20 December 2009

Chapter 22

Ich sah schon wie er leicht genervt mit den Augen rollte als er mich sah. “Bin fertig” Sagte ich breit grinsend und blieb vor ihm stehen ohne weiter auf sein Augenrollen einzugehen. “Ein Wunder” Kam es dann trocken. Ich sah kurz an ihm nach unten, er hatte auch Jeans an und dazu eine schwarze Jacke. “Ist es dir egal was ich anziehe?” Fragte ich übertrieben. ”Willst du eine ehrliche Antwort auf die Frage? Von mir aus musst du auch gar nichts anziehen” ”Ich denke nicht das deine Eltern davon begeistert wären” In der nächsten Sekunde ging sein Lächeln vom einen Ohr zum anderen. “Ich würde mich umso mehr freuen” ”Sieht dir ähnlich! Aber wir kommen ja auch mal wieder hier her, no?” ”Ich kann's kaum erwarten! Ich verstehe sowieso nicht, was ihr Frauen immer stundenlang im Bad veranstaltet. Du siehst doch auch so umwerfend aus”
Ich rollte mit den Augen und hakte mich bei ihm ein. ”Du verstehst das eben nicht! Lass uns gehen oder wir kommen erst morgen früh in Manacor an” ”Sí wie Madame wünschen” ”Wo ist eigentlich Maríbel? Kommt die nicht mit?” ”No, sie hat was Besseres vor außerdem wäre die drei Stunden lang im Bad, gegen die bist du noch schnell. Ich würde mich ja auch gerne drücken und mit dir hier bleiben aber ich bin ja sonst auch nie da. Meine Eltern haben mich sozusagen gezwungen da aufzutauchen. Nicht das du denkst ich ziehe eine Familienfeier einem gemütlichen Abend mit dir vor”
”Ich fühle mich geehrt” Meinte ich mit einem Augenrollen. Zu wissen das Rafa auch lieber hier bleiben würde nutzt mir leider wenig. Wir liefen also raus zu seinem Auto und stiegen ein.

Je näher wir nach Manacor kamen umso aufgeregter war ich. Wie würde seine Mutter wohl auf mich reagieren? Da ich ihn überredet hatte, hat Rafa wenigstens vorhin angerufen und gesagt das er noch jemanden mitbringt auch wenn er nicht sagte wen. Seine Eltern glauben jetzt sicher das Rafa eine neue Freundin vorstellen will und sind schon ganz gespannt. Er hätte doch wenigstens eine vage Andeutung machen können, ich bin ja gespannt wie sie auf mich reagieren. Mein Hals war schon ganz trocken als wir in Manacor vor dem Haus seiner Eltern ausstiegen. Ich sah am Haus nach oben und schluckte dann erst mal kräftig. Das ich hier noch mal mit Rafa zusammen stehe, hätte ich mir auch nie zu träumen gewagt.
Ein bisschen mulmig war es mir schon im Bauch, ich wollte das eigentlich gar nicht. Jetzt wo wir hier waren, könnte ich mich selbst dafür verfluchen das ich mich von Rafa überreden lassen habe. Freiwillig wäre ich niemals mitgegangen, ich mache das nur weil Rafa unbedingt will das ich mitkomme. “Alles ok?” ”Mhh” Machte ich nur mit einem nervösen Lächeln. Er nahm meine Hand in seine und zog ein breites Lächeln. “Hey, es wird schon schief gehen. Die kennen dich doch außerdem bin ich ja auch noch da” ”Hoffentlich hast du Recht” Ich ließ Rafa den Vortritt und lief ihm nach. Wir hätten auch Hand in Hand da auftauchen können aber wir mussten ja nicht gleich übertreiben. Rafa hatte zwar sicher einen Schlüssel aber er klingelte trotzdem.
Ich holte tief Luft und redete mir ein jetzt ganz ruhig zu bleiben. Nach ein paar Sekunden ging die Tür auf und seine Mutter Ana Maria sah uns an. “Hola Rafael” Sagte sie mit einem Lächeln und sah dann an Rafa vorbei zu mir. In der nächsten Sekunde entgleisten für einen Moment ihre Gesichtszüge aber sie lächelte weiter und versuchte sich nichts weiter anmerken zu lassen. “Diana? Das ist ja eine Überraschung! Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet” Ich sah mich zu einer Reaktion gezwungen. „Hola” Sagte ich erst mal nur und rang mir mühsam ein Lächeln ab. Mir war natürlich nicht danach aber the show must go on! Sie ließ uns rein und sah dann fragend zwischen mir und Rafa hin und her. Rafa zog sich seine Schuhe aus und sah dann zu seiner Mutter. “Kann ich das später erklären?” “Natürlich”
Mit einem Lächeln verschwand sie wieder in Richtung Küche. Ich blieb stehen und sah zu Rafa. Er zuckte nur mit den Schultern und zog sich seine Jacke aus. “Ich würde sagen die Überraschung ist uns gelungen” ”Mhh” Machte ich mit einem angestrengten Lächeln. Da hatte er mehr als Recht. Ich war mir nicht sicher, ob der Gesichtsausdruck als sie mich erkannte positiv oder negativ zu interpretieren war. So wirklich begeistert sah sie ja nicht aus als sie mich erkannte. Vielleicht mache ich mir auch wieder mal viel zu viele Gedanken.

