Im Flur blieb ich stehen und dachte noch ein bisschen nach. Morgen sehen wir uns ja nicht mehr und wer weiß wie lange es dauert bis ich wieder mal neben Rafa schlafen kann. Egal wie sehr ich es will, ich könnte niemals gehen und freiwillig in einem anderen Zimmer schlafen. Außerdem wurde es mir ja auch wärmer und so langsam nervte es, das ich immer nur ein bisschen von ihm bekam. Auf die Dauer war das echt frustrierend.
Na schön es bringt ja alles nichts. Obwohl ich ihm den Triumph nicht gönne, drehte ich wieder um und lief zurück in sein Zimmer. Sein fragendes Gesicht machte Worte überflüssig. “Was ist?” Fragte er dann auch gleich. Kurzentschlossen legte ich mich wieder hin und umarmte ihn wieder. “Ich bleibe doch hier” ”Ah ja, jetzt plötzlich doch?” ”Ich würde zu gerne gehen aber ich kann nicht” ”Wieso nicht?” ”Weil es zu verlockend ist neben dir zu schlafen” ”Na wenn das alles ist...” Erst passierte nichts aber es hätte mich gewundert wenn er sich nicht zu einer Aktion hinreißen lässt. Bevor ich zu Ende darüber nachgedacht hatte, drehte er den Spieß um und verteilte Küsse auf mir. Das war noch nicht weiter gefährlich, das wurde es erst als er mir mein Oberteil auszog.
Seinem gierigen Blick nach zu urteilen konnte er es kaum erwarten. „Was soll das werden?“ Fragte ich nur so rein aus Interesse. „Weiß ich auch noch nicht so genau, lasse dich überraschen“ Mir kam es nicht so vor als wenn Rafa nicht wüsste was es werden soll.
Als ich wieder zu mir kam, war ich total glücklich. Endlich kriegte ich mal was ich schon so lange wollte. Es tat verdammt gut, ich war vorerst am Ziel meiner Wünsche. Rafa schafft es mich total glücklich zu machen. Ich hatte schon das ein oder andere mal darüber nachgedacht daher war die Realität umso besser. Mir hatte das richtig gefehlt. Ich war nicht hier um Rafa ins Bett zu kriegen aber ich liebe es mich in seinen Armen total fallen zu lassen. Da ich nicht genug von ihm kriegte, ließ ich eine Hand über seinen Bauch wandern während ich ihn am Hals küsste. Erst kam keine Reaktion aber dann bewegte er sich kurz.
“Mhh” Kam es leise, ich war mir nicht sicher ob er schläft oder nicht. “Schläfst du?” Fragte ich leise um ihn nicht wieder zu wecken falls es der Fall war. “Ich tue nur so” Kam es leise als Antwort. Wieso hat er dann so eine schläfrige Stimme? Ich musste kichern und umarmte ihn ein wenig fester. “Schön das du mich so langweilig findest” Ich wusste ja genau, das er ein paar Minuten Ruhe braucht, war nur gedacht um ihn zu ärgern. “Das war fantastisch, ich versuche nur eben Luft zu holen” ”Ist schon gut, wir können auch morgen weiter reden” ”Mhh” Er drehte sich auf die Seite und legte einen Arm über meinen Bauch. Kurz küsste er mich am Hals bevor er an meinem Ohrläppchen knabberte.
Ich konnte nicht anders und musste kichern während ich mit einer Hand durch seine Haare strich. “Hatte ich schon erwähnt, dass ich deine Hände liebe?” “No” “Dann weißt du es jetzt” “Schlafen wir?” ”Mhh” Wahrscheinlich schlief er 10 Sekunden später auch schon tief und fest. Bei mir ging das nicht so schnell. Ich sah ein paar mal im Dunkeln zur Seite, das war ja echt nicht zu fassen! Vor einer Woche hätte ich das nie für möglich gehalten! Erst das ganze mit Alex und Marina und dann schlafe ich praktisch als Krönung mit Rafa. Es war aber ein sehr beruhigendes Gefühl das er neben mir lag. Davon hatte ich schon länger heimlich geträumt.
Ich dachte nur eben darüber nach woran es lag, dass ich nicht von ihm los komme? Vor Alex hatte ich ja auch andere Freunde aber irgendwas fehlte mir immer. Leider gab es Rafa kein zweites mal. Oder lag es daran das Rafa damals mein erster Freund war? Natürlich war damals alles anders aber so was schweißt doch zusammen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand den ersten Freund vergessen kann.
