20 September 2009

Chapter 9

Ganz langsam kam ich aus meiner Traumwelt wieder in die Realität zurück. Rafa setzte sich hin und zog sich sein Shirt wieder nach unten. Da sein Lächeln verschwunden war, ging ich mal davon aus das es das jetzt gewesen ist mit der ausgelassenen Stimmung. Zu schade, ich hätte zu gerne gesehen wie weit er gegangen wäre. Ich ahnte was er jetzt sagt und wollte es eigentlich gar nicht hören. “Es tut mir leid, ich weiss nicht wie es dazu kommen konnte” War es das? Es musste ihm nicht leid tun das er sich offenbar nicht unter Kontrolle hat. “So schlimm war's nun auch nicht” Meinte ich erstmal nur. “No im Ernst, ich wollte das nicht” ”So kam es mir nicht vor aber ist schon ok, du musst dich nicht rechtfertigen”
In der nächsten Sekunde verschwand sein Lächeln wieder blitzartig und wich einem todernsten Gesicht. “No es ist nicht ok!” ”Warum?” Fragte ich jetzt doch etwas verunsichert über seinen plötzlichen Stimmungswandel. “Weil du meine Exfreundin bist und weil du mich total durcheinander bringst. Ich habe eine Freundin und ich gedenke es dabei zu belassen. Das mit dir ist vorbei, ok? Ich wäre dir dankbar wenn du so was in Zukunft unterlassen würdest” Autsch, das fühlte sich an wie eine Ohrfeige. Moralisch gesehen war es das auch. So langsam verschwand meine gute Stimmung auch. Erst macht er mit und dann schiebt er mir die Schuld zu und sagt ich soll ihn in Ruhe lassen. Ich rückte von ihm weg und verschränkte meine Arme vor meinem Bauch. “Denkst du ich mache das absichtlich weil ich dich dann hängen lassen will?” ”Manchmal kommt mir das so vor sí!” Das war ja wohl die Spitze! Vielleicht sollte er auch einfach mal der Wahrheit ins Auge sehen. Er kann sich nicht von mir fern halten und wenn ich es drauf an lege kriege ich ihn auch.
Die Küsse von ihm sagten etwas anderes als das was er mir gerade einreden wollte. Mir war ja klar, dass es nicht so einfach gehen konnte. Oder um es auf den Punkt zu bringen, wir hatten sowieso keine Chance zusammen. Die hatten wir vor sieben Jahren nicht und die haben wir jetzt auch nicht. Manchmal glaubte ich das es einfach nicht sein sollte. Vielleicht riskierten wir auch zu wenig. Wie weit würde ich gehen um mit Rafa zusammen sein zu können? Vor Jahren hätte ich gesagt bis ans Ende der Welt. Das sah ich jetzt etwas anders, da müsste schon auch von ihm was kommen und das war leider nicht der Fall. Im Gegenteil, er hat ja eben klar gemacht wie er die Sache sieht.