Das Staunen war erst mal groß als auch die letzten verstanden hatten, das ich nicht so eine Art neue Freundin war sondern eine alte Bekannte wenn man das so bezeichnen will. Ich hätte selbst nie für möglich gehalten das ich hier noch mal bin. Früher war ich ja öfters hier aber das war lange her. Der Vater von Rafa Sebastían machte auch ein überraschtes Gesicht aber im positiven Sinne und nicht so verdächtig wie Ana Maria.
Wir setzten uns dann hin und machten gute Mine zum bösen Spiel, ich zumindest, Rafa schien sich gleich heimisch zu fühlen. Die Großeltern von Rafa und Toni mit seiner Familie waren ja auch noch da, ich fürchtete schon das der Abend sich lange hinziehen würde. Das war ja nicht wie in Deutschland das nach dem Essen jeder in seine Wohnung verschwindet. Nach spanischer Tradition konnte sich alleine das Essen über Stunden hinziehen.

Es fragte erst mal niemand wie es jetzt dazu kam das ich plötzlich mit Rafa hier aufgetaucht bin. Toni sah ab und zu interessiert zu mir aber ich ging mal davon aus das Rafa ihn schon vorher aufgeklärt hatte. Die sahen sich schließlich fast jeden Tag. Vielleicht warteten die ja alle auf eine Erklärung von Rafa aber der sah irgendwie nicht aus als wenn er vor hätte alles groß und breit zu verkünden. Im Gegenteil, er verlor kein Wort darüber wie es dazu kam das ich plötzlich hier bin. War schon merkwürdig, erst fleht er mich halb an das ich mitkomme und dann tut er so als wäre nichts gewesen. Vielleicht glaubt er ja, dass er die Zeit mal eben um sieben Jahre zurückdrehen kann und es nicht nötig ist große Erklärungen vor seiner Familie abzugeben.
Im Moment wurde ich nicht schlau aus seinem Verhalten. Ich wollte mich auch nicht zu sehr einmischen und dachte ich überlasse das Rafa, sind ja auch seine Eltern und nicht meine. Es lief eigentlich ganz gut und zum Essen entspannte sich die Stimmung etwas. Ich hoffte nur das nicht noch drei Gänge als Nachspeise kommen. Warum musste das auch ausgerechnet heute sein? Ich war schon nur drei Tage hier, da muss Rafa auch noch hier her fahren und einen auf happy family machen. Ich wusste ja, dass er auch lieber zu Hause in Porto Cristo geblieben wäre aber wie heißt es so schön, Tradition verpflichtet!
Kurz nach dem Essen verschwand Rafa und tauchte nicht mehr auf. Ich dachte er wäre auf Toilette aber dafür war er einen Tick zu lange weg. Irgendwann würde er sich schon mal wieder die Ehre geben hier wieder zu erscheinen also blieb ich sitzen und wartete. Seine Oma nutzte gleich die Gunst der Stunde um mich auszufragen wie es kommt das ich hier bin.