Als ich am nächsten Morgen meine Augen aufschlug, musste ich sofort lächeln. Wenn ich neben Rafa aufwache, fängt der Tag schon sehr gut an! Nach der letzten Nacht blieb mir auch gar keine andere Wahl als vom einen Ohr zum anderen zu lächeln. Ich hatte es so nicht geplant mit ihm im Bett zu landen aber es hatte sich eben ergeben und ich bereute keine einzige Sekunde davon. Von mir aus können wir das bald wiederholen, das war zu viel des Guten!
Ich war sicher nicht sexsüchtig aber von Rafa kriegte ich nie genug. Es war doch ein sehr schönes Gefühl nicht immer nur daran zu denken sondern es dann auch umzusetzen. Ich wusste genau, das er nichts tun würde was ich nicht will, daher hatte ich auch kein Problem damit mich in seinen Armen total fallen zu lassen. Das war ja vor 7 Jahren auch einer der Gründe warum ich mit ihm zusammen war.
Ohne Vertrauen geht gar nichts und ich hätte sonst auch niemals mit ihm geschlafen. Ich hatte das sicher nicht gemacht um mitreden zu können oder um mir selbst was zu beweisen. Unsere Eltern haben wahrscheinlich sowieso nichts Schlimmes geahnt. Meine Eltern haben gar nichts gesagt und seine haben sich wohl gegenseitig eingeredet, dass wir schon nichts Unanständiges anstellen würden. Das störte uns auch nicht, sollten die alle glauben was sie wollen, am Ende ging es nur Rafa und mich etwas an.
Rafa war schon immer sehr überzeugend mit der Unschuldsnummer, das schaffte er jetzt auch noch. Er weiß genau, dass er nur ein breites Lächeln ziehen muss und das die Leute ihm dann alles mögliche abkaufen.
Ich war so richtig glücklich, ich könnte an die Decke hüpfen und laut schreien. Dabei versuchte ich schon mich zu beherrschen zumindest so lange Rafa noch schläft. Seine Haare waren total zerwühlt, er sah echt gut aus so. Als ich weiter über gestern Abend nachdachte, konnte ich aber nicht länger meine Finger von ihm lassen. Das ist unmöglich wenn er neben mir liegt und selbst wenn er schläft noch so unverschämt gut aussieht. Ich küsste ihn auf die Schulter und wartete. Er schlief seelenruhig weiter als wäre gar nichts gewesen, so hatte ich mir das nicht vorgestellt! Ich gab aber nicht so schnell auf und küsste mich weiter seinen Hals nach oben.
Inzwischen schien er auch aufzuwachen, seine Hand war zumindest an meinem Rücken. Ich hob meinen Kopf etwas und sah in sein Gesicht. Sein Lächeln war richtig schön, so sah er auch aus als er Wimbledon gewonnen hatte! “Bon dia” Sagte ich dann breit grinsend. Er drehte sich auf die Seite und umarmte mich. “Buenas días” Kam es mit einem breiten Lächeln. Wir blieben ein paar Minuten liegen und sahen uns gegenseitig an, ich könnte ihn stundenlang ansehen. Das Lächeln stand ihm richtig gut, von dieser depressiven Laune die er vor ein paar Tagen hatte war nichts mehr zu spüren. Da ich nicht anders konnte, strich ihn ihm ein paar Haarsträhnchen aus dem Gesicht und rückte so nah es ging an ihn.
Meinetwegen bleiben wir den ganzen Tag im Bett und machen gar nichts. “Ich könnte mich daran gewöhnen neben dir aufzuwachen” Mein Lächeln wurde sicher noch breiter falls das möglich war. “Das dachte ich auch eben!” ”Es ist total unfair alles! Kaum sehen wir uns ein paar Tage, müssen wir wieder nach Hause” Ja, daran dachte ich auch schon aber ich war ja nicht aus der Welt. “Es hat sich alles gegen uns verschworen” Meinte ich mit einem kichern, ich war zu glücklich um schlechte Laune zu haben. “Ich will nicht auf dich verzichten” Passend dazu sah er mich mit großen Augen und vorgeschobener Unterlippe an. Ich würde gleich noch anfangen mit heulen wenn er nicht aufhört mich so anzusehen.
