Ich ging noch fix duschen und fiel dann ins Bett. Ah, endlich mal alleine! Ein ereignisreicher Tag neigte sich dem Ende entgegen. Man konnte auch sagen mein schlimmster Alptraum wurde wahr dabei lief es noch glimpflich ab. Was wird Alex jetzt wohl machen? Er ist sicher in einem Hotel irgendwo am Flughafen oder er hat noch einen Flug bekommen und ist vielleicht schon wieder in Deutschland.
Ich glaube nicht das er die zwei Tage noch hier bleibt und Übermorgen mit dem gleichen Flug wie ich fliegt. Er will mich sicher eine Weile lang erstmal nicht sehen. Ich bereute es schon das er es so erfahren musste, das er mich mit Rafa in flagranti erwischt wollte ich so nicht. Das war sicher besonders bitter für ihn. Ich kann aber nicht ständig auf die Gefühle von Alex Rücksicht nehmen.
Am nächsten Tag war ich etwas ruhiger, es tat gut mal eine Nacht über alles zu schlafen. Die Situation war noch so neu das ich mich erst daran gewöhnen musste das Alex weg ist. Als ich aufwachte dachte ich erst es war ein schlechter Traum aber mir fiel ziemlich schnell ein, das es die Realität ist. Nachdenken konnte ich aber auch zu Hause wieder also versuchte ich die letzten beiden Tage hier zu genießen, ich war hier her gekommen mit der Absicht mich zu Erholen.
Glücklicherweise liess Rafa ein bisschen locker. Kann ja sein der wittert Morgenluft und glaubt, das ich jetzt vom einen Tag auf den anderen eine neue Beziehung anfange oder so aber so einfach geht das nicht. Ich kann nicht nahtlos meinen Freund austauschen wie ein Auto oder so was. Außerdem wusste ich nicht mit Sicherheit wie Rafa sich das vorstellte. Will er tatsächlich das gleiche wie vor sieben Jahren? Das würde heißen wir machen einen auf total glücklich und vergessen die sieben Jahre dazwischen.
Der Gedanke war natürlich verlockend, wir hatten ja jetzt ein paar mehr Möglichkeiten als vor sieben Jahren. Immerhin konnten wir selbst entscheiden ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen. Zumindest hatte ich schon entschieden, das ich nicht mit Rafa nach Mallorca fahre für die zwei restlichen Tage. Ich musste zu Hause erstmal alles in Ordnung bringen auch wenn mir unwohl war bei dem Gedanke daran.
Da kommen sicher noch unangenehme Begegnungen mit Alex auf mich zu. Und dann wird Rafa nicht dabei sein aber ich kann ja notfalls Juli oder meinen Vater mit nehmen wenn es mir zu gefährlich wird mit ihm alleine zu sein. Auf das Gesicht meiner Eltern war ich schon gespannt, die würden Augen machen wenn sie erfahren das ich wieder einziehe.
Leider müssen wir morgen schon wieder nach Hause, wie schade das der Urlaub schon vorbei ist. Das war dann wohl endgültig der letzte Urlaub für dieses Jahr. Ich hatte ja auch nur begrenzte Urlaubstage und konnte nicht wochenlang frei nehmen. Juli zog auch schon so ein leicht depressives Gesicht den ganzen Tag. Wahrscheinlich dreht sie heute schon am Rad bei dem Gedanke, das sie Tomeu Übermorgen nicht mehr sehen kann.
Ganz so schlimm war's bei mir noch nicht, ich denke ich halte es eine Weile ohne Rafa aus. Etwas nachdenklich wurde ich schon als Tomeu mit Juli verschwand und ich mit Rafa alleine auf der Terrasse sass. Es war fast dunkel, auf dem Tisch standen zwei Kerzen, die alles in ein warmes Licht tauchten. Wie gerne würde ich in Deutschland auch bis spät in die Nacht auf dem Balkon sitzen! Das fehlte mir, es war mir echt zu kalt und ungemütlich in Deutschland zumindest in den Wintermonaten. Ich sah aufs Meer und liess meine Gedanken schweifen.
“Diana” Ich sah über den Tisch und rollte mit den Augen. “Was?” Rafa rückte näher und grinste schon so eigenartig. “Du willst wirklich morgen nach Deutschland zurück?” Ich konnte mir ein kichern nicht verkneifen. “Du gibst nicht auf oder?” ”No! Das ist auch der Grund warum ich die Nummer eins im Tennis bin, weil ich nie locker lasse” Ich schüttelte mit dem Kopf und lachte. “Die anderen Spieler hassen dich sicher” ”Ich tue was ich kann” Er stand auf und lief um den Tisch bevor er sich direkt neben mir nieder liess, er sass mir ja erst gegenüber. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und war gespannt was gleich kommt.
Da er aber nichts sagte, folgte ich seinem Blick zu meiner linken Hand. Der Ring! Das war der den Alex mir geschenkt hatte an dem Tag als wir ein Jahr zusammen waren. Den Ring hatte ich total vergessen! Ich schätze, den brauchte ich jetzt nicht mehr. Ohne groß nachzudenken machte ich ihn ab und warf ihn im hohen Bogen über die Terrasse ins Meer.
War mehr ein symbolischer Akt für das Aus mit Alex. Als mein Blick weiter zu Rafa wanderte, merkte ich erst das sein Lächeln einem ziemlich nachdenklichen Gesicht gewichen war. Der Blick gefiel mir gar nicht, da will ich ihn nur reflexartig umarmen. “Hast du eigentlich den Ring von mir noch?” ”Sí, der ist aber zu Hause. Ich könnte mich sowieso nicht trennen davon” Kurz huschte ein Lächeln über sein Gesicht aber das verflüchtigte sich dann wieder. “Ist echt viel passiert die letzten Tage” ”Kannst du laut sagen” Antwortete ich zögerlich bevor wir uns wieder anschwiegen. Vorhin war die Stimmung so locker und ausgelassen aber es drohte eben zu kippen.
Wenn wir jetzt depressive Stimmung verbreiten ist auch keinem geholfen. “Vielleicht beruhigt er sich ja wieder” Ich sah Rafa nur mit einem verständnislosen Blick an. Macht er Witze? Ich möchte Rafa mal sehen wenn ich ihm sage das ich es mir überlegt habe und doch Alex zurück will. Mir war völlig klar, das Rafa das gewissermaßen freut das Alex weg ist. “Wie würdest du denn reagieren an seiner Stelle?” Er nickte leicht und sah betreten nach unten auf die Fliessen. “Wahrscheinlich genauso” Ich schüttelte langsam mit dem Kopf und sah von Rafa weg.
“No, es gibt kein zurück. Ich hätte sowieso immer ein schlechtes Gewissen und ich weiss das er mir das ewig vorwirft” ”Nur wegen dem Kuss?” Ich schluckte überlegte ob ich jetzt sage was ich denke oder nicht. “Du weißt genau das es nicht nur der Kuss war” ”Wie lange wart ihr zusammen?” ”Knapp 1 1/2 Jahre” Länger als ich damals mit Rafa zusammen war aber vielleicht waren die knapp acht Monate damals ja nicht alles. Wenn ich so recht überlegte kenne ich niemanden, der nach sieben Jahren wieder mit dem Expartner zusammen ist.
Meistens entwickelt man sich in unterschiedliche Richtungen und es funktioniert dann einfach nicht mehr. Umso erschreckender fand ich ja das ganze hier ja auch. Ich hatte doch so meine Zweifel ob das überhaupt funktionieren würde mit Rafa und damit meine ich nicht das er so wenig Zeit hat. Ich wollte nicht das wir uns total überstürzt auf etwas einlassen was wir dann bereuen wenn sich rausstellt, das es doch nicht so einfach ist. Es war nicht meine Absicht alles zu ruinieren und genau das war meine Angst. Wenn das schief geht, gibt es kein zurück mehr.
Ich kam dann wieder zurück in die Realität. “Ich ähm, gehe dann mal nach oben” ”Mhh buenas noches” ”Dir auch” Ich zog ein kurzes Lächeln und ging dann. Heute gab es keine Küsse, auch keine auf die Wange, mir war eben nicht danach. Obwohl es mir schwer fiel, versuchte ich nicht ständig nachzudenken.
Als ich mit duschen fertig war und aus dem Bad kam, erschrak ich mal wieder zu Tode als ich Rafa im Dunkeln im Flur stehen sah. Mein Gott, wieso macht der nie Licht an? “Was machst du hier im Dunkeln?” Fragte ich und blieb vor ihm stehen. “Ich dachte nur nach” Er dachte nur nach? Und warum steht er dann im Dunkeln im Flur und geht dazu nicht in sein Zimmer? “Aha” Sagte ich nur, und war mir unsicher ob ich weitere Erklärungen dazu hören wollte oder nicht. “Hast du noch ein paar Minuten Zeit?”
Fragte er etwas unsicher und sah mich mit großen Augen an. ”Klar” Er lief mir nach in mein Zimmer und blieb vor dem Bett stehen. “Du kannst dich auch hinsetzen” Sagte ich während ich meine Sachen die ich vorhin getragen hatte zusammenlegte und im Koffer verstaute. Rafa setzte sich auf die Bettkante und er machte irgendwie einen merkwürdigen Eindruck auf mich, irgendwas beschäftigte ihn. Schweigend setzte ich mich dann direkt neben ihn und wartete.
“Ich habe gar keine Lust wieder nach Hause zu fahren” ”Warum nicht?” Fragte ich erstmal. “Ich habe keine Lust mich zu rechtfertigen” ”Musst du doch auch nicht” ”Du kennst ja meine Eltern” ”Was sollen die schon sagen? Ich meine, denen bleibt keine Wahl als deine Entscheidung zu akzeptieren oder?” ”Schön wär's!” ”Ich weiss ja nicht was deine Eltern für verdrehte Ansichten haben aber die können doch nicht von dir erwarten das du nur weil sie es wollen mit jemandem zusammen bist” Ich dachte sein Gesicht hellt sich mal ein bisschen auf aber das war ein Irrtum.
”Verstehe mich nicht falsch aber ich denke nicht das sie begeistert sind wenn du wieder auftauchst” Ich schluckte erstmal und liess das sacken. Das hieß also das seine Eltern nicht wussten das ich hier bin, meine wussten ja auch nichts von Rafa aber ich denke nicht das sie ein Problem mit ihm hätten. Das schienen seine Eltern ja anders zu sehen. “Warum?” Fragte ich nur mit einem kräftigen Schlucken. Soweit war es ja noch lange nicht aber ich wusste schon wie Rafa das gemeint hatte. “Ich kann meine Mutter schon hören. Die glaubt wahrscheinlich das du wieder einfach so verschwindest und das sie es dann ausbaden kann weil ich neben der Spur bin” Kurz musste ich die passenden Worte suchen.
“War es echt so schlimm?” Fragte ich leise und sah ihn von der Seite an. “Leider ja. Ich weiss das es der falsche Weg war aber ich habe mich total gehen lassen. Meine Mutter hat wohl heute noch Albträume wenn sie daran denkt” ”Ich will dich doch nicht absichtlich unglücklich machen” Er sah mich an und zog ein verzweifeltes Lächeln. “Ich weiss das doch!” Waren ihm andere Leute echt so wichtig das er dadurch von seiner eigenen Meinung abzubringen war? Ich kann ja verstehen, das er seine Eltern um Rat fragt aber das ging mir ein bisschen zu weit. “Es ist deine Entscheidung” Sagte ich ernst und sah von ihm weg. Wenn er schon bei seinen Eltern so ein Problem sieht, was macht er dann wenn die Presse das rausfinden sollte?
Wenn ich mit ihm zusammen bin, will ich auch sicher sein das er auf jeden Fall hinter mir steht. Soweit war's ja noch nicht aber wenn er jetzt schon so anfängt, zweifele ich nur noch mehr an dem ganzen. Vielleicht sollten wir es einfach lassen bevor alles kaputt geht.
Je länger er nichts sagte, umso unangenehmer wurde das für mich. “Es ist mir egal was meine Eltern davon halten” Kam es dann leise aber bestimmt. Ich zog meine Augenbrauen hoch und sah ihn vorsichtig von unten an. “Wirklich?” Er nickte leicht mit dem Kopf und zog ein vorsichtiges Lächeln. “Sí, ich lasse mir von niemandem in meine Beziehung reinreden. Das lief viel zu lange so. Ich will mit dir zusammen sein und es ist mir egal was andere davon halten” Mein Lächeln wurde langsam wieder breiter. So gefiel mir das schon viel besser!
“Ich überlege es mir” Antwortete ich mit einem frechen Grinsen. Sein Lächeln wurde gleich breiter. Mein Gesicht wurde dann aber gleich wieder ernst. Ich wollte ihn nicht so abspeisen nachdem er sich dazu durchgerungen hat mit direkt zu sagen das er mit mir zusammen sein will. Das er das direkt sagt, hätte ich so schnell nicht erwartet. Ich nahm seine Hand in meine und sah ihn an. “Rafa, ich weiss dein Interesse an mir wirklich zu schätzen. Ich will nur nichts überstürzen” ”Kann ich verstehen, ich will dich nicht unter Druck setzen, ich wollte nur das du das weißt” Aww, er war zu süß! Mein Lächeln ging sicher vom einen Ohr zum anderen, Rafa ist zu perfekt.
