Chance kostengünstig Urlaub zu machen. Ich wäre ja dumm gewesen wenn ich das Angebot abgelehnt hätte. Damit das Juli glaubt das ich Rafa unbedingt sehen wollte muss ich eben jetzt leben. Es war mir auch egal, sie wusste doch sowieso das ich leuchtende Augen kriege wenn Rafa auftaucht. Ich wollte wirklich nichts von Rafa, der hat ja sowieso nie Zeit. Wenn er Zeit hätte, wäre das was ganz anderes... Das ist sowieso alles viel zu kompliziert, das würde niemals funktionieren mit uns. Selbst wenn ich Interesse an Rafa hätte, würde ich das niemals freiwillig zugeben. Wer weiss was Rafa jetzt macht.
Eigentlich wollte ich das gar nicht so genau wissen. So schwach war meine Fantasie nun auch nicht ausgeprägt. Mir wird gleich schlecht wenn ich daran denke was Rafa mit dieser Marina ein paar Zimmer entfernt anstellt. Ich würde Rafa mit Sicherheit nicht schlafen lassen. Mal wieder begann ich etwas zu bereuen wovon ich vorher dachte das es gut wird. Meine Fantasien zogen immer weitere Kreise, so kann ich ja nie schlafen! Als ich dann auch noch an den Kuss vor ein paar Wochen dachte, war es aus. Ich stand vorsichtig wieder auf um Alex nicht zu wecken und schlich aus dem Zimmer. Gleich im dunkeln ging ich nach unten und lief raus auf die Terrasse. Diese totale Ruhe tat richtig gut, nur das Meeresrauschen war zu hören.
Ich drehte mich kurz um, es war überall dunkel. Na schön, war ich also die einzige, die zu mitternächlicher Stunde noch umhergeistert. Es war eine wolkenlose Nacht und die Sterne funkelten um die Wette. Da hier keine Großstadt in der Nähe war, sah man hier mehr Sterne als normalerweise. Es war direkt fast ein bisschen kitschig anzusehen.
Wie lange ich da stand weiss ich auch nicht, es war auch egal. Meine Gedanken drehten sich sowieso im Kreis, ich kam zu keinem Ergebnis. Juli war mir auch eindeutig zu forsch. Die mischte sich ungefragt ein, das kann ja noch heiter werden. Dabei wusste sie gar nichts von dem Kuss mit Rafa! Ich wusste schon wieso ich ihr nichts davon erzählt hatte, dann gibt die ja nie mehr Ruhe. Bestimmt verbringt sie jetzt die Woche damit mich zu beobachten um mir dann wieder haarsträubende Dinge unterstellen zu können.
Das war der einzige Nachteil an dem ganzen hier. Eine Woche lang Alex, Rafa und Juli, das wird echt schwer auszuhalten sein. Ich hätte ja bis vor kurzem nie damit gerechnet das Alex überhaupt mal Rafa begegnet aber so schnell kann's gehen. Ich wollte mir auch nicht vorstellen was passiert wenn doch irgendwie rauskommen sollte das ich mal mit Rafa zusammen war.
Alex kriegt einen hysterischen Anfall und glaubt dann auch das ich nur hier bin weil ich Rafa sehen will. Das gäbe durchaus ein schönes Drama! Bisschen schmunzeln musste ich schon bei der Vorstellung wie alles außer Kontrolle gerät.
Am nächsten Tag bot sich mir gleich die Chance Rafa mal ein bisschen auszuquetschen. Wir waren alle am Strand und es waren alle im Meer, von mir und Rafa abgesehen. Da ich ja was fragen wollte hatte ich auch einen Grund näher zu ihm zu rücken ohne das es verdächtig wird. Zu gerne würde ich ihn auch gleich noch umarmen. Er sollte mehr anziehen, das würde mir auch helfen in Ruhe nachdenken zu können und ich müsste mir nicht immer ein superbreites Grinsen verkneifen wenn ich ihn sehe.
Rafa sass auf seinem Handtuch und sah ab und zu aus dem Augenwinkel zu mir rüber, der Blick war gleich wieder zu viel für mich. Ich rückte etwas näher bis ich neben ihm sass und sagte erstmal nichts. “Was?” Fragte er gleich ohne mich anzusehen. Offenbar fand er es spannender seine Freundin mit Alex beim baden zu beobachten. “Was hast du Marina über mich erzählt?” Im nächsten Augenblick sah er mich so an, das ich plötzlich ins Schwanken kam ob es richtig war nach ihr zu fragen. “Das ich dich von früher kenne und das du dann nach Deutschland gezogen bist” War es klug wenn ich jetzt noch weiter nachhake? “Weiter nichts?” Fragte ich neugierig, das wollte ich jetzt wirklich wissen. “Sie würde sich nur unnötig aufregen. Ich will hier ein bisschen relaxen und habe keine Lust auf Endlosdiskussionen und rumgezicke”
Merkwürdige Einstellung aber es ist doch klar, dass sie das komisch finden würde wenn sie es wüsste. Ist doch klar, dass sie dann fragt was ich hier mache.