“Dir wird keine Wahl bleiben aber wir werden uns schon wieder mal sehen” ”Versprochen?” Fragte er gleich. ”So schnell wirst du mich nicht los” Das Lächeln erschien gleich wieder bei ihm. “Ich dachte du wolltest erst mal nachdenken?” ”Du hast dir ja gestern Abend alle Mühe gegeben mich von dir zu überzeugen” ”Es hat dir also gefallen?” Ich rollte erst mal mit den Augen und sah ihn dann streng an. “Wenn du noch so eine Frage stellst, schlage ich dich!” ”Ich werde ja wohl noch fragen dürfen!” ”No, darfst du nicht. Erstens war die Frage dumm und zweitens brauchst du gar nicht so zu tun als wenn du nicht sowieso wüsstest das es mir gefallen hat. Die Unschuldsnummer brauchst du gar nicht erst versuchen bei mir” Sein Lächeln ging vom einen Ohr zum anderen. “Wäre ja auch blöd wenn ich es nicht merken würde no?” ”Du lachst aber so was soll es geben” ”Dann würde ich mir aber schon ein paar Gedanken machen” Ich sah auf die Uhr und dachte an Juli und Tomeu. Es war schon nach 10, die sind sicher längst aufgestanden.
“Stehen wir auf?” ”Da muss ich dich ja los lassen” ”Musst du nicht, Tomeu und Juli wird es nicht stören wenn du mich nicht los lässt. Die glauben wahrscheinlich sowieso, das ich es vorziehe bei dir zu übernachten” ”Wie kommen die nur auf so was...?” Ich musste gleich wieder lachen. “Aber echt! Eine blühende Fantasie haben die Leute. Die würden sowieso nicht glauben das wir in getrennten Zimmern schlafen, selbst wenn es stimmen würde nicht” ”Tomeu denkt doch sowieso das ich nur hier bin um dich zu sehen und ich hasse es wenn er recht hat” ”Tja, da wirst du dir wohl noch was anhören können” ”Oh ja, der wird ewig damit nerven das er es immer gewusst hat und so weiter” ”Bist du jetzt wenigstens glücklich?”
Sein Lächeln verschwand gleich wieder. ”Du nicht?” Fragte er zurück. “Doch, ich meinte, du müsstest doch am Ziel deiner Wünsche sein oder?” Ich hatte das nicht so gemeint um ihm was unterstellen zu wollen daher wollte ich es entschärfen aber sein ernster Blick blieb. Ich dachte er sagt was aber er setzte sich hin und drehte mir seinen Rücken zu. Kurz überlegte ich was das jetzt zu bedeuten hat. So richtig verstand ich die Art von Reaktion jetzt nicht. “Rafa?” Da er nichts sagte und mich auch nicht ansah, rückte ich näher zu ihm und umarmte ihn von hinten. “Ich bin nicht hier weil ich dich unbedingt ins Bett kriegen wollte” Sagte er dann leise in einer ernsten Tonlage. Inzwischen wurde bei mir so einiges klar. “So habe ich das nicht gemeint, ich weiß, dass du mich nicht als Trophäe betrachtest. Das sollte kein Vorwurf sein” Er legte seine Hände über meine und drehte seinen Kopf nach hinten zu mir.
“Das war so nicht geplant. Ich meine, mir ist völlig klar wie das aussieht, wenn ich meine Freundin abserviere und zwei Tage später mit dir im Bett lande” Ich rollte erst mal kurz mit den Augen. “Das muss ja keiner wissen außerdem war das ja jetzt nicht unsere erste Nacht zusammen. Es ist ja nicht so das wir uns nicht kennen” ”Trotzdem!” Er sah mich ja noch immer so zweifelnd an! ”Ich mache dir doch keinen Vorwurf, wir sitzen quasi im selben Boot. Ich wäre die letzte, die sich aufregen könnte. Bereust du es jetzt doch?” Ich hoffte nicht, da s er meine letzte Frage ernst genommen hat. Wenigstens erschien sein Lächeln wieder. “No, das ist ja das schlimme! Ich bereue keine Sekunde die ich mit dir zusammen bin” Das klang gut, das klang wirklich sehr gut!