Es war doch schon mal ein sehr gutes Zeichen das er mir so weit vertraut das er mir sagt was er denkt und fühlt. Wenn er mich dann noch so ansieht, brennen bei mir alle Sicherungen durch. Spontan schlang ich meine Arme um seinen Hals und zog ihn so nah es ging an mich. Am liebsten würde ich ihn nie mehr loslassen. Die Frage ob ich mit ihm zusammen sein will oder nicht stand gar nicht, es ging nur um den richtigen Zeitpunkt. Ich müsste ja mehr wie blöd sein Rafa abblitzen zu lassen. Warum, wusste ich auch nicht genau aber ich war eben total glücklich. Etwas löste ich mich dann wieder von ihm. Sein Lächeln war ansteckend, das wollte ich sehen.
“Perdó, es überkam mich eben” ”Ich denke, damit kann ich leben” Ich drückte ihn nach hinten bis er auf dem Rücken lag und machte es mir seitlich direkt an ihm bequem. “Du bist zu nett zu mir” Ich dachte sein Lächeln kann nicht mehr breiter werden. “Weiss ich” Kam es dann trocken. Ich musste lachen und umarmte ihn wieder. Die Nähe zu ihm tat richtig gut, bei mir kribbelte es gleich wieder. Obwohl ich ihn schon einige Jahre kenne, kribbelte es richtig schön wenn ich ihn sehe. “Ich habe das richtig vermisst” Er drehte seinen Kopf und sah mich an. “Was?” ”Die Nähe zu dir” ”Das ließe sich ja ändern” Ich rollte erstmal mit den Augen und schlug scherzhaft nach ihm.
War ja klar, wie er den Satz wieder auffassen würde. Die Art von Nähe hatte ich jetzt nicht gemeint. “Das meinte ich nicht!” Versuchte ich ernst zu sagen, musste dann aber leider wieder kichern. “Du lügst mich an!” Jetzt musste ich richtig lachen. “Quatsch, das würde ich doch nie tun! Du musst ja nicht von dir auf andere schließen no?” ”Bueno, ich erinnere dich zum gegebenen Zeitpunkt daran” “Wenn's dich glücklich macht” Seinem Lächeln nach zu urteilen glaubte er mir kein Wort. Obwohl ich es hätte ja wissen müssen wie er den Satz auffasst. Hinterher ist man immer schlauer. Ich setzte mich hin und zog ein strenges Gesicht. “Dann kannst du ja in dein Zimmer gehen, ich würde jetzt gerne schlafen” Er blieb liegen und bewegte sich keinen Zentimeter. “Ich denke gar nicht daran aufzustehen” So faul wie Rafa da lag glaubte ich ihm das sofort.
“Bueno, dann gehe ich eben” Ich wusste schon was er vor hatte und sein Gesicht auf meine letzte Äußerung war echt gut! In der nächsten Sekunde stand ich auf und verließ das Zimmer ohne noch was zu sagen.
Ich freute mich schon als ich daran dachte was er jetzt für ein Gesicht ziehen wird. Er wollte es doch so! Von mir aus tauschen wir auch die Zimmer. Ich verschwand also in dem Zimmer das eigentlich Rafa zugeteilt war und machte es mir da bequem. Mühsam versuchte ich den Gedanke zu verdrängen, das Marina kürzlich hier auch mit geschlafen hat. Damals war alles noch in Ordnung. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor dabei waren seit dem ganzen erst zwei Tage vergangen. Um nicht auf dumme Ideen zu kommen machte ich das Licht aus und drehte mich auf die Seite. War auch besser, da sah ich das Chaos hier nicht mehr.
Rafa hatte ein Talent seine Sachen lose im ganzen Raum zu verteilen, Aufräumen war definitiv nicht seine Stärke. Ich lag kaum auf der Seite und hatte meine Augen geschlossen als ich hörte wie die Tür aufging. Ich schlug meine Augen wieder auf, es war alles dunkel. “Was willst du?” Fragte ich gleich. “Hab's mir nur anders überlegt, ich ziehe es doch vor in meinem Zimmer zu schlafen” ”Ach so und ich dachte schon du verfolgst mich” ”No aber keine Angst, du kannst hier bleiben. Ich bin da großzügig” Ich würde jetzt mit dem Kopf schütteln aber das sah er ja nicht im dunkeln. Wenn ich den in die Finger kriege!
“Soll ich mich auch noch dafür bedanken?” Fragte ich absichtlich überspitzt. “Später” Er kam dann näher und setzte sich erst auf die Bettkante bevor er neben mir lag. Das war noch nicht alles, er meinte das ihm auch ein Teil von der Decke zusteht. Hallo? Wo kommen wir denn da hin? Ich zog hartnäckig am anderen Ende und wollte nichts abgeben von der Decke. “Diana!” Kam es dann streng im Dunkeln. “Was?” Fragte ich in der gleichen Tonlage zurück. Bevor ich wusste was los war, zog er kräftig an der Decke und ich hatte nichts mehr zwischen den Fingern. War ja klar, das ich den kürzeren ziehe dabei. Ich hatte Mühe nicht laut zu lachen und setzte mich im Dunkeln hin. “Es wird kalt!” Beschwerte ich mich sofort in einer trotzigen Tonlage. “Du kannst gerne näher rücken” Na warte, dem wird das lachen schon noch vergehen! Ich rückte näher an ihn und versuchte einen Teil der Decke zu ergattern.
Inzwischen lag ich doch fast direkt an ihm, das wollte er ja auch erreichen, vermute ich mal. “Bist du zu allen Frauen so nett?” ”Sí, ich habe ein großes Herz und kann so schlecht no sagen” Ich schlug wieder nach ihm, er hatte es auch verdient! “Autsch, würdest du bitte aufhören ständig nach mir zu schlagen?” ”Erstens hast du das verdient und zweitens schlage ich gleich so richtig zu!” Bevor ich erneut ausholen konnte, hielt er mit seiner Hand meinen Arm fest. Ich habe doch sowieso keine Chance gegen ihn!
Er musste mir nicht beweisen das er mir kräftemäßig überlegen ist, ich hätte es ihm auch so geglaubt. Das sich das ganze trainieren auszahlte sah man ja auch so. “Fasse mich nicht an!” ”Du zwingst mich” Ok, so kriege ich ihn nicht aber hey, dann versuche ich was anderes, früher oder später gibt er schon nach. Wenn ich richtig gehässig wäre, würde ich an seinen Schwachstellen ansetzen. Zu dumm das wir schon mal zusammen waren und ich genau weiss wie ich ihn ärgern kann.
Ich befreite meinen Arm aus seinem Klammergriff und versuchte ihn zu umarmen. Leider hatte er etwas an, das bisschen Stoff von seinem Shirt war schon zu viel Stoff zwischen uns. Ganz dreist zog ich es etwas nach oben und liess meine Hand darunter verschwinden. Das war doch gleich viel besser um nicht zu sagen es war fantastisch! Wie schade das es dunkel war, bei dem Anblick würde mir sonst jetzt das Wasser im Mund zusammen laufen aber meine Fantasie reichte aus und wozu hatte ich Hände?
Ich könnte auf extrem dumme Gedanken kommen, es war sehr verlockend. Ich würde sehr gerne Küsse von oben bis unten auf ihm verteilen. Obwohl ich es nicht beabsichtigte, wurde es mir etwas wärmer. Sehr gerne würde ich ihn komplett ausziehen und dann vernaschen. Eine Reaktion von ihm blieb auch nicht lange aus. Erst schnappte er nur nach Luft und dann wurde er leicht unruhig dabei war ich noch lange nicht fertig mit ihm! Hätte mich auch gewundert wenn er nicht darauf regiert. “Höre auf!” Kam es dann doch irgendwann und ich dachte allen ernstes er gibt schon auf! Von mir aus spielen wir das ganze noch ein bisschen weiter.
“Warum?” Fragte ich scheinheilig und hörte natürlich nicht auf. Wer weiss wann ich wieder mal die Gelegenheit habe! “Das bringt mich nur auf dumme Gedanken” Ja von wegen, er sah schon so aus. Ja, es war dunkel aber nicht total, ich konnte sein Gesicht jedenfalls sehen. ”Die hast du doch sowieso schon” Antwortete ich frech und küsste ihn verführerisch am Hals. Zur Strafe hielt er meine Handgelenke fest. Ich lag inzwischen schon halb auf ihm und musste kichern. “Ich sage es dir! Höre auf oder ich garantiere für nichts mehr!”
Sollte das eine Drohung sein? Ich wollte ihn zu gerne weiter ärgern aber es ging schlecht da er ja meine Arme festhielt. Je mehr er sich sträubt, umso mehr will ich ihn. Da ich es nicht lassen konnte, küsste ich ihn am Hals. Er versuchte erst sich zu wehren aber es gab kein entkommen, nicht wenn ich über ihm liege. Langsam küsste ich mich seinen Hals nach oben und knabberte dann an seinem Ohrläppchen, ich wusste doch genau das es ihm gefällt! Meine Arme liess er dann wieder los und seine Hände schienen sich selbstständig zu machen und verschwanden unter meinem Oberteil an meinem Rücken. Da es ihm wohl zu lange dauerte, kürzte er das ab und küsste mich leidenschaftlich. Huh, wieso war es denn plötzlich so heiss?
Ich konnte mich kaum retten vor seinen Küssen. Fast kam es dazu das ich total die Kontrolle über mich verloren hätte aber eben nur fast. Rafa schien es schon egal zu sein, ich wurde das Gefühl nicht los, das ich mit ihm machen könnte was ich will.
Das Gefühl war richtig gut! Es eilt ihm der Ruf voraus, das er niemals aufgibt. Umso schöner war es das er sich durch ein paar Küsse an den richtigen Stellen total gehen lässt. Da ich ja nicht ruhig auf ihm lag, schien das irgendwie Auswirkungen zu haben bei ihm, es war offensichtlich das sich was tut bei ihm. Obwohl ich nicht aufhören wollte damit, löste ich mich wieder von ihm und grinste ihn gehässig an. “Ich wünsche dir eine gute Nacht und träume was schönes!” ”Was?” Kam es mit einem leicht schockierten Gesicht.
“Du hast mich schon verstanden” ”Du kannst doch jetzt nicht einfach gehen!” “Warum nicht? Du kannst mit deinen Händen auch noch andere Dinge machen als nur Tennis spielen. Denke mal drüber nach!” Sein Gesicht darauf hin war so herrlich, ich konnte mich kaum halten vor lachen. “Wenn du jetzt gehst, wirst du es bereuen!” Kam es dann noch ernst. ”Warum gleich so aggressiv?” Da er nichts sagte und mich nur mit großen Augen ansah, nutzte ich die Chance und stand auf.
Er dachte wohl noch immer das ich Scherze mache aber bevor er es sich versah, war ich schon aus dem Zimmer verschwunden.
29 November 2009
22 November 2009
Chapter 18
Als eine Hand an meinem Arm war, erschrak ich und schlug ich um mich zur Verteidigung. Was will der jetzt noch? “Diana, ich bin es“ Ich schnappte nach Luft und sah Rafa vor mir knien. Er hielt meine Hände fest und sah mich besorgt an. “Was hat er gesagt?” Ich sah zur Seite und schniefte. “Das er mich nicht mehr sehen will” Rafa setzte sich neben mich und umarmte mich. Ich lehnte mich an ihn und schloss meine Augen. Mal wieder war Rafa zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein paar Tränchen flossen auch noch, das war zu viel alles.
Wenigstens kann mir nichts passieren wenn Rafa hier ist. In dem Moment war ich echt froh das er hier ist, es war gut zu wissen das ich mich in seinen Armen gehen lassen kann. Obwohl wir uns länger nicht gesehen hatten, änderte sich nichts daran das ich ihm blind vertraue. Bei Alex war ich mir da inzwischen nicht mehr so sicher, das er so ausrasten kann war mir neu und machte mir auch ein bisschen Angst. Wer weiss wozu der noch fähig ist. “Es tut mir leid wie das gelaufen ist” Erstmal sagte ich nichts. Als seine Hand über meine Wange strich wurde ich aber wieder daran erinnert wozu Alex fähig ist.
Ich hielt seine Hand fest und verzog mein Gesicht etwas, es tat doch ein bisschen weh. Rafa wurde wohl misstrauisch und lehnte sich nach vorn um meine Wange sehen zu können. “Dios mío! Hat er zugeschlagen?” Ich wich seinem Blick aus und sah nach unten. Irgendwie schämte ich mich dafür das es soweit gekommen war das er zugeschlagen hatte. “Diana, ich habe dich etwas gefragt!” Kam es noch mal nur dieses mal etwas ernster. “Wahrscheinlich habe ich das verdient” Murmelte ich leise und weigerte mich ihn anzusehen. Rafa liess mich los und sprang auf. Oh nein, bitte nicht! Was hatte der vor? Ich will nicht das er sich jetzt mit Alex anlegt, das bringt doch keinem was! Ich hatte aber keinen Nerv um mich jetzt darum zu kümmern.
Das von mir befürchtete laute Geschreie blieb dann aber aus. Rafa erschien ein paar Minuten später mit Eiswürfeln in einem Wischtuch und setzte sich wieder neben mich. “Habe dir was mitgebracht” Ein kurzes Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen. “Gracias auch wenn's nicht viel nützen wird” Vielleicht kriege ich ja jetzt noch Frostbeulen im Gesicht, was soll's. Ich sah ihn dann wieder an und versuchte rauszufinden was er jetzt eben von Alex wollte.
“Was hast du gemacht? Ich meine von Eiswürfel holen abgesehen” Fragte ich dann nach da mir sein Blick nichts verriet. “Ich habe ihn rausgeschmissen” ”Was?” Fragte ich mit großen Augen etwas überrascht. “Sí, ich habe ihm gesagt das er eine halbe Stunde hat um sein Zeug zu packen und von hier zu verschwinden” ”Und wo soll er hin?” ”Mir doch egal, meinetwegen soll er am Strand schlafen. Ich kann ihn unmöglich hier dulden wenn er zuschlägt. Das ist echt das letzte” ”Sí aber musstest du ihn gleich rauswerfen?”
