3 September 2009

Chapter 3

Ich sah ihm nach und drehte mich dann wieder um als mir Juli wieder einfiel. Shit, die hatte ich total vergessen! Sie stand ein paar Meter seitlich von mir und lächelte breit. Ich lief näher zu ihr und zog ein peinlich berührtes Lächeln. “Sorry, ich hatte dich total vergessen” ”Habe ich mir schon gedacht auch wenn ich eben gar nichts verstanden habe” ”Das war Tomeu, echt verrückter Typ. Der war früher schon so ein Spaßvogel” Irgendwie wurde ihr Grinsen dann unverschämt. “Sehen alle deine früheren Freunde so heiß aus?” Ich brach gleich in schallendes Gelächter aus. “Er spielt gerne den Aufreißer. Von dem würde ich die Finger lassen, der will sowieso nichts festes. Das früher schon so und ich würde mich stark wundern wenn sich das geändert haben sollte bis jetzt” ”Sein Gesicht war jedenfalls schön als er dich sah” ”Kann ich mir vorstellen, meins war sicher nicht viel besser” ”Stimmt” Im nächsten Moment lachten wir beide laut los. “Er hat mich eingeladen morgen Abend in einen Club. Die anderen sind auch alle da” ”Gehst du da hin?” ”Ich weiss nicht wie die alle auf mich reagieren” ”Na die freuen sich doch bestimmt dich mal wieder zu sehen oder nicht?” ”Schon aber mein Ex wird auch dort sein” ”Oh” Kam es erstmal nur leise mit einem ernsten Gesicht. Juli kannte die Story mit Rafa, nur seinen Name nicht. “Ich weiss jedenfalls nicht ob es gut ist wenn ich ihn sehe” ”Denkst du er ist sauer? Ich meine, es war doch damals nicht deine Schuld das du hier weg musstest” Wenn es doch nur so einfach wäre! Juli verstand das Problem nicht. Was wenn ich meine Gefühle nicht im Griff habe? Und was wenn wir uns vielleicht gar nichts zu sagen haben? Ja es waren sieben Jahre vergangen und ich bin eigentlich glücklich mit meinem Freund liiert. Ich weiss aber das ich Rafa damals wirklich geliebt habe. Wäre das nicht so gewesen, hätte ich damals nicht fast ein Jahr gebraucht um mich mit der Trennung abzufinden. Direkt Schluss gemacht haben wir nie, es hat sich dann nur verloren alles. Meine Angst war das alles wieder hochkommt wenn ich ihn sehe. Es gab zu vieles, über das wir damals nicht geredet haben, es war doch schon schwierig genug gewesen alles. Ich war ganz froh, das es alles vorbei war und wollte nicht riskieren, das es noch mal zu so einer beschissenen Situation kommt. Was wenn ich wieder nicht von ihm loskomme? Vielleicht hat Juli aber auch Recht und nichts passiert. Es war genügend Zeit vergangen und mit ein bisschen Abstand war es alles halb so wild. Irgendwie wurde ich aber unruhig bei dem Gedanke Rafa morgen Abend zu sehen.

Am nächsten Tag stand ich tatsächlich Abends kurz vor um 10 vor diesem Club oder besser gesagt stand ich in etwas Entfernung und überlegte. Noch hatte mich niemand erkannt. Wenn ich jetzt wieder nach Porto Cristo fahre, musste ja nie jemand erfahren, das ich hier gewesen bin. Ich hatte mir schon den ganzen Tag den Kopf darüber zerbrochen ob ich hier erscheine oder nicht. Juli meinte dann nur ich hätte ja nichts zu verlieren und ich konnte ja jederzeit wieder gehen. Gut, sie hatte da schon Recht! Sie war ja noch nichtmal mitgekommen. Sie kannte ja keinen hier und spanisch spricht sie auch nicht. Ich sah dann ein, das sie sich wahrscheinlich nur langweilen würde wenn sie keinen versteht und sie wollte auch nicht ständig an mir kleben. Ok, wenn sie meinte, dann blieb sie eben bei den anderen Touristen in Porto Cristo. Hier stand ich also nun alleine in Manacor. Ich sah an mir nach unten und überlegte weiter. Um nicht zu sehr aufzufallen hatte ich einen weissen Rock an und dazu ein blaues Oberteil, ich wusste ja nicht wie die da alle angezogen sind aber von dem was ich sah war ich nicht overdressed. Nach ein paar Minuten dachte ich mir, was soll's?! Wenn es schief geht, habe ich eben Pech gehabt.