Wenn ich Rafa so höre, kriege ich fast ein bisschen Angst vor dem was er noch alles sagt. Ich weiß, dass er nicht mit sentimentalen Floskeln um sich wirft um jemanden zu beeindrucken, wenn er so was sagt dann meint er es auch so. Ich zweifelte ja erst wie er sich das vorstellt aber wenn ich das richtig deute, will er mit mir zusammen sein egal zu welchem Preis. Wollte er mir nicht Zeit lassen? Indem er solche Dinge sagt, zwingt er mich unbewusst zu einer Reaktion.
Wir bequemten uns dann doch aus dem Bett und gingen erst mal frühstücken. Zu unserer Überraschung waren wir alleine. Da aber schon eingedeckt war, mussten Juli und Tomeu schon munter sein. Die waren aber nirgends zu sehen. Es war uns aber ein bisschen zu riskant da an der Zimmertür zu klopfen. Wer weiß was die da drinnen machen, ich wollte es eigentlich gar nicht genauer wissen. Gedanklich saß ich schon im Flieger nach Hause. Ein bisschen mulmig war mir schon. Wie würden meine Eltern wohl reagieren?
Und was würde Alex machen wenn er auf mich trifft? Ich wollte das eigentlich alles gar nicht aber da musste ich durch. Noch dazu hat Rafa keine Zeit in den nächsten Wochen. Wenn nichts dazwischen kommt, ist er bis Ende November unterwegs zu verschiedenen Turnieren also kann ich ihn frühestens Anfang Dezember wieder sehen. Das war echt lange und brachte mich wieder ins Grübeln. Ich will mit Sicherheit keinen Freund, den ich nur aller zwei Monate mal für vier Tage sehen kann. Ich glaube auch nicht das Rafa das Beziehung nennt.
Mir war natürlich klar, wie oft er weg ist, so richtig konnte ich mir das alles aber nicht vorstellen. Früher war das was anderes. Da hatte er zwar auch kaum Zeit aber er war zumindest auf Mallorca. Jetzt fliegt er um die ganze Welt, da kann ich nicht mal eben am Wochenende auf Besuch kommen. Es war auch nicht meine Absicht emotionalen Druck auf ihn aus zu üben. Mir ist durchaus bewusst, dass zur Zeit Tennis bei ihm an erster Stelle steht.
Ob er will oder nicht, er muss alles andere gewissermaßen unterordnen. Nur so hat er es auch bis an die Spitze geschafft, ein paar Opfer gehören eben dazu und eines davon war die knappe Freizeit. Es ging aber irgendwie auch, ich hatte mich irgendwann damit arrangiert gewissermaßen nur die zweite Geige zu spielen. Er hat das so zwar nie gesagt aber es war eine Tatsache und das gleiche trifft jetzt auch zu. In ganz dunklen Momenten wenn wir Stress hatten, habe ich ihn dafür verflucht das er Tennis spielt.
Er spielt ja nicht nur, er ist besessen davon, sein komplettes Leben wird von Trainingseinheiten, Turnieren und Flugplänen bestimmt. Zwischendurch ist dann noch das ganze andere Zeug was er nebenher auch alles noch macht. Umso mehr wunderte es mich, wie er so entspannt war und sich kaum was anmerken ließ von dem ganzen Stress.
Ich kam gedanklich wieder in die Realität und sah von meiner Tasse zu Rafa. “Sehen wir uns dieses Jahr noch mal?” Fragte ich erst mal ganz neutral. Wie von mir erwartet zog er ein breites Lächeln. “Das hoffe ich doch!” Ich hielt mich aber erst mal zurück mit der Begeisterung. “Und wann?” Hakte ich weiter nach. Inzwischen verflüchtigte sich sein Lächeln auch wieder. “Na ja, ich weiß noch nicht so genau” Kam es vorsichtig mit einem ausweichenden Blick. Ich trank einen Schluck und sah ihn todernst an.