Ungefähr 15 Minuten nachdem er verschwunden war setzte Rafa sich wieder neben mich und sah mit einem todernsten Gesicht geradeaus über den Tisch. Kurz überlegte ich was das jetzt wieder zu bedeuten hatte und sah aus dem Augenwinkel zu ihm rüber. Irgendwas war los, ich konnte es förmlich riechen. Das etwas passiert war würde auch jemand sehen der Rafa nicht kennt. Um nicht so laut fragen zu müssen rückte ich ein wenig näher zu ihm.
“Alles ok mit dir?” Fragte ich leise und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. Er sah zu mir aber er machte sich nicht mal die Mühe ein Lächeln zu ziehen. “Du hast doch nichts dagegen wenn wir gehen, no?” So wie er das formulierte war das keine Frage sondern eine unmissverständliche Ansage das er sofort gehen wollte. Ich war noch damit beschäftigt zu überlegen woher sein plötzlicher Stimmungswandel kam.
“Jetzt sofort?” Fragte ich etwas verunsichert und sah ihn mit großen Augen an. Statt etwas zu antworten, stand er wortlos auf und lief in den Flur. Noch immer perplex stand ich auch auf und lief ihm nach. Mir kam es so vor als wenn er auf 300 ist, so wütend hatte ich ihn auch nur selten erlebt. Rafa gehört nicht zu der Sorte Menschen die schnell ausrasten aber wenn er es tut, dann so richtig. Ich beschloss vorsichtshalber erst mal nicht weiter zu fragen was los war. Da sein Vater dann in den Flur kam, verabschiedeten wir uns von ihm und gingen dann.

Ich holte tief Luft als wir aus dem Haus kamen und griff nach seiner Hand. “Was war los?” Fragte ich ihn ernst. Da wir jetzt alleine sind, kann ich ja mal direkt nachfragen. Er blieb immerhin stehen und sah mich an. “Können wir später darüber reden? Ich muss mich erst mal abregen” ”Ok” Wortlos liefen wir zu seinem Auto und stiegen ein. Während der Fahrt zurück nach Porto Cristo versuchte ich mir zusammen zu reimen was da eben vorgefallen war. Eine Weile war Rafa ja verschwunden und seine Mutter auch. Außerdem hat er sich nicht von seiner Mutter verabschiedet also glaube ich, dass es etwas mit ihr zu tun hat. Was sie gesagt oder getan hat weiß ich nicht aber Rafa hat es offensichtlich ganz und gar nicht gefallen.
Lag es etwa an mir? Das wäre die einzige Erklärung, die mir auf die schnelle einfiel. Ich wollte aber nicht, dass er sich wegen mir mit seinen Eltern streitet. Bis wir in Porto Cristo waren sagte niemand mehr ein Wort. Ich hielt es für besser ihn erst mal in Ruhe zu lassen. Mir war klar, dass es nur noch schlimmer wird wenn ich ihn jetzt auf biegen und brechen zwingen will zu sagen was los war. Früher oder später würde er es schon sagen. Natürlich störte mich das ganze schon. Ich hatte mir den Abend etwas anders vorgestellt. Das Rafa ein Gesicht zieht als wenn er gleich jemanden umbringen würde wollte ich auch nicht.
Ich dachte wir haben mal unsere Ruhe aber in der Stimmung wie Rafa eben war nutzte mir das auch nichts. Das war ja echt super gelaufen, jetzt zieht er ein Gesicht wie Weltuntergang und ich sitze da und muss noch überlegen was ich sage damit er nicht noch ganz ausflippt. Kurz dachte ich daran ihn abzulenken aber ich weiß nicht was er macht wenn ich jetzt versuche ihn zu küssen. Kann sein das regt ihn noch mehr auf. Andererseits hatte ich ihm doch nichts getan! Ich konnte nicht glauben, dass seine Mutter es schaffte ihn so aus der Bahn zu werfen das er jetzt miese Stimmung verbreitet obwohl er genau weiß, dass wir uns nicht so lange sehen können. Irgendwann hatte ich genug. Ich bin sicher nicht hier um ihn zu beobachten wie er minutenlang auf die selbe Stelle starrt und kein Wort sagt. Da ich aber nicht wusste was ich sagen sollte, stand ich einfach auf und ging nach oben. Das war doch auch ein eindeutiges Zeichen.
Ich ging in das Gästezimmer und setzte mich da auf das Bett. Wenn ich Glück habe erscheint er hier und wenn es dumm läuft, war es das für heute Abend. Das konnte doch echt alles nicht wahr sein, da freue ich mich seit Wochen darauf ihn zu sehen und jetzt das.