Ich ging in den Club und sah mich kurz hier um. Es war wie in einer Art Kellergewölbe und sehr groß war's auch nicht. Dafür waren hier schon ziemlich viele Menschen, gab's in Manacor nur diesen Club hier? Ich liess meinen Blick über die Menge schweifen auf der Suche nach mir bekannten Gesichtern. Eben als ich aufgeben wollte weil ich niemanden entdeckte, blieb mein Blick an jemandem hängen. Rafael Nadal! Ich sah ihn nur von hinten aber ich würde ihn aus einer Million Menschen heraus erkennen. Ich schluckte kräftig und spürte wie sich mein Hals zuschnürte. Bestimmt hatte ich auch eben einen ziemlich hohen Blutdruck. Ich musste sofort hier weg! Vor Schreck blieb ich stehen und war unfähig mich zu bewegen, mein Blick klebte förmlich an ihm. Plötzlich blieb er stehen und drehte sich um. Bevor ich in Deckung gehen oder flüchten konnte trafen sich unsere Blicke. Nein, ich kann das nicht! Wie von der Tarantel gestochen machte ich auf dem Absatz kehrt und rannte so schnell es ging zum Ausgang. Weg, weg, weg ich musste sofort hier weg! Einige sahen mir verwundert nach aber das war mir eben herzlich egal.

Als ich auf der Strasse war lief ich noch ein paar Schritte und blieb dann stehen. Erstmal ganz tief durchatmen! Nach ein paar Sekunden hörte ich Schritte hinter mir. Nein, ich würde mich nicht umdrehen! Ich will nicht hoffen das es Rafa ist, der mich eben verfolgt! “Diana” Die Stimme kannte ich sehr gut. Vor Jahren hätte ich alles dafür gegen Rafa zu hören. Warum konnte er mich nicht einfach in Ruhe lassen? Wieso musste er mich auch sehen? Ok, zum wegrennen war es jetzt zu spät, da musste ich nun durch. Ich holte tief Luft und fasste allen Mut zusammen bevor ich mich langsam umdrehte. Rafa stand direkt vor mir und sah mich mit großen Augen an. Sein Gesicht sah so aus als wenn er eben einen Geist gesehen hätte, bestimmt machte ich eben ein ähnliches Gesicht. Ich wusste absolut nicht was ich jetzt tun oder sagen sollte also starrte ich ihn einfach nur an. Wie oft hatte ich mir gewünscht ihn zu sehen und jetzt stand er vor mir! Kurz liess ich meinen Blick an ihm nach unten schweifen, er hatte blaue Jeans an und dazu ein weisses Hemd. Nichts spektakuläres aber er sah echt zum anbeißen aus. Wenn er dann noch sein berühmtes Lächeln zieht, könnte ich auf der Stelle schmelzen. So langsam erholte ich mich dann vom ersten Schock ihn zu sehen. “Hola Rafa” Stammelte ich als ich mich wieder etwas im Griff hatte. Mein Puls war immer noch auf 180 und warm war es mir auch. Aww, war das peinlich! Ich wünschte der Boden würde sich auftun und mich verschlucken oder noch besser, ich falle auf der Stelle tot um. Ich weiss nicht wie lange wir da standen und uns nur gegenseitig anstarrten ohne was zu sagen. Allmählich kam ich dann aber wieder zu Sinnen. Mir fiel dann wieder ein, das ich ja flüchten wollte. “Ich äh, muss dann auch mal los” Murmelte ich etwas verwirrt und wusste nicht so recht wie ich tun soll. Ich drehte mich um und wollte gehen, nur kam ich nicht weit, da eine Hand meinen Arm festhielt. Widerwillig blieb ich stehen und sah ihn wieder an. “Willst du wirklich schon gehen?” Aha, Rafa hat also die Sprache wiedergefunden. Ich schluckte wieder und sah in seine Augen. Er sollte vielleicht ein paar Schritte von mir weg gehen bevor ich etwas dummes tue! “Sí, ich kann das nicht” Stammelte ich leise und vermied es ihn anzusehen. “Was machst du hier? Ich meine, warum bist du dann hier her gekommen?” Ja, das war eine sehr gute Frage auf die ich im Moment auch keine Antwort hatte. “Ich äh weiss auch nicht, eigentlich wollte ich nur hier Urlaub machen. Ich meine, also hier nicht, eigentlich in Porto Cristo” Sagte ich nur mit einem Schulterzucken. Kann es sein, das ich eben totalen Mist erzählte und alles keinen Sinn ergab? Vielleicht sollte ich mich doch tot stellen? “Bueno, ich bin gleich zurück, versprich mir das du hier stehen bleibst und nicht wegläufst!” Ich blieb stehen und sagte gar nichts. Rafa drehte sich um und war in der nächsten Sekunde schon in dem Club verschwunden. Was machte ich hier eigentlich? Ich hätte nie hier her kommen sollen. Jetzt war die Chance schlechthin um zu flüchten bevor Rafa wieder auftaucht falls er überhaupt noch mal kommt. Das war gewissermaßen schockierend ihn plötzlich direkt vor mir stehen zu sehen nachdem ich ihn jahrelang nur im TV gesehen habe. Da er nicht hier war, konnte ich in Ruhe Luft holen und mich darüber ärgern was ich für dummes Zeug erzähle. Wahrscheinlich verhalten sich so auch seine Fans wenn die ihn sehen. Vielleicht sollte ich doch gehen damit ich nicht noch größeren Mist verzapfe. Bevor ich mir das gründlich überlegen konnte, sah ich Rafa wieder auf mich zukommen. “Komme mit” ”Wohin?” Fragte ich nur skeptisch und blieb stehen. “Lasse dich überraschen” Wenn er dann noch so unverschämt lächelt wie jetzt gerade kann ich sowieso nicht nein sagen.