Je länger ich da sass und darüber nachdachte umso verrückter erschien mir das hier alles. Dachte ich wirklich daran mit Rafa zusammen zu sein? Das war absurd! Dafür kannte ich ihn leider zu gut, der würde niemals einfach alles hinschmeißen und mit jemandem anderes durchbrennen. Er lebt hier falls er mal da ist mit seiner Freundin die ihn wohl aller ein paar Monate mal sieht und ist offenbar ganz glücklich damit. Vielleicht war ich neidisch aber was hatte ich auch erwartet? Das er keine Freundin hat und wartet bis ich mich mal bei ihm melde irgendwann? So ein Mist, es war immer so schrecklich kompliziert alles!
Am besten ich fliege nach Hause und denke einfach nicht mehr darüber nach. Die Gedanken der letzten Tage waren alle überflüssig gewesen. Fast hatte ich damit gerechnet das er mich abblitzen lässt und ein bisschen konnte ich ihn auch verstehen. Warum sagt er nur nicht gleich klipp und klar das er nichts von mir will? Es wäre doch nicht nötig gewesen damit zu warten bis ich ihn küsse. Es ging nur nicht in meinen Dickschädel rein das er mich abweist. Ich könnte mich jetzt auch rächen aber das bringt mir gar nichts, es macht nur alles noch schlimmer. Wieso musste ich ihn auch küssen? Ich hatte geahnt, das es nur alles noch komplizierter macht. Aber wenigstens lagen die Karten jetzt auf dem Tisch, war vielleicht auch ganz gut so.
Ich räusperte mich dann laut und stand auf ohne ihn anzusehen, es bestand kein Grund für mich noch länger hier zu bleiben. “Ich ähm, gehe dann mal” Ich schnappte mir meine Tasche und blieb erstmal stehen. Rafa blieb sitzen und sah mich an als hätte ich eben den Weltuntergang verkündet. Nach ein paar Sekunden sprang er auch auf und lief mir nach zur Tür. An der Tür blieb ich stehen und drehte mich zu ihm um. “Ich wünsche dir was. Ich meine, ich fliege ja bald zurück und ich glaube nicht, dass wir uns noch mal sehen bis dahin” Gerne hätte ich ihm jetzt auch mal so richtig meine Meinung gesagt aber es war sowieso egal also kann ich auch einen auf überhöflich machen. Rafa blieb stehen mit den Händen in den Hosentaschen.
“Mhh, dir auch” ”Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann mal wieder” ”Glaubst du das wirklich?” Wollte er eine ehrliche Antwort? Nein ich glaubte das natürlich nicht aber was sollte ich sagen? Ich wollte nur das Gespräch am laufen halten ohne dabei zu persönlich zu werden. Ich wollte nicht so ein Drama machen wie vor sieben Jahren obwohl das nicht mehr steigerungsfähig war. Ich zuckte dann etwas hilflos mit den Schultern und lächelte kurz. “Wer weiss” Sagte ich dann leise. Rafa sah mich mit einem nachdenklichen Blick an, er machte sich nichtmal die Mühe ein Lächeln zu ziehen. Eigentlich wollte ich auch gar nicht wissen was in ihm vorgeht.
Er hat mir ja eben unmissverständlich erklärt, dass mich das nichts mehr an geht. ”Ok, dann bis irgendwann” Sagte er zögerlich. ”Adíos” Antwortete ich nur und dachte kurz daran ihn zu umarmen, sicherheitshalber ließ ich das dann aber doch bleiben und ging einfach. Als ich am Tor war, drehte ich mich noch mal kurz um, Rafa stand noch in der Tür und sah mir nach. Bevor ich auf den Gedanke kam doch wieder umzukehren, lief ich weiter auf die Strasse.

Als ich am nächsten Morgen im Hotelzimmer aufwachte und mich umdrehte, war niemand zu sehen. Ich sah auf die Uhr, es war schon nach zehn und von Juli noch immer keine Spur. So fing also mein letzter Tag hier an. Morgen fliegen wir ja am frühen Nachmittag zurück. Ich ging erstmal ins Bad und dann alleine nach unten zum Frühstück. Da ich nicht wusste wann sie hier auftauchte, legte ich eine Zettel aufs Bett das ich am Strand bin und ging dann zum Strand.
Wahrscheinlich findet sie mich nichtmal wenn sie auch zum Strand kommt. Oder bleibt sie gleich bei Tomeu und ich sehe sie erst morgen wenn sie ihre Sachen einpackt? Es war zugegebenermaßen etwas langweilig alleine den ganzen Tag. Da hatte ich aber Zeit mal eine paar Karten zu schreiben auch wenn wir sicher eher wieder zu Hause sind als die Karten. Alex meldete sich auch mal wieder, er würde zum Flughafen kommen und uns abholen. Es war eigentlich geplant das meine Mutter uns abholt aber Alex hat wohl Entzugserscheinungen von mir und kann es nicht abwarten mich zu sehen. Das war echt der Horror!
Ich wusste gar nicht wie ich ihm gegenüber treten soll. So chaotisch wie meine Gefühle waren, wäre es mir am liebsten ich hätte mal meine Ruhe um in aller Ruhe nachdenken zu können. Er wird es aber nicht verstehen ohne den Grund zu kennen. Wenn ich ihm aber von Rafa erzähle, flippt er aus. Klar wäre er nicht begeistert wenn ich ihm sage, dass ich mir inzwischen nicht mehr so sicher bin was ich eigentlich will. Es war ja nicht so das es zwischen uns kriselte und mir Rafa gerade recht kam. Genau deswegen würde ihn so was umso mehr treffen und das wollte ich nicht.
Ich wollte nicht ihm auch noch das Herz brechen. Wenn er auch noch anfängt mir Vorwürfe zu machen, halte ich das nicht aus. Irgendwie musste ich aber mit ihm reden. Es stand schon fest, das ich nicht so tun kann als wenn nichts gewesen wäre. So gut konnte ich nicht schauspielern und er würde es sowieso merken das ich mich anders verhalte.