“Du kannst es ruhig sagen. Ich weiß das du keine Zeit hast” ”Ich kann es nicht ändern. Ich meine, ich habe mir dieses Leben vor Jahren so ausgesucht. Ich kann jetzt nicht sagen das ich mehr Zeit für mich brauche” Das wollte ich hören! Wäre auch zu schön gewesen wenn er was anderes gesagt hätte aber damit hatte ich auch nicht gerechnet. Rafa steckt viel zu weit in dem ganzen drinnen, der könnte niemals kürzer treten, nicht in den nächsten Jahren. Ich gönne ihm ja auch den ganzen Erfolg nur zahlt er einen ziemlich hohen Preis dafür wenn er das selbst sicher auch anders sehen wird. “Ich ähm, weiß das du schwer beschäftigt bist” Sagte ich dann um die Lage etwas zu entschärfen. Rafa rückte um den Tisch bis er direkt neben mir saß. “Diana, mir ist klar, dass es nicht einfach ist. Ich will das nur vorher klarstellen damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Ich will mit dir zusammen sein aber ich kann mich nicht teilen. Es ist auch nicht meine Absicht dich zu irgendwas zu überreden, überlege dir das in Ruhe. Wenn du das alles nicht willst, könnte ich es auch verstehen. Dann sollten wir das aber gleich lassen bevor alles kaputt geht, denn dazu liegt mir zu viel an dir. Ich will nicht das du mir vorwirfst das ich zu wenig Zeit habe, privaten Stress kann ich nicht auch noch gebrauchen”
Ich sah kurz von ihm weg und holte tief Luft. “Ich will dir gar nicht vorwerfen das du zu wenig Zeit hast. Ich weiß, das du seit Jahren alles mögliche dafür tust um da zu sein wo du jetzt bist. Ich wollte nur allgemein mal fragen wie du dir das so vorstellst. Mir ist klar, das du nur bedingt Zeit hast. Ich verlange auch gar nicht von dir das du plötzlich Zeit hast. Mir ist klar, das du nicht tun und lassen kannst was du willst weil ständig irgendwelche Termine anstehen” Ich schnappte nach Luft und überlegte ob ich wirklich sage was ich denke aber vielleicht war jetzt der richtige Zeitpunkt bevor es zu spät ist. “Ich will nur nicht, das immer Wochen vergehen bis ich dich mal sehen kann” Sagte ich dann noch vorsichtig und senkte dann meinen Blick.
“Deswegen sollst du ja auch vorher überlegen ob du das wirklich willst. Ich weiß, was ich damit von dir verlange und ich will das eigentlich nicht aber mir bleibt keine Wahl” Ich sah ihn wieder an und sein Blick brachte mich gleich wieder zum schmelzen. Spontan schlang ich meine Arme um seinen Hals und zog ihn an mich. Etwas ließ ich dann wieder locker damit ich ihn ansehen konnte. “Ich lasse dich einfach nicht mehr los” Mit einem breiten Lächeln umarmte er mich erst und ließ dann seinen Kopf auf meine Schulter fallen. “Von mir aus” Hach, ich könnte Rafa stundenlang umarmen, es war zu schön. Von einem Räuspern wurden wir aber dann gestört. Ich schlug meine Augen wieder auf und sah zur Seite.
Juli stand im Türrahmen, neben ihr Tomeu und die grinsten beide um die Wette. Rafa hob dann auch seinen Kopf und sah zur Tür. “Wir ähhm, waren nur die Koffer immer einpacken” ”Klar” Sagte ich nur und konnte mir ein kichern nicht verkneifen. Wieso wurde Juli dann so merkwürdig rot im Gesicht wenn die nur Koffer eingepackt haben? Kurz sah ich zu Rafa, er hatte auch Mühe ein ernstes Gesicht zu machen. “Seit ihr dann fertig mit einpacken?” Fragte ich mit einem amüsierten Grinsen. “Ja” Kam es kurzangebunden von Tomeu. “Tja, ich muss auch noch einpacken” Meinte ich dann und stand auf. Das passte Rafa zwar nicht wie ich an seinem Gesicht sah aber ich musste wirklich noch einpacken.
Leider war die noch verbleibende Zeit viel zu schnell vorbei. Ich hasse es mich von Rafa verabschieden zu müssen aber ich werde ihn schon mal wieder sehen von daher ging es schon. Wenn wir jetzt großes Drama veranstalten wird es nur noch schlimmer, damit ist keinem geholfen. Ich wäre auch lieber hier geblieben aber es ging nun mal nicht und Rafa hat sowieso bald keine Zeit mehr. Meine gute Laune verschwand aber immer mehr je näher wir Deutschland kamen. Meine Mutter wollte mich am Flughafen abholen und ich hatte keine Ahnung wie ich ihr das mit Alex erklären soll. Von Alex hatte ich kein Lebenszeichen mehr gehört seit Rafa ihn rausgeschmissen hatte. Erst dachte ich Rafa hat überreagiert aber im Nachhinein war ich froh, dass er ihn rausgeschmissen hat. Das musste ich mir echt nicht bieten lassen.
