13 December 2009

Chapter 21 - Mallorca

Mallorca – Oktober 2008

Meine schlimmsten Befürchtungen bezüglich des Wiedersehens mit Rafa schienen sich leider zu bewahrheiten. Als ich nachdem wir auf Ibiza waren wieder zurück in Deutschland war, beschränkte sich der Kontakt mit Rafa auf Telefonieren. So hatte ich mir das nicht vorgestellt aber immer noch besser als gar kein Lebenszeichen von ihm zu bekommen. Es half mir auch nicht ihn im TV spielen zu sehen, das macht mir nur wieder bewusst, das er keine Zeit hat.
Die Medien schlagen sich förmlich um ihn, das hatte schon einen leicht bitteren Beigeschmack alles. Ich fragte mich wie lange er das ganze aushält ohne sich dabei zu verändern. Früher oder später wird die ganze mediale Aufmerksamkeit auf ihn Einfluss nehmen ob er will oder nicht. Immerhin hatte er noch einen gewissen Abstand zu allem zu zog es vor sich total aus der Öffentlichkeit zurück zu ziehen wenn er nicht spielt. Das es nervig sein kann, verstehe ich. Rafa gehört nicht zu der Sorte Menschen, die ständig im Mittelpunkt stehen müssen. Leider konnte ich mir davon auch nichts kaufen. Ich hatte meine eigenen Probleme, mein Leben hatte sich gewissermaßen ein wenig verändert in den letzten Wochen.
Offiziell wohnte ich jetzt wieder bei meinen Eltern. Deren Gesicht war echt gut als ich fragte ob ich vorübergehend bei ihnen wohnen kann. Sie kamen aus dem Staunen nicht mehr raus als ich erzählte was passiert war in der einen Woche auf Ibiza. Die Details erzählte ich natürlich nicht aber ich dachte es ist klug wenn ich sage das Rafa mit daran beteiligt war. Es würde sowieso rauskommen irgendwann also konnte ich es auch gleich sagen. Nur so würden sie verstehen das es innerhalb einer Woche zum Bruch mit Alex gekommen war.
Das war wohl der nächste Schock für sie gewesen. Ich sah schon wie bei meiner Mutter die Kinnlade runterklappte als ich den Name Rafa erwähnte. Erst waren sie total perplex und sagten nichts und dann meinte meine Mutter ein paar Tage später, das sie geahnt hat, das ich irgendwann wieder nicht von Rafa loskomme.

Die Tatsache das ich nicht von Rafa loskomme hatte mir auch eine Menge Ärger eingebracht. Alex war zu recht stinksauer auf mich daher traute ich mich nur in Begleitung in mein früheres zu Hause. Ich hatte nicht mehr versucht mit ihm zu reden über die Vorkommnisse, es war sinnlos. Vielleicht muss erst eine gewisse Zeit vergehen bis wir darüber mal reden können. Falls wir da noch Kontakt haben.
Seit ich wieder bei meinen Eltern wohnte, hatten wir uns nicht mehr gesehen. Zwar arbeiteten wir in der gleichen Firma aber an unterschiedlichen Stellen so das wir uns da nicht begegneten. Es war schon deprimierend mit 21 wieder bei den Eltern einzuziehen aber ich hatte keine Lust auf die schnelle irgendwo einzuziehen. Meine Eltern glaubten wohl, dass sich das mit Alex schon wieder einrenken würde aber für mich war die Sache erledigt. Ich hatte ihn fast absichtlich verletzt und darauf war ich auch nicht besonders stolz.
Rafa bringt mich dazu Dinge zu tun die ich eigentlich nicht tun würde. Er hat es so ja auch nicht gewollt aber ich habe keine Kontrolle über mich wenn er in meiner Nähe ist. Leider war er aber nicht in meiner Nähe, so richtig prickelnd war das nicht am Telefon.