Zu meiner Überraschung erschien er tatsächlich zehn Minuten später und blieb mit einem zerknirschten Gesicht in der Tür stehen. Ich musste fast lachen, er sah echt herrlich aus so. “Komme her” Er kam langsam näher und setzte sich neben mich. Sein Blick war echt herzzerreißend. Er sagte nichts aber er ließ seinen Kopf auf meine Schulter fallen. Ich umarmte ihn und fuhr mit einer Hand seinen Rücken auf und ab. “Es tut mir leid” Kam es nach ein paar Sekunden leise. Da ich nicht gleich antwortete hob er seinen Kopf und sah mich wieder an. Immerhin war sein Gesicht nicht mehr so versteinert wie vorhin.
“Ich wollte das nicht. Ich weiß das du nicht lange hier bist und es tut mir leid das ich so eine Stimmung verbreite” Ein kurzes Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen. Bei dem Blick konnte ich sowieso nicht sauer auf ihn sein. “Schon gut, ist eben dumm gelaufen” ”Ich ähm wollte dich nicht dazu drängen so überstürzt zu gehen aber ich dachte wenn ich noch lange da bleibe explodiere ich. Du hattest dir den Abend sicher anders vorgestellt, ich mir selbst ja auch” Ich entschied mich dazu vorsichtig nachzuhaken was passiert war. “Hat es mit deiner Mutter zu tun?” Er wich meinem Blick kurz aus und sah mich dann wieder an.
“Mhh, sie hat etwas unverzeihliches gesagt. Ich meine, ich dachte das sie hinter mir steht und wenn es nicht so ist dann erwarte ich zumindest das sie meine Entscheidungen akzeptiert” Ich kaute auf meiner Unterlippe und zählte eins und eins zusammen. Rafa hatte mir doch vorher schon gesagt das er glaubt, dass seine Mutter nicht sehr begeistert über mein Erscheinen sein wird. “Ging es um mich?” Das er von mir weg sah und nichts sagte, deutete ich als ein klares ja. Ob ich es genauer wissen wollte wusste ich nicht.
In den folgenden Minuten entstand eine leicht unangenehme Stille. In meinem Kopf war ständig die Frage was sie genau zu ihm gesagt hatte das er so reagierte. Vielleicht hat sie auch im Affekt etwas gesagt was sie gar nicht so gemeint hat. Bis heute wussten seine Eltern ja nicht, dass ich überhaupt mit Rafa Kontakt habe. Ein bisschen hatte ich es geahnt, deswegen wollte ich erst ja auch nicht mitgehen. Ich hielt es aber für klüger das Rafa jetzt nicht noch unter die Nase zu reiben.

