25 December 2009

Chapter 23

Wir redeten dann natürlich nicht weiter über den Vorfall. Die Seite war mir neu an Rafa, normalerweise hing er sehr an seiner Familie daher erstaunte mich sein Verhalten ja auch so. Da wir ja heute Zeit hatten, starteten wir Tomeu und ein paar anderen Leuten einen Besuch ab und verkrümelten uns dann nach Palma. Rafa fiel ja überall auf daher mieden wir große Menschenansammlungen wobei sowieso eben wenig Touristen unterwegs waren.
Die Sommer-Saison war offiziell letzte Woche zu Ende gegangen und die meisten Hotels machen jetzt zu und öffnen erst nächstes Jahr im März wieder. Im Winter gehört die Insel praktisch den Einheimischen obwohl nach wie vor täglich Flüge in alle deutschen Städte angeboten wurden. Ganz ohne Autogramme schreiben und Fotos kam Rafa nicht aus aber es hielt sich in Grenzen. Das war irgendwie komisch das er Autogramme schreiben musste.
Natürlich wusste ich wie bekannt er ist aber früher hat es keinen Menschen gekümmert wenn Rafa irgendwo ist und plötzlich rasten alle aus wenn er irgendwo auftaucht. Es war was anderes zu wissen wie bekannt er ist und das dann auch mit eigenen Augen zu sehen. Wenigstens hatten wir am Hafen unsere Ruhe.
Es war richtig schön, auf der einen Seite konnte man direkt aufs Meer sehen und auf der anderen Seite Palma. Von hier aus ist der beste Platz um die Kathedrale zu fotografieren. Vereinzelt liefen hier auch Touristen umher und machten Bilder aber die beachteten uns nicht weiter.

Ich war schon heilfroh, das heute Abend direkt mal nichts an lag. Vorsichtig wagte ich es daran zu denken, das ich Rafa mal für eine Weile für mich alleine habe. Früher hätten wir jetzt die Chance genutzt und wären irgendwohin gegangen aber wir zogen es vor uns in seinem Haus zu verkriechen. Ich hatte mich schon gefragt wozu Rafa einen Kamin im Haus brauchte.
Zum Heizen sicher nicht denn dafür war ja die Fußbodenheizung da. So kalt war es auch nicht aber das konnte sich echt sehen lassen. Es kam gleich dieser typische Geruch nach verbranntem Holz, ich fühlte mich gleich wie in einer Berghütte in den Alpen. Dabei dachte ich unweigerlich an Alex. Wo ich mit ihm in Österreich im Urlaub war gab's auch einen Kamin daher erinnerte ich mich jetzt daran. Obwohl ich es doch vorziehe mit Rafa vorm Kamin zu sitzen und nicht mit Alex.
“Mir kommt's vor als wäre ich in Österreich” Rafa zog ein Lächeln und sah zu mir. “Wieso?” ”Der Kamin erinnert mich irgendwie an eine einsame Berghütte. Ich war im Februar dieses Jahr Ski fahren in Österreich und da gab's auch einen Kamin” ”Mit Juli?” ”No, mit Alex” Ich sah schon wie sein Lächeln verschwand.
“Oh, ich ähm wollte nicht neugierig sein” Ich wunk ab und trank einen Schluck. “Schon gut” Rafa rückte näher zu mir und umarmte mich. Erst mal blieb ich sitzen und wollte mich überraschen lassen was das wird. “Hast du jemals daran gedacht wieder hier her zu ziehen?”