Zu meiner großen Überraschung ergab sich dann aber doch kurzfristig die Chance das ich Rafa mal sehen kann. Er spielte ja das Masters Turnier in Paris. Was er mir aber nicht gesagt hatte war das er sich schon seit Wochen mit einer Entzündung im Knie rumärgert. Aus dem Grund spielte er ja auch mit den Tapes an den Knien aber er spielte schon so lange damit, das man dazu neigte nicht mehr darüber nachzudenken warum er das macht. Zum großen Showdown kam es dann eben beim Viertelfinalspiel in Paris.
Rafa spielte nicht nur ungewohnt schlecht sondern schöpfte auch alle medical timeouts reichlich aus. Das war schon verdächtig denn ohne Grund macht er so was nicht. Nach dem er den ersten Satz haushoch verloren hatte verzog er sein Gesicht und gab das Spiel auf. Ich traute meinen eigenen Augen nicht als ich sah was da vor sich ging. Er gibt normalerweise nicht so schnell auf also muss es schon wirklich was gravierendes sein wenn er nicht mehr weiter spielen kann. Und wieder mal war ich in dem Moment nicht in seiner Nähe.
Er zog zwar ein Lächeln aber das überzeugte sicher niemanden. Der Schock saß jedenfalls erst mal tief bei mir. Aufgrund dieses tragischen Zwischenfalls hatte er aber plötzlich Zeit und flog eher nach Mallorca zurück. Machen durfte er ja sowieso nichts um das Knie zu schonen. Das er endlich mal ein paar Tage Zeit hat konnte ich mir nicht entgehen lassen. Nur hatte ich nicht unbegrenzt Urlaub und flog daher nur übers Wochenende nach Mallorca. Freitag Abend hin und Sonntag Nachmittag zurück, besser wie gar nichts. Ich freute mich so richtig Rafa wieder zu sehen und das auch noch schneller als erwartet obwohl es schon ein paar Wochen gewesen waren. Vielleicht haben wir dann mal ein paar ruhige Minuten für uns wo wir klären können wie das zukünftig ablaufen soll alles.
Ich vertrat nach wie vor den Standpunkt das ich keine Lust habe eine Fernbeziehung zu führen. Auf der anderen Seite wollte ich aber mit ihm zusammen sein. Darüber hatten wir aber nicht weiter geredet, ich wollte das auch nicht am Telefon machen. Das war aber nicht mein Hauptanliegen warum ich nach Mallorca wollte, ich freute mich so richtig ihn endlich wieder mal zu sehen. Hoffentlich hat er mal ein paar Minuten Zeit.

Es war richtig schön, als ich in Palma landete. Dieses mal war ich auch alleine, Juli war ja vor einer Woche erst hier gewesen um Tomeu zu besuchen. Das Tomeu praktisch Zeit hatte kam Rafa wohl gelegen da er ihn zum Flughafen geschickt hatte um mich abzuholen. Man wusste ja nie was passiert wenn Rafa persönlich da auftaucht.
Zu sagen das ich aufgeregt war je näher wir nach Porto Cristo kamen war noch untertrieben! Ich konnte es echt nicht glauben als ich vor dem Haus von Rafa stand. War ich wirklich hier? Aww, ich war schon ganz hibbelig! Auf den Moment freute ich mich seit Wochen!

Tomeu gab mir meinen Koffer und verschwand dann wieder. Ich blieb vor dem Tor stehen und drückte kurz auf die Klingel. Mein Lächeln ging sicher vom einen Ohr zum anderen, gleich war es soweit! “Sí?” Kam es nach ein paar Sekunden auf der Sprechanlage. Es klang als wenn es Maríbel wäre. “Hola, hier ist Diana” Es summte am Tor und ich ging rein und lief zum Haus. Maríbel stand mit einem Lächeln in der Tür und erwartete mich wohl schon.
“Hola” Sagte ich als ich bei ihr war. “Hi Diana, endlich bist du hier!” Ich sah sie erst mal nur mit großen Augen an und lief ihr nach ins Haus. Wieso freute die sich so mich zu sehen? “Ähh ja” Sagte ich dann erst mal. “Vielleicht habe ich ja die nächsten 2 Tage mal meine Ruhe. Ich dachte schon Rafa schnappt noch mal über, der kriegt schon fast die Krise weil er dich ewig nicht gesehen hat” Ein breites Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. “Wo ist er überhaupt?” Ich dachte ja das er mich gleich an der Tür überfällt aber es war nichts zu sehen von ihm. “In Manacor weil er da wieder alles mögliche vergessen hat. Ich schätze aber mal das er so schnell es geht wieder hier auftauchen wird” Oh nein, er war tatsächlich nicht hier!
Meine Aufregung legte sich gleich wieder etwas. War vielleicht auch ganz gut das er nicht hier ist, da kann ich erst mal fix mein Zeug auspacken, viel hatte ich sowieso nicht mit.