Der Abend war dann natürlich gelaufen. Ich hatte die leise Hoffnung das Rafa sich wieder beruhigt aber dem war nicht so. Wir verschwanden dann ins Bett und das war es dann auch. Ehrlich gesagt hätte mich ein bisschen mehr Nähe zu ihm nicht gestört. Ich war sicher nicht hier um ihn ins Bett zu kriegen aber nein sagen würde ich auch nicht. Wenigstens konnte ich neben ihm schlafen, das war doch auch schon mal was.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und mich umdrehte, lag ich zu meiner Überraschung alleine im Bett. Ich streckte mich erst mal und hob dann meinen Kopf. Die Tür war offen aber das half mir auch nicht weiter. Zu hören war nichts und zu sehen gab es erst recht nichts. Ich ließ meinen Kopf wieder in die Kissen fallen und schloss meine Augen wieder. Da dann aber doch Geräusche zu hören waren setzte ich mich hin und sah aus dem Fenster, wenigstens war es schönes Wetter. “Bon dia” Ich drehte meinen Kopf und sah Rafa breit lächelnd in der Tür stehen. Noch dazu sah es so aus als wäre er schon im Bad gewesen, er hatte jedenfalls etwas anderes an als letzte Nacht.
“Hey, warum stehst du so früh auf?” ”Früh? Es ist nach um neun” ”Ich hasse so eine Hektik am Morgen” Murmelte ich leise und gähnte erst mal. Er kam näher, setzte sich auf die Bettkante und küsste mich auf die Stirn. “Ich wollte dich nur nicht wecken außerdem weiß ich das du gerne ausschläfst” Ich verzog mein Gesicht und sah ihn mit großen Augen an. “Dabei habe ich mich doch darauf gefreut neben dir aufzuwachen und dann bist du weg!” Sein Lächeln wurde noch breiter. “Es tut mir leid. Ich verspreche, dass ich morgen liegen bleibe bis du wach bist” Ich legte meine Arme um seinen Hals und zog ihn nach unten bis er halb über mir lag. “Hast du heute Zeit?” ”Sí” ”Du hast den ganzen Tag nichts vor?” Fragte ich skeptisch weiter weil ich es nicht glauben konnte. ”Sí!” ”Lüge mich nicht an! Du hattest früher schon nie Zeit” ”Früher hatte ich auch keine Entzündung im Knie” ”So was dummes aber auch, da du ja jetzt nicht stundenlang Tennis spielen kannst müsste es dir doch langweilig sein oder?” ”No außerdem bist du ja hier, du lenkst mich prima ab” ”Und wenn ich nicht da bin lenke ich dich nicht ab?” ”Doch, irgendwie muss ich ja meinen Onkel quälen. Ich muss nur deinen Name sagen und der kriegt die Krise. Er hat mir übrigens verboten das ich dich zu Turnieren einlade” ”Warum?” ”Weil er glaubt, dass ich mich überhaupt gar nicht mehr konzentrieren kann wenn du da bist” ”Ich mache gar nichts” ”Das reicht schon aus außerdem würde ich sowieso nicht nein sagen wenn du mich irgendwo besuchen wältest. Ich weiß nicht ob der allen ernstes glaubt, das ich mich an seine Ratschläge halte” ”Gut zu wissen, um jetzt aber noch mal kurz darauf zurück zu kommen das du heute Zeit hast. Warum stehst du dann so früh auf?” ”Ich war munter und was sollte ich machen? Dich beim schlafen beobachten? Das bringt mich nur auf dumme Ideen und ich dachte das passt dir auch nicht” ”Tja, wie man es macht, macht man es falsch” ”Sí dafür ist das Frühstück aber schon fertig” ”Ist da was dabei was kalt werden kann?” ”Kann man ja notfalls wieder aufwärmen” ”Bueno dann entspanne dich mal ein bisschen” ”Ich bin es nicht gewohnt gar nichts zu tun” ”Es ist total schön, glaube es mir!” ”Faulheit ist eine der Todsünden” Ich zog ein fieses Lächeln und musste mir ein lautes Lachen verkneifen. Seit wann kümmert ihn so was? “Stimmt! Neid, Gier, Eifersucht und Sex gehören dann aber auch dazu”
Sein Lächeln wurde aber nicht etwa schmäler. “Das liegt an dir, du bringst meine ganzen schlechten Seiten zum Vorschein” Na das war wieder mal typisch für ihn, alle möglichen Leute sind schuld nur er natürlich nie. Er findet für alles einen Dummen. Ich schlug mit dem Kissen nach ihm und hielt ihn fest damit er nicht flüchtet. “Sage noch so was und ich schlafe nie wieder mit dir” ”Klar! Denke dir mal was neues aus. Damit hast du mir schon vor sieben Jahren gedroht nur habe ich es damals auch noch geglaubt” ”Du wirst schon sehen wo das hinführt!” Ich löste mich von ihm und quälte mich aus dem Bett um duschen zu gehen.