Ich musste das kurz sacken lassen und drehte dann meinen Kopf zu ihm. “Was?” Fragte ich etwas schockiert und verunsichert was das jetzt werden sollte. “Du musst keine Angst kriegen, ich frage nur so allgemein” ”Also so richtig habe ich da nicht drüber nachgedacht bisher. Ich habe mich ganz gut eingelebt in Deutschland. Ich will nicht sagen das ich es nie machen werde aber ich hatte es nicht vor demnächst wieder hier her zu ziehen”
Rafa lächelte zwar noch aber es sah anders aus als vorher, ein wenig verkrampft irgendwie. Ich wurde das Gefühl nicht los das er sich eine andere Antwort von mir erhofft hatte. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt wollte ich gleich Klarheit schaffen. Ich umarmte ihn und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. “Das sollte nicht heißen das ich nicht ab und zu mal hier her komme um dich zu besuchen” Im nächsten Augenblick wurde sein Lächeln wieder breiter. “Bin ich ja beruhigt” ”Wenn ich schon mit dir zusammen bin, will ich dich auch ab und zu mal sehen” ”Mhh, vielleicht hast du Glück und ich lasse dich ab und zu hier übernachten”
Da er mir zu frech war zwickte ich ihn in die Seite. “Das erwarte ich doch!” ”Stellst du jetzt Forderungen?” ”Ich war schon immer Besitzergreifend” Der Satz passte zu der Umarmung daher musste ich kichern. “Damit kann ich leben” Da er mich so anstrahlte, konnte ich nicht anders und musste ihn einfach küssen. Von mir aus hätten wir damit nicht wieder aufhören müssen aber Rafa löste sich dann wieder von mir und sah mich mit großen Augen an. Ein wenig verwirrt war ich schon, es war als wollte er etwas sagen und weiß nicht wie er anfangen soll. Der Blick hatte echt was, ich könnte mich total vergessen wenn er mich so ansieht. Als er mit seiner Hand ein paar Haarsträhnchen aus meinem Gesicht strich, legte ich meine Hand über seine.
“Willst du etwas sagen?” Fragte ich dann leise aber direkt. Sein Lächeln erschien gleich wieder. “Wie kommst du darauf?” ”Ich kenne dich eben” Sagte ich nur mit einem frechen Lächeln. “Das ist ja auch das schöne, ich kann irgendwie nicht richtig glauben das du hier bist. Ich meine, das ist zu gut um wahr zu sein” Ich sah in seine Augen und schmolz auf der Stelle dahin. “Ich fühle mich als wenn ich wieder 16 wäre” Sagte ich mit einem breiten Lächeln und spürte wieder das Kribbeln im Bauch das ich immer kriege wenn ich Rafa sehe.
“Das geht mir schon länger so. Ich habe schon seit Ibiza die Tage gezählt bis ich dich wieder sehe. Ich hatte schon Entzugserscheinungen von dir” ”Mhh, früher haben wir uns ein bisschen öfters gesehen. Ist blöd das ich immer Urlaub machen muss und nicht mal länger hier bleiben kann” ”Würdest du länger bleiben wenn du Zeit hättest?” ”Wenn du hier bist schon. Ich habe eigentlich keine Lust auf eine Wochenendbeziehung weil ich es hasse wenn ich mich von dir verabschieden muss” Mir fiel erst nach ein paar Minuten auf, das Rafa gar nichts mehr gesagt hatte. Ich löste mich etwas aus seiner sehr bequemen Umarmung und sah in sein Gesicht. Er sah auf das Feuer im Kamin und schien Gedanklich ganz weit weg zu sein.
So Gedankenverloren sieht er irgendwie gut aus und obwohl ich ihn eigentlich nicht stören wollte, küsste ich ihn am Hals. Ich konnte nicht anders, es fiel mir schon schwer nicht gleich über ihn herzufallen, ich bekam nie genug von ihm. “Meine Mutter glaubt das du hier bist weil ich so erfolgreich bin”

In der nächsten Sekunde änderte sich meine Laune ein wenig. Hatte ich das eben richtig verstanden? Das war so heftig, das ich erst mal schlucken musste. Für den Moment war ich einfach sprachlos. Ich muss zugeben, das mich das gewissermaßen wirklich traf. Das sie ausgerechnet mir vorwirft das ich nur auf den Star Rafael Nadal aus wäre konnte ich nicht glauben. Früher kam ich eigentlich gut aus mit ihr, sollte ich mich wirklich so in ihr getäuscht haben? “Diana” Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und sah wieder zu Rafa.