Vielleicht war's besser ich komme zu einem anderen Thema, welches auch nicht einfacher war.
“Was sollte der filmreife Auftritt in meinem Hotelzimmer und der Anruf als ich schon am Flughafen war?” Ich fiel gleich direkt mit der Tür ins Haus. Er zuckte leicht mit den Schultern. “Weiss auch nicht genau, ich dachte nur du fliegst erst Abends” Ich glaubte ihm kein Wort, Rafa war schon immer ein grottenschlechter Lügner. Dem kann man förmlich an der Nasenspitze ansehen wenn er lügt. “Du lügst” Sagte ich leise und sah in den Sand vor meinen Füssen. “Als ich gesehen habe das du schon deine Koffer gepackt hast war mir schon klar, dass es zu spät ist. Ist das der Grund warum du hier bist?” ”Was?” Fragte ich da ich ihm nicht ganz folgen konnte. “Weil du mich fragen wolltest was das sollte?” ”No, ich meine, wär's dir lieber gewesen ich hätte dich am Telefon gefragt?” ”Müssen wir überhaupt noch darüber reden? Ist eben dumm gelaufen” Ich hob meinen Kopf wieder und sah ihn direkt an. “Wie du meinst”
Wir blieben sitzen und schwiegen uns an. War ja klar das er abblockt und nicht darüber reden will. Hat er Angst zuzugeben das er mich doch sehen wollte? Das war der einzige Grund der Sinn machte. Ich weiss aber schon was er sagt wenn ich ihm das unterstelle. Dann kommt wieder die ich habe eine Freundin und bin total glücklich Nummer. Total glücklich sah anders aus, die Bezeichnung passte auf Tomeu und Juli. Ich glaube, die nahmen gar nichts mehr wahr um sich rum. Ich könnte direkt neidisch werden wenn ich die zusammen sehe.
“Bist du glücklich?” Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und sah zur Seite. Wie kam er auf so eine Frage? Eigentlich war es eine ganz einfache Frage. “Sí” Sagte ich ohne nachzudenken. Rafa wäre der letzte mit dem ich über meine Beziehung reden würde, es ging ihn gar nichts an. “Interessiert dich das wirklich?” Fragte ich in der nächsten Sekunde noch. Als ich dann aber sah wie sich sein Gesicht verfinsterte, bereute ich es sofort. “Sonst würde ich nicht fragen” Kam es kurzangebunden zurück. “Es tut mir leid” ”Mir auch” Langsam sah ich an Rafa nach unten, ich könnte sofort auf dumme Gedanken kommen wenn ich ihn so sehe. Das ich ihn eine Woche lang sehe und dann noch so tun muss als wäre nichts gewesen würde nicht ganz so einfach werden. Dafür verfluche ich ihn ja auch, ich sollte ihm dankbar sein, das er sich zurückhält sonst wäre das Chaos schon längst perfekt. Ich wusste, das ich mich sowieso nicht von ihm fernhalten kann.
Leider kam mir Alex dann in die Quere. Er bequemte sich aus dem Wasser und liess sich neben mir auf dem Handtuch fallen. Dumm nur das er überall nass war. Ich wollte von ihm wegrücken aber er umarmte mich noch. Ich drehte mich auf den Bauch und musste lachen. “Es gibt kein Entkommen!” ”Scheint so, hättest du dich nicht abtrocknen können?” ”Dann hätte es doch keinen Spaß gemacht” Er blieb neben mir liegen und verteilte Küsse auf meinem Rücken. “Vielleicht solltest du ja auch mal ins Wasser gehen” ”Mhh, später vielleicht” Ich sah kurz zu Rafa, der im selben Moment zu mir sah. So richtig begeistert sah sein Gesicht nicht aus, beobachtet der uns etwa?
Auch gut! Ich drehte Rafa meinen Rücken zu und beschäftigte mich lieber mit Alex. Es war nicht so geplant von mir, das wir umschlungen am Strand liegen und uns gegenseitig auffressen aber es hatte sich so ergeben. Rafa hatte ich direkt schon wieder vergessen. Etwas löste Alex sich dann von mir. “Was ist denn los mit dir?” ”Mich überkam es einfach” Antwortete ich breit grinsend. “Also das stört mich jetzt nicht. Vielleicht sollten wir ja nach oben gehen wenn du dich nicht beherrschen kannst” Seinem Gesicht nach zu urteilen dachte er das gleiche wie ich. Unter lautem Gekicher verschwanden wir engumschlungen vom Strand.
12 October 2009
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