Als ich 20 Minuten später mal mit allem im Bad fertig war und eben die Treppen nach unten ging, klingelte es an der Tür. Ich lief weiter in die Küche und setzte mich an den Tisch, Rafa schien mit der Kaffeemaschine zu kämpfen. “Es hat an der Tür geklingelt” Sagte ich obwohl ich mir sicher war das er es auch gehört haben musste. “Weiß ich” Kam es nur ohne das er sich zu mir umdrehte. Blieb nur die Frage wieso er dann seelenruhig hier steht und nicht zur Tür geht. “Willst du nicht nachsehen wer es ist?” ”No” Kam es nur kurz als Antwort. Das kam mir irgendwie komisch vor.
Es klingelte noch mal aber Rafa tat als wenn nichts wäre. Ging es jetzt etwa wieder wie gestern Abend los das ich rätseln kann was in ihm vorgeht? Er setzte sich mit an den Tisch als der Kaffee fertig war und zog dann ein vorsichtiges Lächeln. “Ist was?” ”Du machst mir Angst!” Sagte ich mit einem Lächeln und musste dann kichern. “Wieso?” ”Ist das deine Art Fans los zu werden in dem du einfach alle ignorierst?” Langsam verschwand sein Lächeln dann wieder.
“Das waren keine Fans” Das ließ mir jetzt keine Ruhe mehr. ”Woher weißt du das wenn du nicht nachsiehst?” ”Es war meine Mutter, ich habe ihr Auto gesehen” Das musste ich erst mal ein paar Sekunden sacken lassen. Es war seine Mutter?! Warum er nicht öffnet war mir klar. Ich kannte zwar nach wie vor den genauen Grund nicht aber nachdem er gestern sich so aufgeregt hat über sie wundert mich seine Reaktion jetzt nicht.
Auf der anderen Seite war es seine Mutter und keiner von seinen Freunden mit denen man dann eben mal eine Weile nichts zu tun hat nach so einem Zwischenfall. Das er sie wirklich vor verschlossener Tür stehen lässt gab mir zu denken. Immerhin wusste ich, dass es etwas mit mir zu tun hatte. Das machte mich nur noch neugieriger den genauen Grund zu erfahren. War ja schön zu wissen, das Rafa hinter mir steht und sich wenn's sein muss auch mit seinen Eltern anlegt aber vielleicht übertreibt er ja ein bisschen.
“Aha” Sagte ich dann nur. Gerne hätte ich etwas anderes gesagt aber ich wollte nicht die Stimmung ruinieren in dem ich auf dem Thema rumreite. Ich hatte noch die Hoffnung das Rafa mir freiwillig sagt was vorgefallen war und das ich ihn nicht erst fragen muss.

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