Mir wurde das alles ein bisschen zu viel für den Moment. Ich wollte ein wenig weg rücken aber Rafa ließ mich nicht los, im Gegenteil, je mehr ich versuchte wegzurücken desto mehr umarmte er mich. “Ich weiß, dass es dir nicht darum geht. Ich kann mir echt nicht erklären wie die auf so was dummes kommt, ich kam nicht wirklich dazu genaueres zu erklären. Ich weiß, dass du die allerletzte wärst die auf mein Geld aus ist”
Ich war schon froh das Rafa das nicht auch glaubte aber das konnte ich wohl auch erwarten das er es besser wusste. So richtig freuen konnte ich mich trotzdem nicht. Nach ein paar Minuten hatte ich mich wieder etwas gefangen. Ich schluckte noch mal und sah ihn ernst an. “Hat sie das gestern Abend gesagt?” ”Sí, das war aber nicht der einzige Grund warum ich so sauer auf sie bin” Ich sah ihn nur an und war mir nicht sicher ob ich das hören wollte.
Was konnte da noch kommen um das zu steigern? “Was denn dann?” Fragte ich mit einem dicken Klos im Hals. “Sie fing wieder an mit Marina weil sie wohl nicht wahr haben will, das es vorbei ist mit ihr. Ich habe dann gesagt das ich mit dir zusammen sein will und nicht mit Marina...” Rafa ließ seinen Blick nach unten wandern und sah auf meine Hände. “...sí und dann hat sie gesagt das du ja sowieso nur mal hier her kommst um Urlaub zu machen. Die hat doch allen ernstes gefragt wieso ich mit dir zusammen sein will” Ich ließ das alles sacken und merkte dann das er mich wieder ansah und nach meiner Hand griff.
“Diana, ich liebe dich. Obwohl ich keinen Kontakt hatte zu dir konnte ich dich nicht vergessen. Ich meine, ich habe alle Freundinnen die ich nach dir hatte an dir gemessen aber du bist was Besonderes. Dich gibt es kein zweites mal. Du bist die einzige Frau mit der ich mir vorstellen kann länger zusammen zu sein. Als du im Sommer plötzlich hier warst, wusste ich gar nicht was ich zuerst denken soll. Ich hätte nicht gedacht das ich dich jemals wieder sehe und dann standest du plötzlich vor mir. Mir wurde dann erst später als du wieder weg warst klar, das ich mit dir zusammen sein will daher habe ich auch so genervt das du hier her kommen solltest, ich wollte dich einfach sehen. Es mag sich komisch anhören aber das mit Marina war schon vorbei als ich dich das erste mal wieder gesehen habe. Was auf Ibiza abgelaufen ist tut mir ja auch leid aber ich konnte nicht anders. Wenn du mich hättest abblitzen lassen hätte ich Pech gehabt aber ich hätte es mir nie verziehen wenn ich es nicht versucht hätte”
Ich brauchte ein paar Sekunden um zu realisieren was er eben gesagt hatte. Wie oft hatte ich mir gewünscht das von ihm zu hören! Es klang richtig gut, besser als vor sieben Jahren. Nicht das ich ihm das damals nicht glaubte aber ich wusste, das er es jetzt ernst meint. “Ich liebe dich Rafa” Sagte ich mit einem vorsichtigen Lächeln nach ein paar Sekunden. Kurz huschte ein Lächeln über sein Gesicht aber leider eben nur kurz.
“Ich habe wortwörtlich zu meiner Mutter gesagt das ich mit dir zusammen sein will weil ich dich liebe. Tja und dann hat sie gemeint das du nur auf meinen Erfolg aus bist. Damit war die Diskussion für mich sofort beendet” Ich sah schon an seinem ernsten Gesicht, das ihn das ziemlich beschäftigte. Was ich jetzt sagen soll wusste ich auch nicht so richtig. Vielleicht war das eine Verzweiflungstat von ihr das sie dachte das Rafa es sich noch mal anders überlegt wenn sie nur lange genug auf ihn einredet?