Nebenbei rief ich auch noch meine Eltern an, melden das ich heil hier angekommen war. Als willkommener Nebeneffekt war hier auch das Wetter viel besser als in Deutschland. Man könnte kurzärmelig gehen, das wäre in Deutschland undenkbar Ende Oktober. Ich fühlte mich gleich wieder heimisch hier aber das war auch nicht schwierig und ging vielen anderen Leuten auch so. “Hola” Ich sah von meinem Koffer hoch und drehte meinen Kopf dann zur Tür.

Ich dachte ich sehe eine Fata Morgana! Rafa stand im Türrahmen und lächelte vom einen Ohr zum anderen. In der nächsten Sekunde sprang ich auf und fiel ihm um den Hals. Es war zu schön, darauf hatte ich mich schon lange gefreut! Ein wenig ließ ich dann wieder locker, damit ich ihn wenigstens ansehen konnte. “Ich dachte schon du lässt dir extra Zeit” Sein Lächeln brachte mich sofort zum schmelzen. Ich spürte schon wie es in meinem Bauch kribbelte. “Ich freue mich richtig dich zu sehen. Natürlich habe ich mir nicht extra lange Zeit gelassen, ich bin ja froh das du hier bist” ”Hast du deine Schwester genervt weil ich hier her komme?” ”Warum?” ”Sie hat so was angedeutet” ”Sie spinnt manchmal ein bisschen”
Ich musste gleich kichern, wer hier spinnt, fragt sich! Wie gut, das ich fertig war mit auspacken denn dazu wäre ich jetzt sowieso nicht mehr gekommen. Ich ließ mich auf dem Bett nieder und Rafa in unmittelbarer Nähe neben mir. Es wunderte mich schon, dass er sich auf eine Umarmung beschränkt hatte als Begrüßung. Als ich auf sein Knie sah, fiel mir die Verletzung wieder ein. “Was macht das Knie?” ”Ich werde es überleben. Es tut auch kaum noch weh jetzt wo du hier bist” ”Ich meine es ernst!” Ein wenig schmäler wurde sein Lächeln schon. “Na schön, wenn du es unbedingt wissen willst... Ich war ja letzte Woche schon beim Arzt deswegen. Bisher ist es nicht offiziell aber es sieht so aus als wäre die Saison gelaufen für mich”
Ein wenig entgleiste mein Gesicht wohl schon, ich hoffte nicht zu sehr! “Echt so schlimm?” Fragte ich schockiert und überrascht zugleich. “Sieht so aus. Aus Spaß habe ich nicht das Spiel abgebrochen” Oh man, wenn er bis Jahresende ausfällt, hat es sich ja so richtig gelohnt. Damit hätte ich nicht gerechnet. “Und was wird mit Shanghai und dem Davis Cup Finale?” ”Ich weiß was noch alles ansteht aber ich kann es nicht erzwingen” ”Shit” Sagte ich leise und sah ihn mit großen Augen an. “Sí, so kann man es auch sehen. Die spanische Presse steinigt mich wenn Spanien das Davis Cup Finale verliert weil ich nicht spielen kann” ”Das kommt davon wenn man sich immer auf einen Spieler verlässt. Es gibt doch noch andere Spieler, die müssen doch auch irgendwas können” ”Ich muss dir wohl nicht erklären das es einen Grund hat das nur einer die Nummer 1 ist” ”Und ich dachte es wäre nichts schlimmes!” ”So schlimm ist es auch nicht, ich werde überleben. Außerdem hätten wir uns sonst jetzt nicht gesehen also hat es sich doch gelohnt”
Mein Lächeln kehrte gleich zurück. “Erzähle das der Presse, dann lynchen die mich auch. Außerdem will ich nicht das du immer eine Verletzung hast damit wir uns mal sehen können” ”No, das geht niemanden etwas an außer uns. Ich habe nicht vor öffentlich Rechenschaft abzulegen mit wem ich zusammen bin und warum. Wie geht es dir denn so? Ich meine bevor wir nur von mir reden” Ich lehnte mich nach hinten bis ich auf dem Rücken lag. “Sí also wo soll ich anfangen? Wie du ja weißt, wohne ich wieder mit meinen Eltern. Das macht richtig Spaß. Die anderen ziehen alle aus zu Hause und ich ziehe wieder ein” Rafa lag in der nächsten Sekunde neben mir und strich mit seiner Hand ein paar Haarsträhnchen aus meinem Gesicht. “Gab's keine freien Wohnungen?” ”Doch aber ich will nichts überstürzen. Irgendwohin musste ich ja nachdem Alex mich vom einen Tag auf den anderen vor die Tür gesetzt hat” ”Hat er noch was gesagt?” ”No, es herrscht totale Funkstille seit Ibiza. Inzwischen ist es mir auch egal was er macht” ”Das es solche Konsequenzen hat habe ich vorher nicht bedacht. Mir war natürlich klar, dass die Dinge sich verändern aber das ging dann doch etwas schnell alles. Ich wollte dich damit nicht in Bedrängnis bringen”
Tat es ihm etwa auch noch alles leid? Ich rückte näher an ihn und umarmte ihn. “Du musst dich nicht rechtfertigen. Ich gebe dir nicht die Schuld dafür, ich wollte das doch so” Sein Lächeln wurde langsam wieder breiter. “Das kommt davon wenn man sich gehen lässt” ”Sí, ich hätte es ahnen müssen das es so kommt. Mir war ja vorher schon klar, das ich nicht von dir los komme” ”Warum nicht?” ”Wenn ich das wüsste! Wir haben uns damals ja nicht freiwillig getrennt und ich kann meine Gefühle nicht abstellen. Ich weiß das sieben Jahre dazwischen liegen aber ich kann ja nicht ewig vor meinen Gefühlen weglaufen” ”Das klingt fast so als würde dich das stören” ”Quatsch, ich bin froh das wir uns wieder sehen” ”Gibt es ein uns?”
Ich sah in seine Augen und überlegte was ich sage. Natürlich gab es ein uns, ich liebe Rafa und das schon seit längerer Zeit. Ich wollte es nur nicht zugeben aber ich gewöhnte mich langsam an den Gedanke wieder mit ihm zusammen zu sein. Ich dachte nur eben an den Tag als er mich und Juli an den Strand gelockt hatte, da hatte er gesagt das es kein uns mehr gibt.