Im nächsten Moment verfinsterte sich sein Gesicht. “Findest du es etwa ok das er zuschlägt? Dir ist schon klar das so was zu Körperverletzung zählt no?” ”Rafa, jetzt lasse mal die Kirche im Dorf! Ich werde es überleben!” ”Wer weiss was der noch anstellt. Macht der so was öfters?” Das meinte er jetzt nicht Ernst oder? “Was glaubst du denn? Natürlich nicht, ich lasse mir doch so was nicht bieten von ihm” Ich sagte erstmal nichts weiter aber als Alex tatsächlich Minuten später mit seinem Koffer die Treppen nach unten kam wurde mir klar, das Rafa das Ernst gemeint hatte. Ohne etwas zu sagen verschwand Alex mit einem lauten Türknallen. Ich sah etwas deprimiert auf den Boden und versuchte das alles zu begreifen. Ich fühlte mich wie im falschen Film!
“So ein Trottel! Der hat dich gar nicht verdient” Kam es nach ein paar Minuten schweigen von Rafa. Ich hob meinen Kopf wieder und sah ihn an. “War ja klar das dir das wieder alles so passt. Wegen dir ist es doch erst soweit gekommen, du bist doch Schuld an allem! Du wolltest doch sowieso das er verschwindet damit du freie Bahn hast bei mir” Erst verfinsterte sich sein Blick bevor er aufsprang und verschwand. Oh nein! Ich schaffte es auch echt alles zu vermasseln.
Ein paar Sekunden später stand ich auf und lief ihm nach. Erst lief ich Alex hinterher und jetzt Rafa, es war verrückt alles. Rafa stand oben im Flur und starrte an die geschlossene Badtür. Ich blieb neben ihm stehen und suchte die passenden Wörter. Ich hatte nicht vor Rafa so zu provozieren wie ich das mit Alex gemacht hatte. Alex war mir eben egal, Rafa nicht. “Es tut mir wirklich leid, ich habe das nicht so gemeint” Sagte ich leise und sah ihn zerknirrscht an.
Da er mich weder ansah, noch mit mir redete, stellte ich mich vor ihn das er mich zumindest ansehen musste. “Ich will dir nicht die Schuld zuschieben, ich weiss das ich selbst Schuld daran bin wie das aufgeflogen ist. Ich ähm, bin nur etwas durcheinander, das war bisschen viel alles” Immerhin hellte sich sein Gesicht etwas auf. “Ich kann verstehen, das du durcheinander bist, das geht mir auch so. Ich weiss das ich Schuld daran bin wie das alles hier gelaufen ist, ich wusste doch auch nicht was ich machen soll!”
Ich sah ihn betreten an und kaute auf meiner Unterlippe. Er machte einen Schritt in meine Richtung bevor er mich wieder umarmte. Ich schlang meine Arme um seine Hüften und zog ihn an mich. Ich war echt froh das Rafa hier war und mich tröstete, alleine würde ich jetzt durchdrehen. Seine Umarmung tat richtig gut, ich könnte mich daran gewöhnen. Irgendwie konnte ich nicht glauben was alles passiert war innerhalb der letzten beiden Tage. Es ging so schnell alles. Vor knapp einer Woche war ich mit Alex nichts schlimmes ahnend hier her gekommen um Urlaub zu machen und jetzt tröstet Rafa mich. “Was ist denn hier los?” Ich schlug meine Augen wieder auf und sah zur Seite. Juli und Tomeu starrten uns total entgeistert an.
Rafa lockerte seine Umarmung etwas, liess mich aber nicht los. “Wo ist Alex?” Fragte Juli da keiner von uns etwas sagte. Rafa sah mich mit einem fragenden Blick an als wenn er mich fragt ob er sagen kann was passiert ist. Ich nickte ihm leicht zu und machte ein ernstes Gesicht. “Er ist weg” Meinte Rafa dann nur. Die Gesichter von Juli und Tomeu wurden immer verwirrter. “Wie er ist weg? Wohin ist er denn?” Fragte Juli weiter mit aufgerissenen Augen. “Ist mir egal” Ich sah schon das sie immer noch nicht hinterher kam. “Er hat zugeschlagen, ich habe ihn rausgeschmissen” Es entstand eine merkwürdige Stille. Ich weiß nicht ob sie mitbekommen hatten was im Wasser los war, wahrscheinlich nicht.
Daher konnten sie sich keinen Reim darauf machen was hier los war. Vielleicht waren sie auch so schockiert weil Rafa mich umarmte und gar nicht daran dachte mich loszulassen.
Um ein für alle mal Klarheit zu schaffen gingen wir nach unten. Vielleicht sollten wir Juli und Tomeu einfach mal auf den aktuellen Stand bringen. Ich hoffe nur, das die nicht die moralische Keule über uns schwingen, dann drehe ich noch durch. Rafa versuchte mehr oder minder deutlich zu machen wie es zu dem Kuss im Wasser gekommen war und zu der anschließenden Reaktion von Alex. Die Gesichter von Juli und Tomeu waren einmalig.
Erstmal sagte keiner was, ich hatte sowieso schon länger kein Wort mehr gesagt. Auch wenn Tomeu und Juli unsere Freunde sind, das war schon unangenehm. “Und dann?” Fragte Juli weiter. “Ist er total ausgeflippt und hat zugeschlagen” Sagte ich leise. Sie schüttelten beide leicht ungläubig mit dem Kopf. “Ich will ja nicht neugierig sein aber warum macht ihr so was? Erst verschwindet Marina und heute Alex, hättet ihr das nicht anders machen können wenn ihr schon nicht die Finger voneinander lassen könnt?”
Ich sagte nichts mehr und fühlte mich wie ein Kleinkind, das etwas angestellt hat und jetzt Ärger bekommt. Kurz sah ich zu Rafa, der machte auch ein betretenes Gesicht. Können wir was dafür das wir unsere Gefühle nicht im Griff haben? Da wir nichts sagten, standen sie wieder auf und gingen nach oben.
Wir blieben erstmal schweigend sitzen. “War wohl nix” Ich sah zur Seite, Rafa lächelte ja schon wieder! Ich lehnte mich nach hinten bis ich schon fast lag, Rafa hockte ja noch auf der Kante und sah nach unten auf den Teppich. Ich legte eine Hand an seinen Rücken und zog an seinem Shirt, das er sich nach hinten lehnt. Als er das tatsächlich tat, rückte ich näher zu ihm und umarmte ihn. Natürlich machte ich mir Gedanken, wie es jetzt weiter geht.
Es würde mich wundern wenn Alex sich wieder einkriegt. Was mich ein bisschen erschreckte war das es mir irgendwie gar nicht viel ausmachte das er weg war. Erst dachte ich immer ich würde die Krise kriegen wenn wir uns trennen und dann erstmal ein paar Tage total durchhängen. Daher hatte ich mich auch so gesträubt mit ihm über Rafa zu reden weil ich Angst hatte vor seiner Reaktion. Erstaunlicherweise war es mir fast total egal.
Rafa fing mich auf und wenn er mich umarmt ist es mir sowieso egal was andere tun, ich fühle mich total wohl in seiner Nähe. “Bereust du das?” Ich hob meinen Kopf und sah ihn an. “No, das war es wert. Wäre doch sowieso irgendwann rausgekommen. Es hätte nur nicht gleich so dramatisch ausfallen müssen” Ich sah schon, das der Satz seine Wirkung nicht verfehlte, das es das wert war ging bei ihm sicher runter wie Öl. “Du hättest dich ja von mir fern halten können. Ich hätte das akzeptiert” Das Lächeln gefiel mir gleich viel besser! “Ich kann mich nicht von dir fernhalten auch wenn ich will nicht” Wenigstens konnte ich das jetzt ohne jegliche Schuldgefühle sagen.
Alex hielt mich irgendwie davon ab offen zu sagen was ich will. Wegen ihm redete ich mir selber ein, das ich glücklich war. Ich wollte mir selbst nicht eingestehen das ich Rafael Nadal will und nicht Alex.
Ich dachte das ich vorerst ungeschoren davon komme aber auf meine beste Freundin Juli war wie immer verlass. Kaum das ich mal kurz alleine war passte sie mich in der Küche ab. Eigentlich wollte ich nur was trinken und sah aus dem Augenwinkel zu ihr. “Was?” Fragte ich dann noch da sie mich eigenartig ansah. Sie zuckte mit den Schultern und verzog ihr Gesicht. “Ach nichts, es scheint nur das totale Chaos ausgebrochen zu sein und ich komme nicht so schnell hinterher”
Ich dachte, es gibt sowieso kein entkommen vor einem Gespräch dieser Art also warum nicht sofort? “Welchen Teil hast du denn nicht verstanden?” Fragte ich während ich mich ihr gegenüber an den Tisch setzte. Sie sah kurz zur Tür ob wir alleine waren. Das hätte sie sich auch sparen können wenn sie mich auf deutsch anspricht, Rafa und Tomeu verstehen davon kein einziges Wort. “Wie kann es sein, das du dich total gehen lässt während Alex nichts schlimmes ahnend am Strand liegt?”
Kurz sah ich nach unten, meinte sie etwa den Kuss? “Ich weiss nicht genau, hat sich eben so ergeben” Offenbar hatte ich sie jetzt völlig verblüfft. “Die Ausrede muss ich mir merken!” ”Das ist keine Ausrede!” ”Das ist absolut irre! Hast du geglaubt das Alex nichts merkt? Ich will mich nicht aufregen aber das war ziemlich blöd” Ich rollte mit den Augen und hoffte, das wir das nur einmal durchkauen müssen. ”Mir ist selbst klar, das es daneben war. Ich habe nicht nachgedacht” ”Wenn ich dich nicht kennen würde, käme ich zu dem Schluss das du das absichtlich gemacht hast um Alex los zu werden. Das Rafa in der Beziehung schräg drauf ist war mir bekannt aber das du da mitmachst!” ”Ich weiss wie das aussieht, so war das alles nicht geplant aber ich konnte nicht nein sagen” ”Vielleicht war's ja ganz gut so, wer weiss was noch alles passiert wäre. Ich meine erst verschwindet Marina ohne ein Wort und jetzt Alex. Das war ja auch echt ein starkes Stück wenn er dich mit Rafa gesehen hat” ”Ich kann's leider nicht mehr rückgängig machen” ”Würdest du das wenn du es könntest?” Ich sah ausweichend nach unten und dann wieder zu ihr.
“Willst du eine ehrliche Antwort?” ”Also nein. Ich hoffe das ganze lohnt sich am Ende auch für dich. Ich gehe mal davon aus das Rafa dich gerne tröstet. Zumindest dürften ihm die neuesten Entwicklungen gelegen kommen” ”Er ist doch sowieso an allem Schuld. Diese ganze beschissene Idee mit dem Urlaub hier kam doch von ihm” Sie schüttelte erst langsam mit dem Kopf und rollte dann mit den Augen. “Da haben wir ja den Schuldigen gefunden. So richtig traurig scheinst du aber nicht zu sein weil Alex weg ist” Ich trank einen Schluck und sah sie ernst an.
“Er hat mir angeboten mit nach Mallorca zu kommen” Im nächsten Augenblick entgleisten ihre Gesichtszüge wieder. ”Was?” ”Er hat mir das schon angeboten als wir noch in Deutschland waren” ”Obwohl er zu dem Zeitpunkt noch mit Marina zusammen war? Der muss ja echt verzweifelt gewesen sein! Und was machst du?” ”Ich fliege mit dir nach Hause. Ich muss erstmal alles klären” ”Du lässt dir die Chance auf zwei Tage mit Rafa entgehen?” Ich rollte nur genervt mit den Augen. “Ok, bin schon ruhig” Schob sie gleich noch hinterher.
Nach ein paar Sekunden wurde ich aber wieder nachdenklich. “Ich wollte das wirklich nicht. Vor einer Woche bin ich hier her gekommen um Urlaub zu machen und jetzt bin ich meinen Freund los und bin mir nicht im Klaren was ich von Rafa genau will” Vorsichtig erschien ihr Lächeln wieder. “Ich habe nicht den Eindruck, dass du nicht weißt was du von ihm willst” “So einfach ist das nicht” “Ich hätte nicht gedacht das ich das jemals sagen würde aber vielleicht solltest du ihm einfach eine Chance geben. Nach dem zu urteilen was er alles gemacht hat in den letzten Tagen scheint ihm allerhand an dir zu liegen. Ich meine, er hat theoretisch in Kauf genommen das sie zur Presse rennt und auspackt”
Ein paar Vorwürfe machte ich mir schon. Es wäre nie dazu gekommen wenn ich Rafa gestern nicht genötigt hätte mir zu sagen was er will. Es hatte bisher auch so schön geklappt das ich meine Gefühle unterdrückt habe. Das war ja jetzt nicht länger nötig. Wie wird das denn jetzt mit Alex? Soll ich tut als wäre nichts und praktisch von jetzt auf gleich mit Rafa zusammen sein?
Das geht doch nicht! Was mich viel mehr beschäftigte war wo ich wohnen soll. Der Mietvertrag lief auf den Name von Alex und nachdem Rafa ihn eben hier rausgeschmissen hat wird der sich gerne revanchieren und mich aus seiner Wohnung schmeißen. Sicher könnte ich die erste Zeit bei meinen Eltern unterkommen, die wohnten ja nicht weit weg. Die würden auch große Augen mache wenn ich sage das Alex sich von mir getrennt hat. Wenn die erfahren das Rafa hinter allem steckt, flippen die aus. Die sagen sicher wieder das ich aufhören soll mich an Rafa zu klammern weil er so weit weg wohnt und es sowieso keinen Sinn hat.