Sie hat sicher nicht damit gerechnet das er so reagiert. Ihr hätte aber doch klar sein müssen das er mich niemals mitgenommen hätte wenn ich ihm nichts bedeuten würde. Rafa hat noch nie jemanden nur aus Spaß seinen Eltern vorgestellt.

Da mir das schweigen zwischen uns zu unangenehm wurde, rückte ich so nah es ging an ihn und legte meinen Kopf auf seine Schulter. Mir war klar das nicht alle davon begeistert sind das wir zusammen sind aber ausgerechnet seine Mutter... Ich wäre die letzte Person die Rafa etwas Schlechtes will. Mir war's auch egal was er macht, das scheint seine Mutter nur nicht zu kapieren. Ich wäre auch mit ihm zusammen wenn er gar kein Geld hätte.
Ich hob meinen Kopf wieder von seiner Schulter und sah ihn an. “Wissen deine Eltern das ich auch auf Ibiza war?” ”No” ”Vielleicht war sie ja nur erschrocken mich zu sehen. Wenn sie nichts von Ibiza weiß, könnte es wirklich komisch aussehen” ”Bist du auf ihrer Seite?” ”No aber ich kann mir nicht erklären wie die auf so was kommt. Ich habe gar nichts gemacht. Vielleicht dachte sie du überlegst es dir noch mal” ”Ich liebe dich, es gibt nichts zu überlegen. Ich hätte damals als du weg musstest kaum so reagiert wenn mir das nichts bedeutet hätte und das müsste sie eigentlich wissen. Ich meine ich kann meine Gefühle nicht abstellen und das wir uns nicht gesehen haben ändert nichts daran” ”Schon aber das waren sieben Jahre. Ich meine, Menschen verändern sich, sie dachte sicher das wir keinen Kontakt mehr haben”
”Das ist mir klar aber ihre Reaktion ist unverzeihlich. Das fühlte sich an wie eine Ohrfeige” Ich legte meine Arme um seinen Hals und zog ein vorsichtiges Lächeln. “Das war ziemlich daneben das kann ich verstehen aber sie wird sich schon daran gewöhnen” ”Mich wundert deine Reaktion” ”Ich will nur nicht das du dich wegen mir mit deinen Eltern streitest” ”Was soll ich machen? So tun als wäre nichts gewesen?” ”No aber versuche mal dich in deine Mutter reinzuversetzen. Du tauchst aus heiterem Himmel nach sieben Jahren plötzlich mit mir auf. Dachtest du das es niemanden wundert? Ich weiß ja nicht was sie glaubt warum ich hier bin. Du weißt ja wie das ablief damals. Sie hat sicher Angst das so was noch mal passiert”
Je mehr ich sagte, umso zerknirschter wurde sein Gesicht. “Kann schon sein aber muss ich mir dann so was anhören von ihr?” ”Sie wusste sich sicher nicht anders zu helfen und war etwas überrumpelt” ”Ich hoffe das du Recht hast” ”Rede mit ihr und mache ihr klar, dass du es ernst meinst” ”Und wie wenn sie so antwortet?” ”Das meine ich. Erzähle doch mal alles, sage doch das ich auch auf Ibiza war und das ich im Sommer schon mal hier war. Ist doch sowieso egal jetzt wenn alles raus kommt” Sein Augenrollen fasste ich als Kapitulation auf.
“Ok, vielleicht hast du ja Recht” Ich zog gleich ein Lächeln. “Klingt doch schon besser!” ”Ich finde das trotzdem nicht ok was sie gesagt hat, alleine schon die Frage warum ich mit dir zusammen bin war dämlich” ”Das haben Eltern so an sich, die lieben es dumme Fragen zu stellen. Ich habe da auch viel Erfahrung gemacht” Langsam wurde sein Lächeln dann wieder breiter. “Du schaffst es echt jede noch so beschissene Situation so zu drehen das was gutes raus kommt am Ende” ”Das habe ich von dir. Denke an el mago Toni” ”Muchas gracias das du mich daran erinnerst!” Es gab da eine echt niedliche Geschichte vom Zauberer Toni.