Warum weiss ich selbst nicht aber ich ging mit ihm mit. Das war auch nur dem Umstand zuzuschreiben das ich Rafa kannte oder zumindest bildete ich mir das ein. Wir liefen um ein paar Hausecken zu seinem Auto und stiegen ein. Da ich nichts weiter sagte fuhr er einfach los. Das passierte alles nicht wirklich oder? Mir war das ein bisschen zu viel Nähe zu Rafa und vor allem waren wir hier alleine! Was neues war es auch, ich war ja noch nie mit ihm irgendwohin gefahren. Zu dumm, das das Auto nicht größer war und ich nicht weiter von ihm weg rücken konnte. Wie ich dann merkte, fuhr er raus aus Manacor. Es ging direkt in Richtung Porto Cristo. Wollte er mich zum Hotel fahren und dann wieder verschwinden? Keiner sagte ein Wort daher wusste ich auch nicht wo er hin wollte. Es war aber eine doch ziemlich merkwürdige Stimmung, es war so eine komische Spannung in der Luft. Ich sah zur Seite aus dem Fenster und vermied es Rafa anzusehen. Warum musste Juli auch unbedingt in Porto Cristo bleiben! Ich wünschte sie wäre jetzt hier oder irgendjemand anderes wenn schon nicht Juli.

Nach Porto Cristo fuhr er auch tatsächlich aber nicht zu meinem Hotel. Er wusste ja auch gar nicht in welchem ich wohne fiel mir dann so ein. Etwas außerhalb vom Zentrum hielt er vor einem Tor an und stieg dann aus um das Tor zu öffnen. Ein paar Sekunden später tauchte ein Haus auf umgeben von Palmen. Ich sah erstmal nur geradeaus und dachte nach. Es war total eckig, wie ein überdimensionaler Würfel mit Fenstern. Minimalistischer ging es nicht mehr, das war auf jeden Fall erst in letzter Zeit gebaut worden. “Was ist das denn?” Fragte ich dann, da ich das Haus noch nie zuvor gesehen hatte. “Mein Haus” Kam es trocken von der Seite. Sein Haus? Im nächsten Moment fiel mir ein, das er ja wahrscheinlich längst Millionär ist und sich so was locker leisten kann. “Ich dachte du wohnst noch in Manacor” Murmelte ich während ich das Haus betrachtete. “No, ich wohnte seit etwas über einem Jahr hier. Die Öffentlichkeit glaubt das ich bei meinen Eltern in Manacor wohne und von mir aus kann das so bleiben, hier ist es noch relativ ruhig” ”Als ich gestern in Manacor war, haben da welche Bilder von dem Haus gemacht wo deine Eltern wohnen” ”Das meine ich. Mir wär's zwar lieber wenn die nicht alle dahin fahren würden aber meine Eltern haben zum Glück kein Problem damit” Wir stiegen aus dem Auto und gingen rein. Ich blieb kurz stehen und sah mich interessiert um. Innen war auch alles modern gehalten mit Marmor und Glas. Wir liefen weiter nach draußen auf die Terrasse. Auf der einen Seite sah man das Nachbarhaus, auf der anderen Seite war alles dunkel. Da man die Wellen hörte, musste das Meer also in direkter Nähe sein. Rafa lief weiter zu einem Tisch direkt am Pool. Hier gab's ja direkt auch Korbmöbel, ich dachte schon es gibt auch eckige Sitzgelegenheiten. “Setz dich” Ich setzte mich hin während Rafa ins Haus verschwand. Jetzt, da er nicht hier war, konnte ich mal genauer gucken. Was er dafür bezahlt hatte wollte ich lieber nicht wissen. Häuser direkt am Meer sind auf Mallorca überall heißbegehrt und somit unbezahlbar. Mich interessierte auch viel mehr, was das jetzt hier werden sollte. Ich denke er hat heute Abend eine Feier? Wieso fährt er dann mit mir hier her? Und warum sind wir alleine?