Mir fiel gleich wieder die Aktion von Rafa ein als er mich anrief als wir in Palma am Flughafen waren. “Warum hast du mich damals angerufen als ich schon in Palma war am Flughafen?” Rafa sah zu mir und zog ein vorsichtiges Lächeln. “Das Thema hatten wir doch schon!” ”Weiss ich aber du redest dich ja immer raus” ”Also schön, ist ja jetzt sowieso egal. Wenn du es unbedingt hören willst. Ich wollte nicht das du gehst. Als ich im Hotel war und die gepackten Koffer sah, wurde mir klar, das es zu spät ist. Ich meine, ich wusste doch das du einen Freund hast und nicht einfach so da bleiben würdest” ”Ich frage mich echt wie das jetzt werden soll” ”Ich fahre Übermorgen zurück nach Manacor. Wenn du willst kannst du mitkommen, ich habe aber nur zwei Tage Zeit da ich dann nach Madrid muss” ”Mhh, ich glaube nicht das das nötig ist, vorerst kann ich sicher auch zu meinen Eltern ziehen. Die werden echt begeistert sein wenn die mich wieder am Hals haben” ”Hast du dann noch Urlaub oder musst du in drei Tagen wieder Arbeiten?” ”No, ich habe dann noch zwei Tage Urlaub, muss ja meine Klamotten alle noch waschen” ”Willst du wirklich nicht mitkommen nach Mallorca? Nach Hause fliegen kannst du auch von Palma aus und jetzt ist sowieso keine Hauptsaison also sollte es freie Flüge geben”
Ein bisschen schmunzeln musste ich schon bei der Vorstellung, es klang schon sehr verlockend. “Höre auf mich auf solche Ideen zu bringen!” Sagte ich ernst, musste dann aber doch lächeln. “War nur ein Vorschlag” ”Es ist nicht so das ich nicht will aber ich muss erstmal alles klären. Schämst du dich eigentlich gar nicht?” ”Warum?” ”Na den einen Tag trennst du dich von deiner Freundin und am nächsten Tag bietest du mir an mit nach Mallorca zu kommen” ”Es ist ja nicht so, das ich dich erst seit einer Woche kenne” ”Trotzdem! Wie sieht das denn aus?” ”Das ist mir total egal, ich kann nicht ständig auf andere Rücksicht nehmen. Das lief eben dumm mit Marina, es ist ja nicht so das sie mir total egal ist aber ich kann es nicht ändern. Je länger du hier warst umso klarer wurde mir das ich sie nicht liebe” Der Vorschlag war schon extrem verlockend, ich könnte zwei Tage lang abtauchen und meinen Problemen aus dem Weg gehen.
Ich sagte Rafa erstmal nicht was ich davon halte mit nach Mallorca zu fahren und sagte ich müsste erst nachdenken darüber. Erstmal nahm mich Juli in die Mangel. Die konnte es kaum glauben, die Ereignisse überschlugen sich ja förmlich seit gestern. Natürlich nutzte sie wieder die Gelegenheit um mir zu sagen das sie ja schon länger dache, das ich wieder schwach werden würde wenn Rafa es versucht. Warum er so eine Anziehungskraft auf mich hat weiss ich auch nicht, ich würde am liebsten Rund um die Uhr in seiner Nähe sein.
Vorerst sah ich Rafa ja auch noch, wenn auch unter anderen Umständen als vor einer Woche. Es war schon eine verrückte Konstellation hier. Juli und Tomeu wussten gar nicht wie sie tun sollten, das war schon etwas peinlich teilweise. Auf der anderen Seite dann Rafa, der nicht so begeistert aussah und mein Gesicht war sicher nicht viel besser. So richtig deprimiert war ich aber gar nicht. Nichts mit tagelangem Heulen und endlosen Selbstvorwürfen.
Juli bot mir ja auch eine gute Show zur Ablenkung. Die konnten sich beim Essen gerade so beherrschen. Da wir ja jetzt wenn auch ungeplant zwei Personen weniger waren hatten wir die Sitzordnung ein wenig verändert. Juli sass neben Tomeu und Rafa neben mir, ich hätte mich auch neben Tomeu gesetzt aber wenn Juli auf der anderen Seite sitzt, dann springt irgendwann einer über den Tisch weil die keine Sekunde getrennt sein können.
Es war aber auch so peinlich genug, sie machten zwar nichts weiter aber die Blicke die sie sich gegenseitig zuwarfen waren schon eindeutig. Ich konnte ja auch nicht ständig wegsehen auch wenn ich mir Mühe gab. Irgendwann konnte ich soviel Glück aber nicht länger ertragen und räusperte mich laut. Prompt sahen dann auch alle zu mir.
“Nichts” Sagte ich nur und trank einen Schluck Wein. Als hätten sie nur darauf gewartet, verschwanden die Turteltäubchen in Windeseile auf ihr Zimmer.
Eine Weile herrschte dann schweigen. Ich sah aus dem Augenwinkel zur Seite und sah schon das Rafa mühe hatte nicht laut zu lachen. “Lasse es ruhig raus” Sagte ich ernst. In der nächsten Sekunde sah er zu mir und zog das umwerfende Lächeln. “Ist Juli immer so?” ”Es liegt an Tomeu” ”Findest du nicht auch das die ein kleines bisschen Übertreiben?” ”Liegt vielleicht daran das die selbst nichts mehr mitkriegen weil überall so ein rosa Schleier davor ist” ”Das macht mir Angst!” Spätestens jetzt musste ich auch kichern.
“Warum? Weil du dich selbst auch mal so zum Deppen machen könntest? Falls es dich beruhigt, die betreffenden merken in dem Moment nicht das sie sich zum Deppen machen aber das muss ich dir ja nicht erklären no?” ”No, du hast mir ja vor Jahren als lebendes Beispiel gedient” Oh nein, jetzt fing er damit wieder an! Ja, ich hatte da was dummes getan als wir damals zusammen waren. Rafa ging ja eine Weile lang auf eine Schule in Palma und da blieb er gleich die ganze Woche da und war nur am Wochenende in Manacor. Das hat mir aber nicht in den Kram gepasst weil ich Rafa nicht nur am Wochenende sehen wollte also habe ich eine schlimme Krankheit vorgetäuscht um nicht in die Schule zu müssen und bin dann heimlich nach Palma gefahren.
Natürlich ohne Rafa vorher einzuweihen. Er war aber nicht der einzige, meine Eltern wussten auch von nichts. Die sind total ausgeflippt und haben mir Taschengeld auf Lebenszeit gestrichen. Zum Glück beruhigten sie sich nach einer Weile wieder. Die dachten ich sei übergeschnappt weil ich wegen Rafa nach Palma gefahren bin dabei hatte ich ihn einfach nur vermisst. “Falls du Palma meinst... ich dachte du freust dich mich zu sehen” Sagte ich mit einem Augenrollen. ”Das schon aber du hättest vielleicht deinen Eltern sagen sollen wo du bist. Ich meine, wenn du schon die ganze Woche lang abtauchst” ”Die hätten das sowieso doch nie erlaubt” ”Das kann ich mir vorstellen!” Es waren ja nicht nur meine Eltern, da wo Rafa die Woche über gewohnt hat war man auch nicht begeistert über mein auftauchen.
Zu guter letzt sind die Eltern von Rafa noch ausgeflippt weil die glaubten das er mich dazu angestiftet hat, da hatte ich echt eine Glanzleistung abgeliefert! “Wird nicht wieder vorkommen” Meinte ich dann nur. “Schade, über die Art Überraschung freue ich mich immer” ”Tja, man kann nicht alles haben” Ich sah auf meine Uhr und trank dann den Wein aus. “Ich gehe dann auch mal ins Bett” ”Mhh, wie du meinst” ”Buenas noches” ”Dir auch” Mit einem breiten Lächeln stand ich auf und wollte gehen. “War das schon alles?” Fragte er auch gleich mit hochgezogenen Augenbrauen und einem hoffnungsvollen Blick.
Ich stellte mich direkt hinter seinen Stuhl und legte meine Hände auf seine Schultern. “Was willst du hören?” ”Das weißt du doch” Kam es ohne das er mich ansah. “Sí, darum sage ich es ja auch nicht” Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange und grinste ihn dann breit an. “Außerdem habe ich wahnsinnige Kopfschmerzen” Hing ich feixend noch an. ”So leidend siehst du gar nicht aus. Ich verspreche auch das ich dich in Ruhe lasse” “Das kannst du doch sowieso nicht!” Bevor er mich doch noch überredet, ging ich ins Haus und verschwand in meinem Zimmer.
Wenigstens kann mir nichts passieren wenn Rafa hier ist. In dem Moment war ich echt froh das er hier ist, es war gut zu wissen das ich mich in seinen Armen gehen lassen kann. Obwohl wir uns länger nicht gesehen hatten, änderte sich nichts daran das ich ihm blind vertraue. Bei Alex war ich mir da inzwischen nicht mehr so sicher, das er so ausrasten kann war mir neu und machte mir auch ein bisschen Angst. Wer weiss wozu der noch fähig ist. “Es tut mir leid wie das gelaufen ist” Erstmal sagte ich nichts. Als seine Hand über meine Wange strich wurde ich aber wieder daran erinnert wozu Alex fähig ist.
Ich hielt seine Hand fest und verzog mein Gesicht etwas, es tat doch ein bisschen weh. Rafa wurde wohl misstrauisch und lehnte sich nach vorn um meine Wange sehen zu können. “Dios mío! Hat er zugeschlagen?” Ich wich seinem Blick aus und sah nach unten. Irgendwie schämte ich mich dafür das es soweit gekommen war das er zugeschlagen hatte. “Diana, ich habe dich etwas gefragt!” Kam es noch mal nur dieses mal etwas ernster. “Wahrscheinlich habe ich das verdient” Murmelte ich leise und weigerte mich ihn anzusehen. Rafa liess mich los und sprang auf. Oh nein, bitte nicht! Was hatte der vor? Ich will nicht das er sich jetzt mit Alex anlegt, das bringt doch keinem was! Ich hatte aber keinen Nerv um mich jetzt darum zu kümmern.
Das von mir befürchtete laute Geschreie blieb dann aber aus. Rafa erschien ein paar Minuten später mit Eiswürfeln in einem Wischtuch und setzte sich wieder neben mich. “Habe dir was mitgebracht” Ein kurzes Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen. “Gracias auch wenn's nicht viel nützen wird” Vielleicht kriege ich ja jetzt noch Frostbeulen im Gesicht, was soll's. Ich sah ihn dann wieder an und versuchte rauszufinden was er jetzt eben von Alex wollte.
“Was hast du gemacht? Ich meine von Eiswürfel holen abgesehen” Fragte ich dann nach da mir sein Blick nichts verriet. “Ich habe ihn rausgeschmissen” ”Was?” Fragte ich mit großen Augen etwas überrascht. “Sí, ich habe ihm gesagt das er eine halbe Stunde hat um sein Zeug zu packen und von hier zu verschwinden” ”Und wo soll er hin?” ”Mir doch egal, meinetwegen soll er am Strand schlafen. Ich kann ihn unmöglich hier dulden wenn er zuschlägt. Das ist echt das letzte” ”Sí aber musstest du ihn gleich rauswerfen?”
Im nächsten Moment verfinsterte sich sein Gesicht. “Findest du es etwa ok das er zuschlägt? Dir ist schon klar das so was zu Körperverletzung zählt no?” ”Rafa, jetzt lasse mal die Kirche im Dorf! Ich werde es überleben!” ”Wer weiss was der noch anstellt. Macht der so was öfters?” Das meinte er jetzt nicht Ernst oder? “Was glaubst du denn? Natürlich nicht, ich lasse mir doch so was nicht bieten von ihm” Ich sagte erstmal nichts weiter aber als Alex tatsächlich Minuten später mit seinem Koffer die Treppen nach unten kam wurde mir klar, das Rafa das Ernst gemeint hatte. Ohne etwas zu sagen verschwand Alex mit einem lauten Türknallen. Ich sah etwas deprimiert auf den Boden und versuchte das alles zu begreifen. Ich fühlte mich wie im falschen Film!
“So ein Trottel! Der hat dich gar nicht verdient” Kam es nach ein paar Minuten schweigen von Rafa. Ich hob meinen Kopf wieder und sah ihn an. “War ja klar das dir das wieder alles so passt. Wegen dir ist es doch erst soweit gekommen, du bist doch Schuld an allem! Du wolltest doch sowieso das er verschwindet damit du freie Bahn hast bei mir” Erst verfinsterte sich sein Blick bevor er aufsprang und verschwand. Oh nein! Ich schaffte es auch echt alles zu vermasseln.
Ein paar Sekunden später stand ich auf und lief ihm nach. Erst lief ich Alex hinterher und jetzt Rafa, es war verrückt alles. Rafa stand oben im Flur und starrte an die geschlossene Badtür. Ich blieb neben ihm stehen und suchte die passenden Wörter. Ich hatte nicht vor Rafa so zu provozieren wie ich das mit Alex gemacht hatte. Alex war mir eben egal, Rafa nicht. “Es tut mir wirklich leid, ich habe das nicht so gemeint” Sagte ich leise und sah ihn zerknirrscht an.