Rafa war damals acht Jahre alt und lag bei einem Spiel 0 - 3 zurück. Da er aufgeben wollte hatte Toni behauptet das er zaubern könne und das er es regnen lässt damit Rafa sich ein bisschen erholen konnte. Natürlich glaubte Rafa das sofort und als es tatsächlich regnete sagte er zu Toni das er den Regen stoppen kann weil er jetzt gewinnt. Gewonnen hatte er dann auch tatsächlich und so kam Toni zu seinem Spitznamen hechicero.
Die Geschichte war seither zum running gag im Freundeskreis geworden. “Wie schade das ich dich da noch nicht kannte, das hätte ich zu gern gesehen!” ”Immer lache” Ich konnte leider nicht anders und hielt mir schon den Bauch vor lachen. “Es tut mir leid” Sagte ich halbherzig und lachte weiter. “Sollte es auch!” ”Warum?” Fragte ich unter weiterem kichern. “Wir könnten zum Beispiel getrennt schlafen” Ich nutzte mein ganzes schauspielerisches Talent und zog ein total schockiertes Gesicht. “No! Das geht doch nicht. Was glaubst du warum ich hier bin?” Inzwischen ging sein Grinsen vom einen Ohr zum anderen.
”Ach so ist das!” Sein Gesicht war so herrlich, ich würde am liebsten über ihn herfallen wenn er mich so an sieht. ”Mhh, so ist das. Wegen deiner Knieverletzung bin ich sicher nicht hier, darüber hätten wir auch am Telefon reden können” ”Warum bist du denn dann hier?” Da er mich so gespannt an sah, konnte ich nicht anders und küsste ihn verführerisch. “Lass dich überraschen” Flüsterte ich in sein Ohr während ich meine Hände unter seinem Hemd verschwinden ließ. “Ich liebe Überraschungen von dir” Kurz kam mir in den Sinn was ganz böses zu tun. Ich könnte ihn doch erst heiß machen und dann abblitzen lassen. Das würde nur daran scheitern, das ich mich selbst nicht mehr unter Kontrolle habe. Mir fiel es ja schon schwer die Situation unter Kontrolle zu halten.
Was ich meine ist das Rafa Küsse auf mir verteilt und ich dann alles um mich rum vergesse. Warum musste er auch immer so schöne warme Hände haben? Mir wurde es direkt wärmer, woran das wohl lag? Es ist doch immer das gleiche, Rafa übernimmt liebend gerne die Kontrolle daher war's auch schwierig ihn davon abzuhalten. Er schob mein Oberteil nach oben und verteilte Küsse rund um meinen Bauchnabel.
Das tat richtig gut und ich musste mich schon beherrschen ruhig liegen zu bleiben. Bevor ich dazu kam das total zu genießen hörte er aber auf. Ich kam wieder zur Besinnung und schlug meine Augen auf. “Wo willst du hin?” ”Wir ähm, sollten vielleicht besser nach oben verschwinden bevor Maríbel uns auch noch überrascht und darauf bin ich nicht sehr scharf” ”Ok” Ich stand auf und stolperte engumschlungen mit Rafa nach oben.

“Diana” Ich wurde aus einem leichten Dämmerschlaf gerissen und schlug meine Augen auf. Es war zwar dunkel aber es schien durch die Fenster etwas Licht rein. Rafa lag auf der Seite direkt an mir und sah mich an. Sein Blick verschlug mir kurzfristig die Sprache, so sah er auch aus als er Wimbledon gewonnen hatte. “Mhh?” Fragte ich dann leise. Statt etwas zu antworten küsste er mich sanft. Wenn er damit nicht gleich aufhört, komme ich nur wieder auf dumme Gedanken. Ich war sowieso eben total glücklich, am liebsten würde ich ewig in seinen Armen liegen bleiben. Er fuhr dann mit einer Hand durch meine Haare und sah mich an.