Das Alex zuschlägt, hätte ich ihm nie zugetraut aber so konnte man sich täuschen. So richtig ernsthaft hatten wir uns auch noch nie vorher gestritten. Tja, das war es dann wohl. Von einer Hand auf meinem Arm wurde ich aus den Gedanken gerissen und sah zu Juli. “Alles ok?” Fragte sie besorgt. “Ja ja, ich dachte nur nach” Sagte ich und sah an ihr vorbei aus dem Fenster. ”Alex oder Rafa?” ”Meine Mutter” Antwortete ich und musste lachen. “Knapp daneben” Meinte sie nur mit einem Lächeln. “Ich bin ja nur gespannt wie meine Eltern reagieren” ”Machen können die ja nichts dagegen” ”Das nicht. Es wird sie vielleicht nicht so schockieren. Die Frage ist was sie sagen wenn ich sage das Rafa nicht ganz unschuldig daran ist” ”Haben sie was gegen ihn?” ”Nein aber sie haben keine Ahnung, das ich Kontakt habe zu ihm, die glauben noch das der Kontakt abgerissen ist” ”Dann ist die Überraschung doch umso schöner!” ”Mhh” ”Fliegst du da bald wieder nach Mallorca?” Spätestens jetzt verschwand mein Lächeln.
“Ich weiß nicht” Sagte ich ausweichend. Wie ich sah war die Verwirrung jetzt perfekt. “Wie? Ich dachte ihr könnt nicht die Finger voneinander lassen?” Ich rollte bei der Bezeichnung nur mit den Augen. “Ja aber er hat nie Zeit. Du kannst nach Mallorca fliegen wenn du Tomeu sehen willst, Rafa ist aber von 12 Monaten 10 unterwegs” Sicher zog ich ein etwas deprimiertes Gesicht aber das war ich auch. “Stimmt” Kam es dann nur leise. Immerhin schien sie jetzt zu verstehen warum ich an dem ganzen zweifle. “Ich habe keine Lust ihn nur einmal im Monat zu sehen” ”Hatte er früher mehr Zeit?” ”Nein, Rafa hatte noch nie Zeit. Da war er aber wenigstens am Wochenende in Manacor. Ich will nicht um die halbe Welt fliegen um ihn zu sehen und dann hat er vielleicht noch nicht mal Zeit. Manchmal verfluche ich Tennis echt, alles dreht sich nur darum” ”Ich glaube Rafa gibt's nur zusammen mit Tennis” Ich sah sie an und musste dann leicht lächeln.
“Leider. Vielleicht sollte ich ihn ja mal zu einer Entscheidung zwingen. Das kann ich mir aber auch sparen da ich schon weiß was er sagt” ”Du würdest nicht wirklich verlangen das er sich zwischen dir und Tennis entscheidet oder?” ”Nein, wenn ich das mache schießt er mich bis zum Rand des Universums. Ich weiß ja was ihm daran liegt, der ist todunglücklich wenn er eine Weile nicht spielen kann. Außerdem ziehe ich dabei sowieso den kürzeren weil bei ihm sowieso Tennis an erster Stelle steht” ”Bist du neidisch?” Ich schlug nach ihr und verzog absichtlich mein Gesicht.
“Ach was, ich bin es quasi gewohnt. Das ist schon so seit ich ihn kenne” ”Besser als in Konkurrenz mit einer anderen Frau zu sein” ”Daran brauchst du bei Rafa nicht denken. Ich würde mich auch kaum auf ihn einlassen wenn ich mir nicht sicher wäre das ich die einzige bin” ”Das wird schon werden irgendwie” Ja, ihren Optimismus konnte ich nicht so ganz teilen. Sie flog ja auch in 4 Wochen nach Mallorca.
Das war immerhin etwas, ich wusste ja gar keinen Zeitpunkt. Zuerst mussten wir aber wieder nach Deutschland. Es war verrückt, wir sitzen im Flugzeug auf dem Weg zurück und schmieden schon Pläne über die nächsten Besuche in Spanien. Hoffentlich hatte Juli Recht und es wurde wirklich irgendwie.
6 December 2009
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