Da er mich weder ansah, noch mit mir redete, stellte ich mich vor ihn das er mich zumindest ansehen musste. “Ich will dir nicht die Schuld zuschieben, ich weiss das ich selbst Schuld daran bin wie das aufgeflogen ist. Ich ähm, bin nur etwas durcheinander, das war bisschen viel alles” Immerhin hellte sich sein Gesicht etwas auf. “Ich kann verstehen, das du durcheinander bist, das geht mir auch so. Ich weiss das ich Schuld daran bin wie das alles hier gelaufen ist, ich wusste doch auch nicht was ich machen soll!”
Ich sah ihn betreten an und kaute auf meiner Unterlippe. Er machte einen Schritt in meine Richtung bevor er mich wieder umarmte. Ich schlang meine Arme um seine Hüften und zog ihn an mich. Ich war echt froh das Rafa hier war und mich tröstete, alleine würde ich jetzt durchdrehen. Seine Umarmung tat richtig gut, ich könnte mich daran gewöhnen. Irgendwie konnte ich nicht glauben was alles passiert war innerhalb der letzten beiden Tage. Es ging so schnell alles. Vor knapp einer Woche war ich mit Alex nichts schlimmes ahnend hier her gekommen um Urlaub zu machen und jetzt tröstet Rafa mich. “Was ist denn hier los?” Ich schlug meine Augen wieder auf und sah zur Seite. Juli und Tomeu starrten uns total entgeistert an.
Rafa lockerte seine Umarmung etwas, liess mich aber nicht los. “Wo ist Alex?” Fragte Juli da keiner von uns etwas sagte. Rafa sah mich mit einem fragenden Blick an als wenn er mich fragt ob er sagen kann was passiert ist. Ich nickte ihm leicht zu und machte ein ernstes Gesicht. “Er ist weg” Meinte Rafa dann nur. Die Gesichter von Juli und Tomeu wurden immer verwirrter. “Wie er ist weg? Wohin ist er denn?” Fragte Juli weiter mit aufgerissenen Augen. “Ist mir egal” Ich sah schon das sie immer noch nicht hinterher kam. “Er hat zugeschlagen, ich habe ihn rausgeschmissen” Es entstand eine merkwürdige Stille. Ich weiß nicht ob sie mitbekommen hatten was im Wasser los war, wahrscheinlich nicht.
Daher konnten sie sich keinen Reim darauf machen was hier los war. Vielleicht waren sie auch so schockiert weil Rafa mich umarmte und gar nicht daran dachte mich loszulassen.
Um ein für alle mal Klarheit zu schaffen gingen wir nach unten. Vielleicht sollten wir Juli und Tomeu einfach mal auf den aktuellen Stand bringen. Ich hoffe nur, das die nicht die moralische Keule über uns schwingen, dann drehe ich noch durch. Rafa versuchte mehr oder minder deutlich zu machen wie es zu dem Kuss im Wasser gekommen war und zu der anschließenden Reaktion von Alex. Die Gesichter von Juli und Tomeu waren einmalig.
Erstmal sagte keiner was, ich hatte sowieso schon länger kein Wort mehr gesagt. Auch wenn Tomeu und Juli unsere Freunde sind, das war schon unangenehm. “Und dann?” Fragte Juli weiter. “Ist er total ausgeflippt und hat zugeschlagen” Sagte ich leise. Sie schüttelten beide leicht ungläubig mit dem Kopf. “Ich will ja nicht neugierig sein aber warum macht ihr so was? Erst verschwindet Marina und heute Alex, hättet ihr das nicht anders machen können wenn ihr schon nicht die Finger voneinander lassen könnt?”
Ich sagte nichts mehr und fühlte mich wie ein Kleinkind, das etwas angestellt hat und jetzt Ärger bekommt. Kurz sah ich zu Rafa, der machte auch ein betretenes Gesicht. Können wir was dafür das wir unsere Gefühle nicht im Griff haben? Da wir nichts sagten, standen sie wieder auf und gingen nach oben.
Wir blieben erstmal schweigend sitzen. “War wohl nix” Ich sah zur Seite, Rafa lächelte ja schon wieder! Ich lehnte mich nach hinten bis ich schon fast lag, Rafa hockte ja noch auf der Kante und sah nach unten auf den Teppich. Ich legte eine Hand an seinen Rücken und zog an seinem Shirt, das er sich nach hinten lehnt. Als er das tatsächlich tat, rückte ich näher zu ihm und umarmte ihn. Natürlich machte ich mir Gedanken, wie es jetzt weiter geht.
Es würde mich wundern wenn Alex sich wieder einkriegt. Was mich ein bisschen erschreckte war das es mir irgendwie gar nicht viel ausmachte das er weg war. Erst dachte ich immer ich würde die Krise kriegen wenn wir uns trennen und dann erstmal ein paar Tage total durchhängen. Daher hatte ich mich auch so gesträubt mit ihm über Rafa zu reden weil ich Angst hatte vor seiner Reaktion. Erstaunlicherweise war es mir fast total egal.
Rafa fing mich auf und wenn er mich umarmt ist es mir sowieso egal was andere tun, ich fühle mich total wohl in seiner Nähe. “Bereust du das?” Ich hob meinen Kopf und sah ihn an. “No, das war es wert. Wäre doch sowieso irgendwann rausgekommen. Es hätte nur nicht gleich so dramatisch ausfallen müssen” Ich sah schon, das der Satz seine Wirkung nicht verfehlte, das es das wert war ging bei ihm sicher runter wie Öl. “Du hättest dich ja von mir fern halten können. Ich hätte das akzeptiert” Das Lächeln gefiel mir gleich viel besser! “Ich kann mich nicht von dir fernhalten auch wenn ich will nicht” Wenigstens konnte ich das jetzt ohne jegliche Schuldgefühle sagen.
Alex hielt mich irgendwie davon ab offen zu sagen was ich will. Wegen ihm redete ich mir selber ein, das ich glücklich war. Ich wollte mir selbst nicht eingestehen das ich Rafael Nadal will und nicht Alex.
Ich dachte das ich vorerst ungeschoren davon komme aber auf meine beste Freundin Juli war wie immer verlass. Kaum das ich mal kurz alleine war passte sie mich in der Küche ab. Eigentlich wollte ich nur was trinken und sah aus dem Augenwinkel zu ihr. “Was?” Fragte ich dann noch da sie mich eigenartig ansah. Sie zuckte mit den Schultern und verzog ihr Gesicht. “Ach nichts, es scheint nur das totale Chaos ausgebrochen zu sein und ich komme nicht so schnell hinterher”
Ich dachte, es gibt sowieso kein entkommen vor einem Gespräch dieser Art also warum nicht sofort? “Welchen Teil hast du denn nicht verstanden?” Fragte ich während ich mich ihr gegenüber an den Tisch setzte. Sie sah kurz zur Tür ob wir alleine waren. Das hätte sie sich auch sparen können wenn sie mich auf deutsch anspricht, Rafa und Tomeu verstehen davon kein einziges Wort. “Wie kann es sein, das du dich total gehen lässt während Alex nichts schlimmes ahnend am Strand liegt?”
Kurz sah ich nach unten, meinte sie etwa den Kuss? “Ich weiss nicht genau, hat sich eben so ergeben” Offenbar hatte ich sie jetzt völlig verblüfft. “Die Ausrede muss ich mir merken!” ”Das ist keine Ausrede!” ”Das ist absolut irre! Hast du geglaubt das Alex nichts merkt? Ich will mich nicht aufregen aber das war ziemlich blöd” Ich rollte mit den Augen und hoffte, das wir das nur einmal durchkauen müssen. ”Mir ist selbst klar, das es daneben war. Ich habe nicht nachgedacht” ”Wenn ich dich nicht kennen würde, käme ich zu dem Schluss das du das absichtlich gemacht hast um Alex los zu werden. Das Rafa in der Beziehung schräg drauf ist war mir bekannt aber das du da mitmachst!” ”Ich weiss wie das aussieht, so war das alles nicht geplant aber ich konnte nicht nein sagen” ”Vielleicht war's ja ganz gut so, wer weiss was noch alles passiert wäre. Ich meine erst verschwindet Marina ohne ein Wort und jetzt Alex. Das war ja auch echt ein starkes Stück wenn er dich mit Rafa gesehen hat” ”Ich kann's leider nicht mehr rückgängig machen” ”Würdest du das wenn du es könntest?” Ich sah ausweichend nach unten und dann wieder zu ihr.
“Willst du eine ehrliche Antwort?” ”Also nein. Ich hoffe das ganze lohnt sich am Ende auch für dich. Ich gehe mal davon aus das Rafa dich gerne tröstet. Zumindest dürften ihm die neuesten Entwicklungen gelegen kommen” ”Er ist doch sowieso an allem Schuld. Diese ganze beschissene Idee mit dem Urlaub hier kam doch von ihm” Sie schüttelte erst langsam mit dem Kopf und rollte dann mit den Augen. “Da haben wir ja den Schuldigen gefunden. So richtig traurig scheinst du aber nicht zu sein weil Alex weg ist” Ich trank einen Schluck und sah sie ernst an.
“Er hat mir angeboten mit nach Mallorca zu kommen” Im nächsten Augenblick entgleisten ihre Gesichtszüge wieder. ”Was?” ”Er hat mir das schon angeboten als wir noch in Deutschland waren” ”Obwohl er zu dem Zeitpunkt noch mit Marina zusammen war? Der muss ja echt verzweifelt gewesen sein! Und was machst du?” ”Ich fliege mit dir nach Hause. Ich muss erstmal alles klären” ”Du lässt dir die Chance auf zwei Tage mit Rafa entgehen?” Ich rollte nur genervt mit den Augen. “Ok, bin schon ruhig” Schob sie gleich noch hinterher.
Nach ein paar Sekunden wurde ich aber wieder nachdenklich. “Ich wollte das wirklich nicht. Vor einer Woche bin ich hier her gekommen um Urlaub zu machen und jetzt bin ich meinen Freund los und bin mir nicht im Klaren was ich von Rafa genau will” Vorsichtig erschien ihr Lächeln wieder. “Ich habe nicht den Eindruck, dass du nicht weißt was du von ihm willst” “So einfach ist das nicht” “Ich hätte nicht gedacht das ich das jemals sagen würde aber vielleicht solltest du ihm einfach eine Chance geben. Nach dem zu urteilen was er alles gemacht hat in den letzten Tagen scheint ihm allerhand an dir zu liegen. Ich meine, er hat theoretisch in Kauf genommen das sie zur Presse rennt und auspackt”
Ein paar Vorwürfe machte ich mir schon. Es wäre nie dazu gekommen wenn ich Rafa gestern nicht genötigt hätte mir zu sagen was er will. Es hatte bisher auch so schön geklappt das ich meine Gefühle unterdrückt habe. Das war ja jetzt nicht länger nötig. Wie wird das denn jetzt mit Alex? Soll ich tut als wäre nichts und praktisch von jetzt auf gleich mit Rafa zusammen sein?
Das geht doch nicht! Was mich viel mehr beschäftigte war wo ich wohnen soll. Der Mietvertrag lief auf den Name von Alex und nachdem Rafa ihn eben hier rausgeschmissen hat wird der sich gerne revanchieren und mich aus seiner Wohnung schmeißen. Sicher könnte ich die erste Zeit bei meinen Eltern unterkommen, die wohnten ja nicht weit weg. Die würden auch große Augen mache wenn ich sage das Alex sich von mir getrennt hat. Wenn die erfahren das Rafa hinter allem steckt, flippen die aus. Die sagen sicher wieder das ich aufhören soll mich an Rafa zu klammern weil er so weit weg wohnt und es sowieso keinen Sinn hat.
Mir fiel gleich wieder die Aktion von Rafa ein als er mich anrief als wir in Palma am Flughafen waren. “Warum hast du mich damals angerufen als ich schon in Palma war am Flughafen?” Rafa sah zu mir und zog ein vorsichtiges Lächeln. “Das Thema hatten wir doch schon!” ”Weiss ich aber du redest dich ja immer raus” ”Also schön, ist ja jetzt sowieso egal. Wenn du es unbedingt hören willst. Ich wollte nicht das du gehst. Als ich im Hotel war und die gepackten Koffer sah, wurde mir klar, das es zu spät ist. Ich meine, ich wusste doch das du einen Freund hast und nicht einfach so da bleiben würdest” ”Ich frage mich echt wie das jetzt werden soll” ”Ich fahre Übermorgen zurück nach Manacor. Wenn du willst kannst du mitkommen, ich habe aber nur zwei Tage Zeit da ich dann nach Madrid muss” ”Mhh, ich glaube nicht das das nötig ist, vorerst kann ich sicher auch zu meinen Eltern ziehen. Die werden echt begeistert sein wenn die mich wieder am Hals haben” ”Hast du dann noch Urlaub oder musst du in drei Tagen wieder Arbeiten?” ”No, ich habe dann noch zwei Tage Urlaub, muss ja meine Klamotten alle noch waschen” ”Willst du wirklich nicht mitkommen nach Mallorca? Nach Hause fliegen kannst du auch von Palma aus und jetzt ist sowieso keine Hauptsaison also sollte es freie Flüge geben”
Ein bisschen schmunzeln musste ich schon bei der Vorstellung, es klang schon sehr verlockend. “Höre auf mich auf solche Ideen zu bringen!” Sagte ich ernst, musste dann aber doch lächeln. “War nur ein Vorschlag” ”Es ist nicht so das ich nicht will aber ich muss erstmal alles klären. Schämst du dich eigentlich gar nicht?” ”Warum?” ”Na den einen Tag trennst du dich von deiner Freundin und am nächsten Tag bietest du mir an mit nach Mallorca zu kommen” ”Es ist ja nicht so, das ich dich erst seit einer Woche kenne” ”Trotzdem! Wie sieht das denn aus?” ”Das ist mir total egal, ich kann nicht ständig auf andere Rücksicht nehmen. Das lief eben dumm mit Marina, es ist ja nicht so das sie mir total egal ist aber ich kann es nicht ändern. Je länger du hier warst umso klarer wurde mir das ich sie nicht liebe” Der Vorschlag war schon extrem verlockend, ich könnte zwei Tage lang abtauchen und meinen Problemen aus dem Weg gehen.