“Wenn du willst schon” Sagte ich dann mit einem vorsichtigen Lächeln. Seine Reaktion zeigte mir aber das meine Zweifel ob er es sich nicht noch mal anders überlegt unbegründet waren. “Natürlich will ich mit dir zusammen sein!” Da ich seinem Lächeln nicht länger wiederstehen konnte, küsste ich ihn leidenschaftlich. Das führte aber nur dazu das ich mehr wollte von ihm. Ja, ich gebe es zu ich erhoffte mir schon ein bisschen mehr Nähe zu ihm und ich war mir ziemlich sicher, dass er kein Problem damit hat.
Immerhin beherrschte ich mich soweit das ich nicht versuchte ihn auszuziehen. Das war aber schwer wenn er mich so verführerisch küsst und dann noch deutlich macht das ich alles von ihm haben kann. Leider hörte er dann wieder auf mich zu küssen. Ich schlug meine Augen auf und sah in seine. Den Blick wollte ich sehen! Ich war eben total glücklich und Rafa schien es ähnlich zu gehen. Es war mir total egal was um mich rum passiert, ich war viel zu sehr damit beschäftigt das Kribbeln zu genießen. Mein Puls war sicher auf 180, ich fühlte mich als wenn ich wieder 16 wäre. “Ich habe das richtig vermisst”
Meinte er dann mit einem frechen Lächeln. “Ich auch” Antwortete ich und kuschelte mich wieder in seine Arme. Ich könnte ewig mit Rafa hier liegen bleiben, seine Aufmerksamkeit tat richtig gut. Was bedeutete das jetzt eigentlich? War die Tatsache das es ein uns gibt gleichzusetzen damit das wir sozusagen wieder zusammen sind? Meine ganzen Zweifel waren wie weggewischt. Wenn ich Rafa sehe, vergesse ich alle guten Vorsätze. Mir wurde nur eben wieder bewusst, dass ich auf keinen Fall auf ihn verzichten will, egal zu welchem Preis.