Ein paar Minuten später erschien Rafa wieder mit einer Flasche Rotwein und zwei Gläsern in der Hand. Was wurde das denn? So langsam wurde mir das jetzt aber unheimlich! Er setzte sich dann mir direkt gegenüber und stellte mir ein Glas mit Rotwein hin. Langsam zog er dann wieder das breite Lächeln. “Hat es dir die Sprache verschlagen?” Ja, das hatte es wirklich! Seine Anwesenheit war schlicht und einfach zu viel für mich. Wenn er mich so anstrahlt, werde ich nur unruhig, das Lächeln wirkte auch nach sieben Jahren noch auf mich. “Ich war nur etwas schockiert dich zu sehen” Konnte ich dann schließlich sagen und zog ein verlegenes Lächeln. “Na ich war erst geschockt! Jahrelang höre ich gar nichts von dir und dann ruft Tomeu heute früh bei mir an und sagt er hätte dich gestern getroffen. Ich dachte der will mich mal wieder auf den Arm nehmen! Damit das du hier bist hätte ich nie gerechnet” ”Ich war auch erstaunt als er mich plötzlich ansprach” ”Er hat jedenfalls erzählt, das du hier Urlaub machst” ”Stimmt, meine beste Freundin wollte unbedingt sehen wo ich früher gelebt habe, tja und hier bin ich” ”Ich weiss gar nicht was ich sagen soll, ehrlich gesagt bin ich total überrascht” Ich sah es Rafa schon an, ich wusste doch selbst nicht wie ich anfangen sollte. War aber gut zu wissen, das es Rafa offenbar genauso ging. Ich krallte mich an der Lehne vom Sessel fest und rutschte unruhig im Sitz umher. “Dachte schon du bist nicht so begeistert mich zu sehen” ”Wie kommst du darauf?” Ich zuckte mit den Schultern und trank einen Schluck Wein. “Kann ja sein. Sieben Jahre ist eine lange Zeit” Ganz langsam verschwand sein Lächeln. Hatte ich etwas falsches gesagt? Ich wusste das es schwierig wird darüber zu reden. ”Stimmt schon aber hast du wirklich gedacht das ich dich vergesse?” War da so was wie ein Vorwurf in seiner Stimme? Ich wollte eigentlich nicht gleich wenn wir uns das erste mal treffen damit anfangen. ”Das habe ich doch gar nicht gesagt. Was ist denn nun mit der Feier heute?” Das breite Lächeln erschien gleich wieder. ”Die Umstände haben sich geändert” ”Tomeu meinte du willst deinen Wimbledonsieg feiern?” “Sí, so war es zumindest geplant” Ein breites Lächeln konnte ich mir dann auch nicht länger verkneifen. “Ist echt unglaublich was aus dir geworden ist. Ich bin kaum ein paar Jahre weg, da mischst du derweil grundlegend die Tennisszene auf und wirst zum Albtraum von Roger Federer” Ich dachte schon sein Lächeln könnte nicht breiter werden aber das war ein Irrtum! “Mir ist das selbst manchmal ein bisschen unheimlich. Ich meine, erst habe ich das nur als Hobby gemacht und jetzt kann ich mir von den Preisgeldern ganze Häuser kaufen” ”Mit so einer steilen Karriere kann ich nicht dienen” ”Was machst du denn?” ”Ich sitze im Büro bei einer Firma die Flugzeuge wartet, nichts spektakuläres. Ist immer das gleiche” ”Das ist es bei mir auch, nur immer an anderen Orten und mit anderen Menschen” ”Du kannst wenigstens dabei um die Welt fliegen” ”Ich will das aber nicht immer unbedingt. Ich wäre auch gerne mal länger hier und nicht immer nur im Winter für ein paar Wochen” Ich sah ihn an und sagte nichts mehr. Erst sehe ich Rafa jahrelang nicht außer vielleicht mal zufällig im TV und jetzt sitze ich hier und trinke mit meinem Exfreund Rotwein, das musste wohl Schicksal sein. Kurz kam mir mein Freund Alex in den Sinn. Der würde ausflippen wenn er das hier wüsste. Alles musste er ja nicht wissen und Rafa war eben interessanter. Mir kam wieder die Frage in den Sinn was aus mir und Rafa geworden wäre wenn ich damals nicht nach Deutschland gezogen wäre. Seit Jahren beschäftigte mich diese Frage schon. Vielleicht hätten wir uns schon längst getrennt wegen irgendwas, vielleicht wären wir auch noch zusammen. Wobei realistisch gesehen die Chancen das wir nicht mehr zusammen wären höher waren. Wer ist in dem Alter schon sieben Jahre mit jemandem zusammen? Das brachte mich nur dazu zu realisieren das es egal ist darüber nachzudenken weil es einfach vorbei war. Es brachte nichts vergangenen Zeiten nachzutrauern.