Ich sagte Rafa erstmal nicht was ich davon halte mit nach Mallorca zu fahren und sagte ich müsste erst nachdenken darüber. Erstmal nahm mich Juli in die Mangel. Die konnte es kaum glauben, die Ereignisse überschlugen sich ja förmlich seit gestern. Natürlich nutzte sie wieder die Gelegenheit um mir zu sagen das sie ja schon länger dache, das ich wieder schwach werden würde wenn Rafa es versucht. Warum er so eine Anziehungskraft auf mich hat weiss ich auch nicht, ich würde am liebsten Rund um die Uhr in seiner Nähe sein.
Vorerst sah ich Rafa ja auch noch, wenn auch unter anderen Umständen als vor einer Woche. Es war schon eine verrückte Konstellation hier. Juli und Tomeu wussten gar nicht wie sie tun sollten, das war schon etwas peinlich teilweise. Auf der anderen Seite dann Rafa, der nicht so begeistert aussah und mein Gesicht war sicher nicht viel besser. So richtig deprimiert war ich aber gar nicht. Nichts mit tagelangem Heulen und endlosen Selbstvorwürfen.
Juli bot mir ja auch eine gute Show zur Ablenkung. Die konnten sich beim Essen gerade so beherrschen. Da wir ja jetzt wenn auch ungeplant zwei Personen weniger waren hatten wir die Sitzordnung ein wenig verändert. Juli sass neben Tomeu und Rafa neben mir, ich hätte mich auch neben Tomeu gesetzt aber wenn Juli auf der anderen Seite sitzt, dann springt irgendwann einer über den Tisch weil die keine Sekunde getrennt sein können.
Es war aber auch so peinlich genug, sie machten zwar nichts weiter aber die Blicke die sie sich gegenseitig zuwarfen waren schon eindeutig. Ich konnte ja auch nicht ständig wegsehen auch wenn ich mir Mühe gab. Irgendwann konnte ich soviel Glück aber nicht länger ertragen und räusperte mich laut. Prompt sahen dann auch alle zu mir.
“Nichts” Sagte ich nur und trank einen Schluck Wein. Als hätten sie nur darauf gewartet, verschwanden die Turteltäubchen in Windeseile auf ihr Zimmer.
Eine Weile herrschte dann schweigen. Ich sah aus dem Augenwinkel zur Seite und sah schon das Rafa mühe hatte nicht laut zu lachen. “Lasse es ruhig raus” Sagte ich ernst. In der nächsten Sekunde sah er zu mir und zog das umwerfende Lächeln. “Ist Juli immer so?” ”Es liegt an Tomeu” ”Findest du nicht auch das die ein kleines bisschen Übertreiben?” ”Liegt vielleicht daran das die selbst nichts mehr mitkriegen weil überall so ein rosa Schleier davor ist” ”Das macht mir Angst!” Spätestens jetzt musste ich auch kichern.
“Warum? Weil du dich selbst auch mal so zum Deppen machen könntest? Falls es dich beruhigt, die betreffenden merken in dem Moment nicht das sie sich zum Deppen machen aber das muss ich dir ja nicht erklären no?” ”No, du hast mir ja vor Jahren als lebendes Beispiel gedient” Oh nein, jetzt fing er damit wieder an! Ja, ich hatte da was dummes getan als wir damals zusammen waren. Rafa ging ja eine Weile lang auf eine Schule in Palma und da blieb er gleich die ganze Woche da und war nur am Wochenende in Manacor. Das hat mir aber nicht in den Kram gepasst weil ich Rafa nicht nur am Wochenende sehen wollte also habe ich eine schlimme Krankheit vorgetäuscht um nicht in die Schule zu müssen und bin dann heimlich nach Palma gefahren.
Natürlich ohne Rafa vorher einzuweihen. Er war aber nicht der einzige, meine Eltern wussten auch von nichts. Die sind total ausgeflippt und haben mir Taschengeld auf Lebenszeit gestrichen. Zum Glück beruhigten sie sich nach einer Weile wieder. Die dachten ich sei übergeschnappt weil ich wegen Rafa nach Palma gefahren bin dabei hatte ich ihn einfach nur vermisst. “Falls du Palma meinst... ich dachte du freust dich mich zu sehen” Sagte ich mit einem Augenrollen. ”Das schon aber du hättest vielleicht deinen Eltern sagen sollen wo du bist. Ich meine, wenn du schon die ganze Woche lang abtauchst” ”Die hätten das sowieso doch nie erlaubt” ”Das kann ich mir vorstellen!” Es waren ja nicht nur meine Eltern, da wo Rafa die Woche über gewohnt hat war man auch nicht begeistert über mein auftauchen.
Zu guter letzt sind die Eltern von Rafa noch ausgeflippt weil die glaubten das er mich dazu angestiftet hat, da hatte ich echt eine Glanzleistung abgeliefert! “Wird nicht wieder vorkommen” Meinte ich dann nur. “Schade, über die Art Überraschung freue ich mich immer” ”Tja, man kann nicht alles haben” Ich sah auf meine Uhr und trank dann den Wein aus. “Ich gehe dann auch mal ins Bett” ”Mhh, wie du meinst” ”Buenas noches” ”Dir auch” Mit einem breiten Lächeln stand ich auf und wollte gehen. “War das schon alles?” Fragte er auch gleich mit hochgezogenen Augenbrauen und einem hoffnungsvollen Blick.
Ich stellte mich direkt hinter seinen Stuhl und legte meine Hände auf seine Schultern. “Was willst du hören?” ”Das weißt du doch” Kam es ohne das er mich ansah. “Sí, darum sage ich es ja auch nicht” Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange und grinste ihn dann breit an. “Außerdem habe ich wahnsinnige Kopfschmerzen” Hing ich feixend noch an. ”So leidend siehst du gar nicht aus. Ich verspreche auch das ich dich in Ruhe lasse” “Das kannst du doch sowieso nicht!” Bevor er mich doch noch überredet, ging ich ins Haus und verschwand in meinem Zimmer.
16 November 2009
Chapter 17
Ich schwamm zu einer Boje, um dann festzustellen das ich verfolgt werde. Als ich bei der Boje war, hielt ich mich daran fest und schnappte nach Luft. “Verfolgst du mich?” Rafa hielt sich auf der anderen Seite fest und sah zu mir. “Ach was, ich schwimme nur zufällig in die selbe Richtung” ”Ist dann aber ein ziemlich großer Zufall” Er zog wieder das breite Lächeln. “Soll vorkommen” Mein Gesicht wurde gleich wieder Ernst.
“Ich mache das nicht absichtlich um dich zu ärgern” Ich hatte das dringende Gefühl ihm klar zu machen, das ich das nicht absichtlich tue sondern damit Alex keinen Verdacht schöpft. ”Was?” ”Am Strand... mit Alex” In der nächsten Sekunde verschwand sein Lächeln. “Das weiss ich. Ich werde es schon überleben. Mir ist klar das ich euch nur aus dem Weg gehen muss aber ich habe keine Lust den ganzen Tag irgendwo alleine zu sein nur um dich nicht mit ihm zu sehen. Ich hoffe, er weiss es zu schätzen das er dich hat”
Ich sagte nichts und nickte erstmal nur um das sacken zu lassen. “Wie kann es sein das der nichts merkt? Fällt dem nicht auf das du dich anders verhältst?” Kam es dann noch hinterher. “Weiss ich nicht, der ahnt eben nichts schlimmes. Der hat vor zwei Monaten als ich von Mallorca zurückkam auch nichts gepeilt. Ich hatte eben öfters mal Kopfschmerzen Abends” Sein Gesicht wurde immer besser. “Du lässt dir Ausreden einfallen um ihn vor dir fern zu halten?” Damit das Rafa das so direkt sagte hatte ich jetzt nicht gerechnet also rollte ich mit den Augen.
“Ich kann schlecht nachdenken wenn er über mir liegt” Seinem angewiderten Gesicht nach zu urteilen passte ihm die Antwort aber auch nicht. Ich wusste doch das es übertrieben war, er hatte mich ja förmlich dazu provoziert. “Höre auf, ich will die Details nicht genauer wissen!”
Ich sah zum Strand, Juli war mit Tomeu beschäftigt und Alex mit lesen in seinem nach eigenen Angaben superspannendem Buch. Rafa kam etwas näher und lächelte schon wieder so breit. “Das hier keiner ist bringt mich nur auf dumme Ideen“ “Ich sag's dir!” Sagte ich nur streng und versuchte nicht auf sein Lächeln reinzufallen. Ich dachte das wäre bei ihm angekommen aber seine Hand war plötzlich auf meiner Schulter.
Wie gut, das er sich mit der anderen festhalten musste sonst würde er mich wohl ganz dreist umarmen. “Warum machst du das?” Fragte ich mal wieder. “Weil ich...” Er brach mitten im Satz ab und sah mich mit großen Augen an. “Höre auf!” Sagte ich nur mit ernstem Gesicht. “Ich mache gar nichts!” Warum machte der das? Von mir aus kann er mich auch richtig umarmen, ich konnte mich ihm nicht entziehen. Ich würde mich zu gerne total gehen lassen. “War dir das wirklich egal letzte Nacht?” Fragte er dann leise und sah mich ernst an. Musste er jetzt so was fragen? Ich kam ins schwitzen und schluckte nervös während ich nach den passenden Worten suchte.
“Macht es einen Unterschied ob ich jetzt sí oder no sage?” Antwortete ich leise und hoffte, das ich die passenden Worte finde und nicht alles kaputt mache. “Für mich schon” Seinen Blick konnte ich nur schwer ertragen. Ich wusste doch das er sich Hoffnungen machte und ich bringe es nicht fertig ihn abblitzen zu lassen, ich wollte das auch gar nicht. Ich legte einen Arm um seinen Hals und hielt mich mit dem anderen an der Boje fest. Diese blöde Boje war perfekt, da wir direkt dahinter waren, sah man uns vom Strand aus nicht mehr. Die Nähe zu Rafa war aber gleich wieder zu viel, ich kam ins schwitzen obwohl ich im Wasser war.
In seinen Augen könnte ich mich total vergessen. Da er nichts machte und mich immer noch so flehend ansah, zog ich ihn näher an mich und küsste ihn sanft. Das war zu schön um es zu lassen. Ich vergaß total alles um mich rum, zum dumm das wir im Wasser waren. Ich könnte ihn auffressen. So langsam reichten mir die Küsse nicht mehr aus, ich hätte nur zu gerne ein bisschen mehr von ihm um nicht zu sagen alles.
Zu wissen, das er mich am liebsten vernaschen würde war das schlimmste. Durch die Küsse bekam ich ja einen Vorgeschmack auf den Rest. Je öfter ich ihn küsse umso klarer wird mir was ich will oder besser gesagt wen. Wahrscheinlich hatte Rafa Recht als er sagte das ich lüge als ich sagte das ich Alex liebe.
Als Rafa sich von mir löste, kam ich wieder zur Besinnung und schlug meine Augen auf. “Reicht dir das als Antwort?” Das umwerfende Lächeln erschien gleich wieder. “Ich hätte dir sowieso nicht geglaubt das es dir egal war, selbst wenn du es gesagt hättest nicht” “Und jetzt?” “Du solltest tun was für dich am besten ist und nicht was andere von dir verlangen” Das hatte er aber schön formuliert. Mit anderen Worten ich soll Alex in den Wind schießen weil Rafa der Meinung ist das er besser zu mir passen würde.
“Mierda!” Kam es plötzlich leise und dann sah Rafa total entgeistert an mir vorbei. Ich drehte mich um und bekam den Schock meines Lebens! Was machte Alex hier?! Er sah mit großen Augen zu mir und drehte dann um ohne einen Ton zu sagen. Meine gute Laune war von einer Sekunde auf die andere verflogen. Oh nein! Wieso musste das passieren? Konnte er nicht einfach weiterlesen? “Alex warte” Ich schwamm ihm nach aber er war schon etwas entfernt und schwamm weiter ohne mich zu beachten.
Als er am Strand war nahm er sein Handtuch mit und lief direkt weiter in Richtung Haus. Natürlich war er schon weg als ich aus dem Wasser kam. Kurz drehte ich mich Richtung Meer um, Rafa blieb im Wasser und sah mir nach. Ich wickelte mir das Handtuch um und rannte auch zum Haus. Abtrocknen konnte ich mich auch noch später.
Ich fand Alex schließlich am Pool stehen. Was ich jetzt sagen soll wusste ich auch nicht also blieb ich erstmal nur hinter ihm stehen. Da er wohl ahnte das ich hinter ihm stand drehte er sich dann um. Oh weia, sein Blick gefiel mir gar nicht! “Hast du was zu sagen?” Fragte er leicht aggressiv. Ich stand nur mit offenem Mund da und schnappte nach Luft. “Ich wollte das nicht” Ich sah schon wie er tief Luft holte und im Begriff war gleich zu explodieren.