Zu meiner Überraschung war Juli im Zimmer als ich um vier den Strand verließ und ins Hotel zurück ging. “Hi, lange nicht gesehen” ”Ja, jetzt bin ich ja da” Gut, so wie sie lächelte war's wohl doch ganz gut gelaufen. Ich stellte meine Tasche ab und lief auf den Balkon die Handtücher aufhängen. “Und wie war's?” Fragte ich dann doch aus reiner Neugierde obwohl ich keine Details wissen wollte. “Sieht man das nicht?” ”Doch, ich frage nur so” Meinte ich breit grinsend. “Hast du was dagegen wenn er mitkommt nach Deutschland?”
Ich drehte meinen Kopf nach hinten damit ich sie sehen konnte. ”Was?” Fragte ich dann nur etwas überrascht. Hatte ich das eben richtig gehört? Tomeu will mit nach Deutschland kommen? Also das glaube ich erst wenn ich es sehe! “Mensch war Spaß, ich weiss das wir Morgen zurück fliegen. Ist richtig doof, das wir uns nicht schon vor zwei Wochen getroffen haben. Also ich meine, dass so lange Funkstille war” ”Ja und hättest du mich nicht genötigt damals bei Rafa aufzutauchen hätte er meine Nummer nicht und es wäre nie dazu gekommen” ”Da wir eben dabei sind. Wie war's denn bei dir?” ”Ach, nix besonderes. Bin dann kurz nach 12 zum Hotel zurück” ”Mit Rafa?” Die schien nicht aufzugeben! ”Alleine” Ich würde ihr natürlich nicht erzählen das ich noch bei ihm war und erst recht nichts von dem Kuss. Die erklärt mich glatt für verrückt. So glücklich war ich nicht darüber wie der Abend verlaufen ist das ich ihr gleich davon erzählen müsste.

Meine Freude sie zu sehen war aber nur von kurzer Dauer. Gleich nach dem Abendessen schwirrte sie wieder ab. Also sehe ich sie doch erst morgen am Flughafen wieder. Sie sah mich schon mit so einem flehenden Blick an aber ich sagte ihr das sie schon verschwinden soll. Es war unser letzter Abend hier und den hatte ich mir auch anders vorgestellt aber es war eben so. Ich kann verstehen, das sie die verbleibende Zeit lieber mit Tomeu verbringt auch wenn ich mich frage was passiert wenn sie ihn nicht mehr sehen kann.
Vielleicht kauft sie sich ja ein Dauerticket und fliegt jedes Wochenende hier her. Rein technisch wäre das ja gar kein Problem, zwei Stunden Flug und schon ist man hier. Ich setzte mich alleine an die Bar und schlürfte einen Cocktail bevor ich wieder nach oben ging. Einpacken muss ich ja sowieso also konnte ich es auch jetzt tun. War schon verrückt, da war ich nun auf Mallorca und verbrachte den letzten Abend damit meinen Koffer einzupacken. Das würde mir wohl niemand glauben. Meine Eltern denken sicher das wir es am letzten Abend noch mal ordentlich krachen lassen aber dem war nicht so. Einerseits freute ich mich ja auf zu Hause aber auf der anderen Seite könnte ich es hier schon noch eine Weile aushalten.
Das schöne Wetter und die Hitze den ganzen Sommer über, wie mir das fehlte in Deutschland. Am allerschlimmsten war es aber im Winter. Es ist nicht nur dunkel sondern monatelang kalt. Es kann auch auf Mallorca kalt werden es schneit da ja auch aber nur ganz selten und wenn dann ist es nur für ein paar Tage kalt. Diese Kälte Wochenlang zu ertragen war hart aber man gewöhnt sich an vieles mit der Zeit.

Mit etwas gedrückter Laune stand ich am nächsten Tag wieder alleine auf. Heute war es also soweit. Der Tag vor dem sich jeder Tourist fürchtet! Heute Abend sind wir bereits wieder in Deutschland, zurück im Alltag. Spätestens nach zwei Wochen wird es mir vorkommen als wenn ich nie im Urlaub gewesen wäre. Ich hatte zwar noch vier Tage Urlaub, da ich meine Sachen alle waschen wollte aber die werden auch schnell vorbei sein und was bleibt dann noch? Die Erinnerungen und Bilder an den Urlaub hier. Wenigstens hatte wir auch noch ein paar Ausflüge gemacht.