“Sind wir da wieder zusammen?” Fragte ich aus allem raus. “Wenn du das willst...” ”No, ich meinte willst du das wirklich?” Hakte ich weiter nach. “Sí, ich will dich nur nicht unter Druck setzen. Du musst keine Angst haben das ich es mir anders überlege, ich sage das nicht aus Spaß” Ich zog ein Lächeln und ließ meine Gedanken schweifen. “Ist irgendwie komisch wieder mit dir zusammen zu sein. Also ich meinte, nach sieben Jahren in denen wir uns nicht gesehen haben” ”Mhh, ich weiß. Ich hätte das auch nicht gedacht.
Ich bin aber echt glücklich darüber das wir uns wieder gesehen haben. Ich war nur erst ein wenig abweisend weil ich nicht wusste was ich machen soll. Es war total Chaos ausgebrochen” Das konnte ich jetzt gut nachvollziehen! “Ging mir auch so” Antwortete ich mit einem breiten Lächeln. “Ich dachte nur so, nein jetzt geht das wieder los” ”War es dir eigentlich anfangs wirklich egal das ich Alex mitbringen wollte nach Ibiza?” ”No aber was sollte ich machen? Ich dachte, wenn ich sage das er nicht mitkommen soll, kommst du vielleicht auch nicht also habe ich gesagt das du ihn mitbringen kannst. Mir war von Anfang an klar das irgendwas passieren würde” ”Mir auch!” ”Ehrlich gesagt dachte ich vorher schon daran mich von Marina zu trennen aber es hat irgendwie nicht gepasst. Ich dachte auch daran einfach alles zu vergessen und so zu lassen wie es war.
Das hätte mich aber auf Dauer auch nicht glücklich gemacht und es wäre auch unfair ihr gegenüber gewesen. Ich kann nicht so tun als wäre ich total glücklich mit ihr obwohl ich eigentlich mit jemand anderem zusammen sein will” ”Was hättest du gemacht wenn ich nicht schwach geworden wäre?” ”Dann hätte ich Pech gehabt, das war Risiko”

Ich hatte wirklich geglaubt, das Rafa nichts mehr vor hat aber das war ein Irrtum. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen. Ausgerechnet heute stand auch noch eine Familienfeier auf dem Programm. Das schlimmste war das ich auch noch mitkommen sollte dabei wusste ich bis gerade eben nichts davon. Es war ja nicht so das ich nicht mitgehen wollte aber keiner wusste das ich mitkommen würde. Ich kannte ja alle, dass war nicht der Punkt, ich wollte nur nicht das es zu einer peinlichen Situation kommt. Was wenn seine Eltern wirklich nicht so begeistert sind mich zu sehen und ich dann da mit Rafa auftauche?
Ich glaube nicht, dass sie was sagen werden aber wir mussten ja nicht gleich an die große Glocke hängen das wir wieder zusammen sind. Rafa sah das natürlich anders. Er wollte mich keine Sekunde aus den Augen lassen da ich ja nur drei Tage hier bin. Es war schon klar, dass er es sowieso schafft mich zu überreden, das konnte er früher schon richtig gut. Ich gab dann also nach, wir mussten ja nicht bis zum Schluss da bleiben.
Ok, ich würde also mitgehen obwohl mir ein wenig unwohl war bei dem Gedanke. Zum Glück hatte ich noch ein paar Klamotten mitgebracht. Ich zog trotzdem Jeans an, ich wusste ja wie man da normalerweise auftauchen kann. Viel Zeit blieb mir auch nicht da Rafa ständig auf seine Uhr sah und unten an der Tür wartete. Ich schnappte mir noch meine Tasche und lief nach unten.

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