“Du wolltest das nicht? So sah es aber nicht aus! Dir schien es ziemlich zu gefallen. Denkst du das du mich für dumm verkaufen kannst?” Ja, er hatte ja Recht aber wie sollte ich ihm das erklären? Ich sagte gar nichts und sah nach unten während ich betete, das er nicht ausflippt. Etwas erstaunt war ich schon das er so in die Luft ging. “Jetzt macht es ja auch Sinn das der seine Freundin abgeschossen hat. Macht der sich immer an Frauen ran die vergeben sind um dann anderer Leute Leben zu zerstören? Was mich aber noch mehr verletzt ist das du einfach so darauf reinfällst. Ist es weil er Millionen auf dem Konto hat oder alles gewinnt? Das du so geldgeil bist hätte ich echt nicht gedacht” Ich schluckte immer weiter.
“Mir ist völlig egal ob er Geld hat oder nicht, du kapierst echt gar nichts!” Er kam näher bis er direkt vor mir stand. In seinen Augen war blanke Wut und Hass. “Oh doch ich kapiere es jetzt schon. Bist du hier weil du ihn sehen wolltest? Das macht alles Sinn jetzt. Du warst vor zwei Monaten schon so komisch als du auf Mallorca warst. Warst du da auch bei ihm und hast nur so getan als hättest du mit Juli Urlaub gemacht?” Ich ging einen Schritt zurück. “Nein, das stimmt nicht, lasse es mich doch wenigstens erklären” ”Kannst du dir sparen, ich will es gar nicht wissen! Ich dachte du liebst mich aber offenbar habe ich mich getäuscht, hast du mich die ganze Zeit angelogen? Das du mich so dreist hintergehst hätte ich nicht von dir gedacht. Deine Hemmschwelle ist so tief das du mit dem rummachst obwohl ich in der Nähe bin. Mit dir bin ich fertig! Suche dir einen anderen Dummen den du verarschen kannst!” Er drehte sich um und verschwand ins Haus. Ich rannte ihm nach, so einfach würde ich nicht aufgeben!
Im Wohnzimmer fand ich ihn schließlich. “Alex, das ist nicht so wie es aussieht” ”Es ist mir egal, willst du alles noch schlimmer machen? Ich rate dir die Klappe zu halten bevor ich mich noch total vergesse!” So langsam war ich auch auf 300. “Ich lasse mir nicht von dir den Mund verbieten aber ja du hast schon Recht, du merkst absolut gar nichts. Wir sind fast eine Woche hier und du schnallst es erst wenn du mich in flagranti erwischst”
Ich fühlte mich so provoziert, das das alles raus musste. Er kam näher mit einem gefährlichen Blick und blieb vor mir stehen. “Wird nicht wieder vorkommen, mit dir bin ich fertig. Wenn wir wieder in Deutschland sind, kannst du gleich deine Sachen packen. Von mir aus schlafe unter der Brücke oder gehe am besten gleich zu deinem Neuen. Ich meine, jetzt seit ihr ja den blöden Alex, der nichts peilt, los. Mir ist nur unklar wie du dich innerhalb weniger Tage so verändern konntest, das ist doch nicht normal! Ich dachte ich kenne dich” Ich sah von ihm weg und schluckte.
“Rafa ist mein Exfreund” Sagte ich ohne ihn anzusehen. “Was, du warst mit dem zusammen?” Kam es laut und ich hörte schon an seiner Stimme das er ziemlich überrascht war. Ich sah ihn dann wieder an und zuckte mit den Schultern. “Ja, jetzt sieh mich nicht so an!” ”Spinnst du jetzt total oder was?” ”Als ich damals von Mallorca nach Deutschland gezogen bin war ich mit ihm zusammen” Ich sah schon das er Mühe hatte sich unter Kontrolle zu halten.
“Ich fasse es einfach nicht! Wieso hast du nie etwas gesagt? Hast du jetzt plötzlich deine alten Gefühle für ihn wieder entdeckt oder was? Nach dem Motto alte Liebe rostet nicht oder wie?” Ich sah wieder weg und antwortete nichts. “Hättest du es nie gesagt wenn ich dich nicht erwischt hätte? Ich kann das echt nicht glauben! Du benimmst dich wie eine Schlampe” Ich sah zur Seite und realisierte langsam, das es vielleicht besser ist wenn ich jetzt nichts mehr sage, es hat keinen Sinn im Moment. “Ok” Sagte ich nur leise.
“Hast du mir die letzten Monate schon was vor gemacht?” ”Was denkst du denn? Das ich mit dir schlafe und dabei an jemand anderes dachte?” ”Ja, zum Beispiel, ich traue dir alles zu, vielleicht hast du ja immer an ihn gedacht” ”Gut, wenn du es unbedingt hören willst. Ja, ich habe damals schon bei ihm übernachtet als ich auf Mallorca war und ich bereue nichts! Im Gegenteil, es hat mir richtig Spaß gemacht” Das stimmte zwar nicht aber ich war so sauer das ich einfach sagte was er hören wollte. In der nächsten Sekunde hatte ich seine Hand in meinem Gesicht. Ich taumelte rückwärts in Richtung Couch und legte meine Hand reflexartig an meine Wange.
Als ich wieder zur Besinnung kam, war er verschwunden. Vorsichtig tastete ich meine Wange ab, so ein leicht stechender Schmerz war da schon. Ich war viel zu verwirrt um das alles zu verstehen. Wahrscheinlich hatte ich das sogar alles verdient, es musste ja so kommen! Ich setzte mich auf die Couch und schlug mir die Hände vors Gesicht. Das war's dann wohl! Ich hatte mit dem Feuer gespielt und dabei einen Flächenbrand ausgelöst. So richtig realisierte ich noch nicht, das Alex eben Schluss gemacht hatte.
“Ich mache das nicht absichtlich um dich zu ärgern” Ich hatte das dringende Gefühl ihm klar zu machen, das ich das nicht absichtlich tue sondern damit Alex keinen Verdacht schöpft. ”Was?” ”Am Strand... mit Alex” In der nächsten Sekunde verschwand sein Lächeln. “Das weiss ich. Ich werde es schon überleben. Mir ist klar das ich euch nur aus dem Weg gehen muss aber ich habe keine Lust den ganzen Tag irgendwo alleine zu sein nur um dich nicht mit ihm zu sehen. Ich hoffe, er weiss es zu schätzen das er dich hat”
Ich sagte nichts und nickte erstmal nur um das sacken zu lassen. “Wie kann es sein das der nichts merkt? Fällt dem nicht auf das du dich anders verhältst?” Kam es dann noch hinterher. “Weiss ich nicht, der ahnt eben nichts schlimmes. Der hat vor zwei Monaten als ich von Mallorca zurückkam auch nichts gepeilt. Ich hatte eben öfters mal Kopfschmerzen Abends” Sein Gesicht wurde immer besser. “Du lässt dir Ausreden einfallen um ihn vor dir fern zu halten?” Damit das Rafa das so direkt sagte hatte ich jetzt nicht gerechnet also rollte ich mit den Augen.
“Ich kann schlecht nachdenken wenn er über mir liegt” Seinem angewiderten Gesicht nach zu urteilen passte ihm die Antwort aber auch nicht. Ich wusste doch das es übertrieben war, er hatte mich ja förmlich dazu provoziert. “Höre auf, ich will die Details nicht genauer wissen!”
Ich sah zum Strand, Juli war mit Tomeu beschäftigt und Alex mit lesen in seinem nach eigenen Angaben superspannendem Buch. Rafa kam etwas näher und lächelte schon wieder so breit. “Das hier keiner ist bringt mich nur auf dumme Ideen“ “Ich sag's dir!” Sagte ich nur streng und versuchte nicht auf sein Lächeln reinzufallen. Ich dachte das wäre bei ihm angekommen aber seine Hand war plötzlich auf meiner Schulter.
Wie gut, das er sich mit der anderen festhalten musste sonst würde er mich wohl ganz dreist umarmen. “Warum machst du das?” Fragte ich mal wieder. “Weil ich...” Er brach mitten im Satz ab und sah mich mit großen Augen an. “Höre auf!” Sagte ich nur mit ernstem Gesicht. “Ich mache gar nichts!” Warum machte der das? Von mir aus kann er mich auch richtig umarmen, ich konnte mich ihm nicht entziehen. Ich würde mich zu gerne total gehen lassen. “War dir das wirklich egal letzte Nacht?” Fragte er dann leise und sah mich ernst an. Musste er jetzt so was fragen? Ich kam ins schwitzen und schluckte nervös während ich nach den passenden Worten suchte.
“Macht es einen Unterschied ob ich jetzt sí oder no sage?” Antwortete ich leise und hoffte, das ich die passenden Worte finde und nicht alles kaputt mache. “Für mich schon” Seinen Blick konnte ich nur schwer ertragen. Ich wusste doch das er sich Hoffnungen machte und ich bringe es nicht fertig ihn abblitzen zu lassen, ich wollte das auch gar nicht. Ich legte einen Arm um seinen Hals und hielt mich mit dem anderen an der Boje fest. Diese blöde Boje war perfekt, da wir direkt dahinter waren, sah man uns vom Strand aus nicht mehr. Die Nähe zu Rafa war aber gleich wieder zu viel, ich kam ins schwitzen obwohl ich im Wasser war.
In seinen Augen könnte ich mich total vergessen. Da er nichts machte und mich immer noch so flehend ansah, zog ich ihn näher an mich und küsste ihn sanft. Das war zu schön um es zu lassen. Ich vergaß total alles um mich rum, zum dumm das wir im Wasser waren. Ich könnte ihn auffressen. So langsam reichten mir die Küsse nicht mehr aus, ich hätte nur zu gerne ein bisschen mehr von ihm um nicht zu sagen alles.
Zu wissen, das er mich am liebsten vernaschen würde war das schlimmste. Durch die Küsse bekam ich ja einen Vorgeschmack auf den Rest. Je öfter ich ihn küsse umso klarer wird mir was ich will oder besser gesagt wen. Wahrscheinlich hatte Rafa Recht als er sagte das ich lüge als ich sagte das ich Alex liebe.
Als Rafa sich von mir löste, kam ich wieder zur Besinnung und schlug meine Augen auf. “Reicht dir das als Antwort?” Das umwerfende Lächeln erschien gleich wieder. “Ich hätte dir sowieso nicht geglaubt das es dir egal war, selbst wenn du es gesagt hättest nicht” “Und jetzt?” “Du solltest tun was für dich am besten ist und nicht was andere von dir verlangen” Das hatte er aber schön formuliert. Mit anderen Worten ich soll Alex in den Wind schießen weil Rafa der Meinung ist das er besser zu mir passen würde.
“Mierda!” Kam es plötzlich leise und dann sah Rafa total entgeistert an mir vorbei. Ich drehte mich um und bekam den Schock meines Lebens! Was machte Alex hier?! Er sah mit großen Augen zu mir und drehte dann um ohne einen Ton zu sagen. Meine gute Laune war von einer Sekunde auf die andere verflogen. Oh nein! Wieso musste das passieren? Konnte er nicht einfach weiterlesen? “Alex warte” Ich schwamm ihm nach aber er war schon etwas entfernt und schwamm weiter ohne mich zu beachten.
Als er am Strand war nahm er sein Handtuch mit und lief direkt weiter in Richtung Haus. Natürlich war er schon weg als ich aus dem Wasser kam. Kurz drehte ich mich Richtung Meer um, Rafa blieb im Wasser und sah mir nach. Ich wickelte mir das Handtuch um und rannte auch zum Haus. Abtrocknen konnte ich mich auch noch später.
Ich fand Alex schließlich am Pool stehen. Was ich jetzt sagen soll wusste ich auch nicht also blieb ich erstmal nur hinter ihm stehen. Da er wohl ahnte das ich hinter ihm stand drehte er sich dann um. Oh weia, sein Blick gefiel mir gar nicht! “Hast du was zu sagen?” Fragte er leicht aggressiv. Ich stand nur mit offenem Mund da und schnappte nach Luft. “Ich wollte das nicht” Ich sah schon wie er tief Luft holte und im Begriff war gleich zu explodieren.
“Du wolltest das nicht? So sah es aber nicht aus! Dir schien es ziemlich zu gefallen. Denkst du das du mich für dumm verkaufen kannst?” Ja, er hatte ja Recht aber wie sollte ich ihm das erklären? Ich sagte gar nichts und sah nach unten während ich betete, das er nicht ausflippt. Etwas erstaunt war ich schon das er so in die Luft ging. “Jetzt macht es ja auch Sinn das der seine Freundin abgeschossen hat. Macht der sich immer an Frauen ran die vergeben sind um dann anderer Leute Leben zu zerstören? Was mich aber noch mehr verletzt ist das du einfach so darauf reinfällst. Ist es weil er Millionen auf dem Konto hat oder alles gewinnt? Das du so geldgeil bist hätte ich echt nicht gedacht” Ich schluckte immer weiter.
“Mir ist völlig egal ob er Geld hat oder nicht, du kapierst echt gar nichts!” Er kam näher bis er direkt vor mir stand. In seinen Augen war blanke Wut und Hass. “Oh doch ich kapiere es jetzt schon. Bist du hier weil du ihn sehen wolltest? Das macht alles Sinn jetzt. Du warst vor zwei Monaten schon so komisch als du auf Mallorca warst. Warst du da auch bei ihm und hast nur so getan als hättest du mit Juli Urlaub gemacht?” Ich ging einen Schritt zurück. “Nein, das stimmt nicht, lasse es mich doch wenigstens erklären” ”Kannst du dir sparen, ich will es gar nicht wissen! Ich dachte du liebst mich aber offenbar habe ich mich getäuscht, hast du mich die ganze Zeit angelogen? Das du mich so dreist hintergehst hätte ich nicht von dir gedacht. Deine Hemmschwelle ist so tief das du mit dem rummachst obwohl ich in der Nähe bin. Mit dir bin ich fertig! Suche dir einen anderen Dummen den du verarschen kannst!” Er drehte sich um und verschwand ins Haus. Ich rannte ihm nach, so einfach würde ich nicht aufgeben!