Ich hatte nicht nur meine Sachen gepackt sondern auch die von Juli, sie hatte ja besseres zu tun und mir war es langweilig. Es war alles schön feinsäuberlich verpackt, wir mussten nur noch zum Flughafen fahren und losfliegen. Ich sah auf meine Uhr und hoffte, das sie auch pünktlich hier erscheint. Der Flug ging 14:30 Uhr aber wir werden um 11 mit dem Bus hier am Hotel abgeholt. Als es an der Tür klopfte dachte ich so, na endlich! Wird ja auch mal Zeit das sie hier auftaucht. Ich öffnete die Tür in dem Glauben es ist Juli und starrte dann mit offenem Mund erschrocken geradeaus. “Hola, was machst du denn hier?” Konnte ich nach ein paar Sekunden überrascht fragen.
Das war nicht die Person die ich erwartet hatte. “Hola, darf ich rein kommen?” Rafa lief an mir vorbei ins Zimmer ohne meine Antwort abzuwarten. “Äh ja” Sagte ich dann perplex und drehte mich um die Tür nach ihm zuzumachen. Was macht der denn hier? Jetzt verstand ich gar nichts mehr. “Ich dachte nur es wäre Juli” Stammelte ich immer noch überrascht. Er sah auf die Koffer und dann zu mir. “Wann fliegt ihr denn?” ”In knapp vier Stunden. Ich warte eigentlich nur auf Juli das wir zum Flughafen können” Wortlos ließ Rafa sich auf dem Bett nieder.
Ich fragte mich noch immer, was sein Auftritt zu bedeuten hatte, ich konnte mir wirklich keinen Reim darauf machen. Nachdem wie das gestern Abend lief hätte ich nicht gedacht, dass ich ihn so schnell wieder sehe. Was ich jetzt tun sollte wusste ich auch nicht. Rafa machte einen leicht abwesenden Eindruck auf mich, irgendwas war los, ich sah es ihm förmlich an. “Darf ich fragen was du hier machst?” Fragte ich ihn dann vorsichtig. Er sah zu mir hoch und zog ein Lächeln aber es sah doch ziemlich nach Show aus, dafür kannte ich ihn leider zu gut. “Ich weiss auch nicht, hat sich schon erledigt” Kurz überlegte ich ob ich jetzt nachhake warum er wirklich hier ist aber ich entschied mich dagegen. Es wäre das Beste für alle Beteiligten wenn wir alles belassen wie es ist. Ich wollte nicht wirklich, dass er einfach so geht aber es war sowieso egal.
Wenn ich jetzt versuche ihn aufzuhalten interpretiert er das möglicherweise noch falsch. ”Wie du meinst” Sagte ich schließlich. Er stand auf und lief wieder zur Tür. “Ich gehe dann mal wieder. Guten Flug, bis irgendwann” ”Ähh ja ciao” ”Adíos” Ehe ich es mir versah war er wieder verschwunden. Ich blieb im Zimmer stehen und wunderte mich nur noch. Was war das denn? Allmählich glaube ich er dreht durch. Erst taucht er hier ohne vorher was zu sagen auf und dann ist gar nichts? Er kann mir nicht erzählen, dass er ohne Grund hier war.
Jetzt war es aber zu spät wo er weg war. Inzwischen bereute ich doch ihn nicht direkt gefragt zu haben. Ich wusste genau das er irgendwas vor gehabt hat sich dann aber wohl spontan umentschieden hatte. Vermutlich ging es um gestern Abend nur wieso sagt er dann plötzlich nichts?