Als ich zufällig auf meine Hand sah wurde mir was klar... Alex hatte mir einen Ring geschenkt als wir genau ein Jahr zusammen waren. Er denkt sicher, das ich eben mit Juli irgendwo Party mache aber nicht, das ich meinem Ex einen Besuch abstatte. Gut man musste dazu sagen, das er gar nichts von Rafa wusste. Über das Kapitel meines Lebens wollte ich am liebsten gar nicht mehr reden. Ich hatte mir natürlich mehrfach überlegt was ich tue, je nachdem wie Rafa auf mich reagiert. Ich würde keinesfalls meine Beziehung riskieren für eine Reise in die Vergangenheit, die nur zwei Wochen dauert. Wobei, wenn Rafa mich so anlächelt wie jetzt gerade, könnte ich leicht ins schwanken kommen was meinen Entschluss betrifft. Da ich gerade über den Ring nachdachte fiel mir etwas ein. Ich hatte auch einen von Rafa, den er mir damals geschenkt hatte als er sein erstes Turnier gewonnen hat auf Mallorca. Natürlich hatte ich den Ring noch aber der war zu Hause schön verpackt in einer Kiste. Ich hatte mich schwer getan den Ring abzulegen, er hatte materiell keinen hohen Wert sondern eher emotional. Ich spielte etwas mit dem Ring an meiner Hand und sah dann zu Rafa. “Wohnst du eigentlich alleine hier?” ”No, Maríbel wohnt mit hier und gelegentlich meine Freundin” Eigentlich sollte ich froh sein das er eine Freundin hat, es hätte mich auch sehr gewundert wenn er keine hätte. Wenigstens brauchte ich da nicht auf dumme Gedanken zu kommen, war schon ganz gut so. Ich kannte ja Rafa, wenn er mit jemandem zusammen ist, dann hat niemand eine Chance bei ihm. “Dachte mir schon, dass das alles ein bisschen groß ist für dich alleine” Sagte ich mit einem gezwungenen Lächeln. So richtig wusste ich nicht, wie ich mich verhalten soll, die Stimmung war ein bisschen aufgeladen. Am liebsten wäre es mir wenn noch jemand hier wäre. Ich wollte nicht mit Rafa alleine sein. Wollte ich schon aber es war mir zu heikel. Ich trank den Wein dann aus und holte tief Luft. “Ich ähm, denke es ist besser wenn ich jetzt gehe” Rafa blieb sitzen und sah mich nur an. Da er nichts sagte, stand ich auf und lief ins Haus, immerhin kam er dann nach. “Soll ich dich nach Manacor zurück fahren?” ”No, mein Hotel ist gleich hier um die Ecke. Ich hole das Auto morgen ab” ”Ok, wie du meinst” An der Eingangstür blieb ich stehen und drehte mich zu ihm um. “Also dann, wir sehen uns vielleicht in den nächsten Tagen” ”Sí ich bin im Tennisclub trainieren, zumindest ab um zehn” “Jeden Tag?” ”Sí, ich kann es mir nicht leisten faul zu sein” ”Bueno, schönen Abend dann noch” ”Dir auch” Kurz überlegte ich ihn zu umarmen aber das war mir zu riskant. Da er mit den Händen in den Hosentaschen stehen blieb öffnete ich die Tür und ging dann.

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