“Ich wünschte wir könnten uns öfters sehen” ”Warum? Bist du sexsüchtig?” Fragte ich trocken zurück. Seinem Lächeln nach zu urteilen verfehlte der Satz seine Wirkung nicht. “No aber mir fehlt das richtig. Ich habe keine Lust wochenlang darauf zu verzichten, das tut zu gut. Das ist das einzige negative an dem ganzen, wenn du hier bist wird mir nur bewusst auf was ich alles verzichte” ”Also doch sexsüchtig” ”Wenn du es so bezeichnen willst. Ich liebe dich und ich liebe es noch viel mehr mit dir zu schlafen. Die Nacht mit dir auf Ibiza, war irgendwie unrealistisch. Ich hätte nie geglaubt das ich die Chance bekomme dir zu zeigen das ich dich liebe”
Mein Gesicht wurde dann wieder Ernst weil das Thema war zu Ernst war um es ins lächerliche zu ziehen. “Wann ist dir denn klar geworden das du mich liebst?” “Mhh, gute Frage! Ich glaube in dem Moment als ich dich gesehen habe in Manacor, daher war ich auch so schockiert darüber dich zu sehen. Ich dachte ich wäre darüber hinweg aber mir wurde ziemlich schnell klar das es nicht so ist” ”Mhh, wenn das so ist, muss ich wohl öfters mal hier her kommen. Ich spiele doch gerne deine Freizeitbeschäftigung”
Sein freches Grinsen erschien gleich wieder. ”Das klingt ja fast so als würdest du das nur tun um mir einen Gefallen zu tun!” Ich musste kichern und küsste ihn kurz. “Wenn du das glaubst, kennst du mich wirklich schlecht” ”Vielleicht sollte ich ja petzen gehen” ”Klar, gehe doch zu deiner Mutter und sage ich würde nur mit dir schlafen um dich bei Laune zu halten. Dann bringt sie mich gleich persönlich um” ”Also das will ich mir besser gar nicht erst vorstellen. Die muss ja nicht alles wissen außerdem liebe ich es wie du mich in den Wahnsinn treibst” ”Mhh, lass sie ruhig in dem Glauben das wir Karten spielen” ”Du meinst so wie vor sieben Jahren oder wie? Ich bezweifle nur das uns die Unschuldsnummer jetzt noch einer abnehmen wird”
Als ich daran dachte wie seine Eltern reagiert hatten als er mehr oder minder um Erlaubnis gefragt hat ob ich bei ihm übernachten darf, musste ich gleich wieder lachen. Erst haben sie sich ja standhaft geweigert mich übernachten zu lassen aber Rafa konnte schon immer gut nerven. Sein Vater meinte es wohl besonders gut und nötigte Rafa zu einem oberpeinlichen Vater-Sohn Aufklärungsgespräch. Wie schade das ich da nicht dabei war, ich konnte mich kaum halten vor lachen als Rafa mir hinterher davon erzählte.
“Denke an deinen Vater!” Sagte ich dann nur mit einem amüsierten kichern. “Erinnere mich nicht daran! Das war ein Desaster! Peinlicher ging es ja wohl nicht mehr. Ich habe heute noch Albträume davon” ”Er hat es doch nur gut gemeint” ”Sicher, du wurdest ja dann auch nicht verhört. Ich kam mir vor wie im falschen Film, hätte nur noch gefehlt das er mit Bienchen und Blumentöpfen anfängt” ”Wenigstens hatten wir dann was zu lachen” ”Obwohl meine Mutter auch nicht schlecht war. Die sah mich an als hätte ich den Weltuntergang verkündet dabei wollte ich nur fragen ob du bei mir übernachten darfst. Hätte ich gewusst das meine Eltern dann gleich am Rad drehen, hätte ich das anders gemacht” ”Die hatten wohl Angst das sie neun Monate später auf eine Miniausgabe von dir aufpassen dürfen” ”Ich hatte nicht vor mit 16 mit der Familienplanung anzufangen”
In der Hinsicht war ich froh das ich keine 16 mehr war. Es hätte ja nur noch gefehlt, das seine Mutter mich dafür verantwortlich macht weil sie glaubt, dass ich Rafa zu irgendwas dränge.

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