Im nächsten Moment klopfte es wieder. Hat er es sich doch anders überlegt? Ich lief wieder zur Tür und öffnete. “Hola, da bin ich wieder” Juli strahlte mich breit grinsend an und kam ins Zimmer. “Hi, dann können wir los. Ist alles fertig gepackt” Sie lief zu ihrem Koffer und packte noch was ein. “War Rafa eben hier?” ”Äh ja, der hat echt einen schrägen Auftritt hingelegt” ”Wieso? Ich habe ihn übrigens eben getroffen unten im Hotel. Die Angestellten flippten total aus als die gesehen haben wer es ist. Ich hatte schon Angst das mich jemand verfolgt und fragt woher ich ihn kenne. Ich meine, ich habe mich ein wenig daran gewöhnt ihn zu sehen. Mir wird nur klar um wen es geht wenn ich die überzogenen Reaktionen der anderen sehe” “Du hörst dich auch schon an wie Rafa. Ihm wär's sicher am liebsten wenn alle so reagieren würden wie du, nach dem Motto, mir doch egal wer das ist. Ich weiss jedenfalls nicht wieso der hier war. Er ist vor zehn Minuten hier aufgetaucht und kaum das er hier war meinte er es hätte sich erledigt und ist wieder verschwunden” ”Du willst mir also erklären das er nur so hier war für zehn Minuten?”
“Äh ja” Im Moment konnte ich ihr nicht so ganz folgen. “Lass es mich anders sagen. Ich will dir nichts unterstellen aber es kann wohl nicht sein das er länger hier war?” Im nächsten Augenblick fiel bei mir auch der Groschen. “Du glaubst doch wohl nicht wirklich das er hier übernachtet hat!” Sagte ich vielleicht etwas zu empört. “Ist ja schon gut, war nur eine Frage. So abwegig ist das nun auch nicht. Ich meine, dein Blick Vorgestern war eindeutig” Ich verschränkte meine Arme vor dem Bauch und rollte mit den Augen. “Geht das schon wieder los? Außerdem wären wir dann ja nicht so blöd und wären hier her gegangen wenn er ein eigenes Haus hat oder? Ich meine, müsste ja nicht gleich die ganze Insel wissen” ”Bin ja schon ruhig! Und er hat nichts weiter gesagt?” ”Nein, ich habe echt keine Ahnung was der wollte oder wieso er hier war” ”Komische Sache!” ”Kannste laut sagen! Was machst du denn jetzt? Nächste Woche wieder herfliegen?”
Ihr breites Lächeln erschien gleich wieder. “Wäre zu schön um wahr zu sein. Nein ich weiss es noch nicht. Du kannst dir vielleicht vorstellen, das ich keine Lust habe nach Hause zu fliegen” ”Das kann ich mir in der Tat vorstellen, ja” Sie setzte sich in einen Sessel und liess ihr Gesicht hängen. “Ich weiss auch nicht, es ist so kompliziert alles. Wir können uns gar nicht mehr sehen und ich will ihn nicht aller paar Wochen mal sehen” Ein wenig wunderte mich das schon. Tomeu liess sich normalerweise nicht einfach festnageln. “Seit ihr schon bei der Frage wie ihr euch sehen könnt? Ich meine sieht Tomeu das auch so?” Etwas hilflos wirkte sie schon. “Ich weiss nicht genau, ich glaube schon” Na, das klang mir aber ziemlich verunsichert. Hoffentlich verrennt die sich da nicht in etwas. Ich beschloss aber da nicht weiter nachzuhaken ich wollte sie nicht noch mehr verunsichern und wenn sie jetzt Frust schiebt, habe ich auch nichts davon.

Zeit zum Grübeln blieb uns auch nicht, wir mussten los. Schnell noch auschecken aus dem Hotel und dann kam auch schon der Bus. Natürlich klapperte der erst noch andere Hotels ab bis es endlich mal auf die Autobahn ging. Noch knapp zwei einhalb Stunden bis zum Abflug. Am Flughafen war schon mächtig Betrieb als wir ankamen. Kein Wunder, es war Hochsaison und wahrscheinlich waren jetzt die Spitzenzeiten. 200.000 Passagiere pro Tag musste man erstmal abfertigen. Am check in Schalter hatten sich schon lange Schlangen gebildet.
Das ist der Nachteil wenn die Schalter nach Airlines und nicht nach Zielorten vergeben werden. Alle Abflüge stand auf einem Monitor an der Decke na super! Wir stellten uns brav hinten an und warteten bis wir mal an der Reihe sind. Mein Handy meldete sich auch mal wieder, das war sicher meine Mutter die fragen will wann wir genau da sind oder vielleicht auch Alex wegen dem Abholen. Ich kramte mein Handy aus der Tasche und sah auf das Display.
‘Rafa’ Zeigte es nur an. Oh nein! Nicht der schon wieder! Wenn der jetzt anruft und dann wieder nichts ist, kann er sein blaues Wunder erleben. Mir wurde das echt zu blöd langsam. Juli sah mich interessiert an aber ich rollte nur genervt mit den Augen. “Alex hat wohl mal wieder Entzugserscheinungen?” Fragte sie breit grinsend. “Schlimmer! Rafa” Sie fing gleich wieder an blöd zu grinsen. “Der scheint sich ja plötzlich sehr für dich zu interessieren” ”Der wird sich gleich wünschen das er nicht angerufen hätte. Wenn er jetzt wieder sagt, dass nichts ist, flippe ich aus” Ich drückte annehmen und ging ran.

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