Im Wohnzimmer fand ich ihn schließlich. “Alex, das ist nicht so wie es aussieht” ”Es ist mir egal, willst du alles noch schlimmer machen? Ich rate dir die Klappe zu halten bevor ich mich noch total vergesse!” So langsam war ich auch auf 300. “Ich lasse mir nicht von dir den Mund verbieten aber ja du hast schon Recht, du merkst absolut gar nichts. Wir sind fast eine Woche hier und du schnallst es erst wenn du mich in flagranti erwischst”
Ich fühlte mich so provoziert, das das alles raus musste. Er kam näher mit einem gefährlichen Blick und blieb vor mir stehen. “Wird nicht wieder vorkommen, mit dir bin ich fertig. Wenn wir wieder in Deutschland sind, kannst du gleich deine Sachen packen. Von mir aus schlafe unter der Brücke oder gehe am besten gleich zu deinem Neuen. Ich meine, jetzt seit ihr ja den blöden Alex, der nichts peilt, los. Mir ist nur unklar wie du dich innerhalb weniger Tage so verändern konntest, das ist doch nicht normal! Ich dachte ich kenne dich” Ich sah von ihm weg und schluckte.
“Rafa ist mein Exfreund” Sagte ich ohne ihn anzusehen. “Was, du warst mit dem zusammen?” Kam es laut und ich hörte schon an seiner Stimme das er ziemlich überrascht war. Ich sah ihn dann wieder an und zuckte mit den Schultern. “Ja, jetzt sieh mich nicht so an!” ”Spinnst du jetzt total oder was?” ”Als ich damals von Mallorca nach Deutschland gezogen bin war ich mit ihm zusammen” Ich sah schon das er Mühe hatte sich unter Kontrolle zu halten.
“Ich fasse es einfach nicht! Wieso hast du nie etwas gesagt? Hast du jetzt plötzlich deine alten Gefühle für ihn wieder entdeckt oder was? Nach dem Motto alte Liebe rostet nicht oder wie?” Ich sah wieder weg und antwortete nichts. “Hättest du es nie gesagt wenn ich dich nicht erwischt hätte? Ich kann das echt nicht glauben! Du benimmst dich wie eine Schlampe” Ich sah zur Seite und realisierte langsam, das es vielleicht besser ist wenn ich jetzt nichts mehr sage, es hat keinen Sinn im Moment. “Ok” Sagte ich nur leise.
“Hast du mir die letzten Monate schon was vor gemacht?” ”Was denkst du denn? Das ich mit dir schlafe und dabei an jemand anderes dachte?” ”Ja, zum Beispiel, ich traue dir alles zu, vielleicht hast du ja immer an ihn gedacht” ”Gut, wenn du es unbedingt hören willst. Ja, ich habe damals schon bei ihm übernachtet als ich auf Mallorca war und ich bereue nichts! Im Gegenteil, es hat mir richtig Spaß gemacht” Das stimmte zwar nicht aber ich war so sauer das ich einfach sagte was er hören wollte. In der nächsten Sekunde hatte ich seine Hand in meinem Gesicht. Ich taumelte rückwärts in Richtung Couch und legte meine Hand reflexartig an meine Wange.
Als ich wieder zur Besinnung kam, war er verschwunden. Vorsichtig tastete ich meine Wange ab, so ein leicht stechender Schmerz war da schon. Ich war viel zu verwirrt um das alles zu verstehen. Wahrscheinlich hatte ich das sogar alles verdient, es musste ja so kommen! Ich setzte mich auf die Couch und schlug mir die Hände vors Gesicht. Das war's dann wohl! Ich hatte mit dem Feuer gespielt und dabei einen Flächenbrand ausgelöst. So richtig realisierte ich noch nicht, das Alex eben Schluss gemacht hatte.
9 November 2009
Chapter 16
Blitzartig kam ich zur Besinnung und befreite mich aus den Armen von Rafa. Ich setzte mich hin und holte erstmal tief Luft. Erst dachte ich es wäre jemand reingekommen aber es war wohl draußen gewesen. Oh Gott, was machte ich hier nur!? Meine Begeisterung war urplötzlich verflogen. Gewissermaßen war ich über mich selbst erschrocken. Das es soweit kommt hätte ich nicht gedacht. Ich wüsste zu gerne wieso ich es nicht schaffe mich von Rafa fernzuhalten. Wenn er vor mir steht und mich mit so einem verführerischen Blick ansieht, brennen bei mir sämtliche Sicherungen durch und ich vergesse mich total. Leider tat es auch noch viel zu gut alles, es war zu aufregend. Da ich es nicht bereue, hatte ich auch kaum Motivation so was in Zukunft zu verhindern.
Ich hasse es das er so eine Kontrolle über mich hat. Ein bisschen mehr hätte ich schon gerne von Rafa. Ja, ich hatte einen Freund und das war nicht Rafa aber ich konnte es auch nicht ändern. Mir fiel es richtig schwer mich gegen das ganze zu wehren. Wenn nicht alles so kompliziert wäre, ich hätte Rafa sicher längst vernascht. Das er dem nicht abgeneigt war machte es auch nicht besser. Es war verdammt verlockend alles, ich fühlte mich doch ein wenig geschmeichelt das Rafa offensichtlich weit mehr als nur freundschaftliches Interesse an mir hat. Genau das war auch das Dilemma in dem ich mich befand. Einerseits wollte ich das genießen aber mein schlechtes Gewissen meldete sich dann immer und sagte mir das es falsch ist. Ich schluckte noch mal kräftig und drehte dann langsam meinen Kopf. Rafa lag hinter mir auf der Seite und sah schweigend zu mir.
Ich schlug mir die Hände vors Gesicht und lehnte mich wieder nach hinten, bis ich wieder auf dem Rücken lag. Alles Nachdenken war zwecklos, es brachte nichts. Nach ein paar Minuten hatte ich mich wieder etwas beruhigt und drehte meinen Kopf zur Seite. Rafa lag immer noch so da wie vor ein paar Minuten und sah zu mir. “Ziehe dir etwas an!“ Er blieb liegen ohne zu reagieren. Das hatte ich eben ernst gemeint, ich kann nicht nachdenken weil ich keinen klaren Gedanken hinkriege wenn ich ständig zu Rafa sehen muss. “Du hättest mich ja nicht ausziehen müssen!“
Ja ja, soll ich mich jetzt noch bei ihm bedanken das er nicht noch mehr auszieht oder wie? Alex schläft nichts schlimmes ahnend während ich mich mit meinem Ex vergnüge. Das er mit im selben Haus ist war eine echte Horrorvorstellung und leider auch noch die Realität. Es gab nur einen Ausweg, ich muss sofort hier weg und denke nie mehr daran! “Ich muss los” Murmelte ich leise und setzte mich wieder hin. “Diana”
Da ich nichts sagte aber immerhin sitzen blieb, legte er eine Hand auf meine Schulter um mich vom aufstehen abzuhalten. Ich blieb zwar sitzen, traute mich aber nicht Rafa anzusehen. Ich spürte schon wie er näher rückte bevor er mich von hinten umarmte. Spätestens dann war es zu spät um zu gehen. Mir war klar, das ich ab dem Moment wo er mich umarmt verloren habe. Ich schloss meine Augen und lehnte mich nach hinten in seine Arme. Die Nähe zu Rafa tat richtig gut außerdem roch er wieder unverschämt gut. Zu dumm, das ich ihm vorhin sein Shirt ausgezogen hatte, die ganze Nähe zu ihm war eindeutig zu viel.
Ich driftete gedanklich wieder ganz weit weg und versank in Fantasien. Konnten wir nicht einfach so sitzen bleiben? Ich fühlte mich als wäre ich wieder 16, in meinem Bauch war das gleiche Kribbeln wie damals. Mit Alex war es irgendwie anders, ich will nicht sagen schlechter aber eben anders.
Ich weiss nicht wie lange wir da saßen, am liebsten würde ich in den Armen von Rafa schlafen. Leider ging das nicht aber wenn es irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, ich hätte nicht lange überlegt. Kurz kam ich ins schwanken einfach nachzugeben, egal welche Konsequenzen das hat. Sicher wäre Alex nicht begeistert wenn er morgen früh aufwacht und mich mit Rafa in einem Bett findet. Vielleicht sollte ich mir den grenzenlosen Egoismus einfach mal erlauben und das tun wozu mir eben ist. Wenn ich das aber tue, dann würde das bedeuten das ich Alex betrüge.
War eine Nacht mit Rafa wirklich den ganzen Ärger wert? Mühselig löste ich mich etwas aus seiner Umarmung, am liebsten hätte ich mich gleich wieder zurückgelehnt. “Ich muss los” Sagte ich dann wieder leise und vermied es ihn anzusehen. “Bleibe hier” Er sollte aufhören mir so was vorzuschlagen bevor ich es mir noch überlege! “Es geht nicht” ”Warum nicht?” Er rückte wieder näher und küsste mich sanft am Hals. “Ich weiss, das du das genießt” Wie er das so in mein Ohr flüsterte, ich schmolz gleich wieder dahin.
Damit hatte er aber leider vollkommen Recht! Mir war klar, das ich ihm nichts vormachen kann, er würde mir nie glauben das mir nichts an ihm liegt. Ich schloss meine Augen wieder und versuchte an gar nichts mehr zu denken. “Trotzdem, ich habe dir doch schon hundert mal erklärt wieso es nicht geht” Sagte ich nach ein paar Sekunden mit schwindendem Widerstand. Ich tendierte immer mehr dazu einfach das zu tun wonach mir gerade ist ohne auch nur einen Gedanken an mögliche Konsequenzen zu verschwenden.
Rafa machte ja mehr als deutlich das er sich nur zu gerne darauf einlassen würde. Was wenn ich das gleiche tue wie Rafa und Alex einfach abserviere? Er wäre sicher ziemlich verletzt aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen. Wenn ich nur wüsste, das es genauso ist wenn der Urlaub hier vorbei ist. Rafa ist zu süß aber er ist eben auch ein bekannter Tennisspieler der nie Freizeit hat. Trotzdem war es sehr verlockend. Vielleicht sollte ich auch aufhören vor meinen eigenen Gefühlen wegzulaufen. Das tat ich auch nur aus Angst vor den möglichen Konsequenzen.
Ich müsste zweifellos mein komplettes Leben umstellen wenn ich mit Rafa zusammen sein will. Es ist nicht so das ich das nicht tun würde aber da müsste ich vorher wissen, das Rafa voll hinter mir steht wenn ich das schon alles wegen ihm riskiere. Das war aber alles ganz weit weg, noch waren wir hier. Wie sieht das denn aus wenn ich Alex abserviere und in der gleichen Minute mit Rafa auftauche?
Ja gut, ich machte mir schon die letzten zwei Monate Gedanken. Ich dachte früher auch ab und zu daran aber mit dem Unterschied das ich damals keinen Kontakt zu Rafa hatte und er somit für mich auch nicht greifbar war. Das hatte sich jetzt ja geändert.
Als ich wieder aufwachte, streckte ich mich und blinzelte dann mit den Augen vorsichtig. Meine Müdigkeit war in der nächsten Sekunde aber sofort verflogen als ich Rafa neben mir liegen sah. Genauer gesagt lag er direkt an mir und sein Arm lag über meinem Bauch. Oh nein! Ich war also wirklich hier eingeschlafen und ich bereute es nichtmal. Es dauerte aber nur Sekunden bis ich mich von dem morgendlichen Schreck erholte.
Ich könnte mich daran gewöhnen neben Rafa zu schlafen. Er gibt mir das Gefühl was besonderes zu sein und wenn er mich dann noch so küsst, ist es sowieso aus bei mir. Mir war klar, das es an ihm lag, das ich jetzt noch etwas an hatte. Wenn er sich nicht zurückgehalten hätte, ich hätte sowieso nicht nein sagen können. Ich war mir auch ziemlich sicher, das es ihm gewissermaßen schwer fiel sich zu beherrschen und die Situation nicht auszunutzen. Ihm war wohl klar, das er sich damit alles verspielt hätte.
Das er es nicht ausgenutzt hat gibt mir noch mehr zu denken, wieso musste er auch immer das Richtige tun? Kann er nicht einfach irgendwas dummes tun, das es mir leichter fallen würde von ihm los zu kommen? Als mir auffiel das es schon hell ist draußen, bekam ich wieder Panik. Gott weiss wie spät es ist! Wie gut das Rafa eine Uhr hatte, ich schielte darauf und setzte mich vorsichtig hin um ihn nicht zu wecken.
Zum Glück war es erst kurz nach 8, um diese Zeit ist noch niemand wach. Puh, war ich froh! Ich sah nach hinten und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, Rafa sah selbst wenn er schläft noch gut aus. Ich hätte vor einer Woche nicht gedacht, das ich noch mal neben ihm aufwachen würde. Mir war's als würde ich das eben träumen aber es war kein Traum. Am liebsten würde ich mich gleich wieder hinlegen und so nah es ging an ihn rücken.
Ich strich ihm ein paar Haarsträhnchen aus dem Gesicht und beobachtete ihn ein paar Minuten, das könnte ich stundenlang tun. Wenn ich nicht befürchten müsste, das jemand vor uns wach wird, würde ich ihn so lange beobachten bis er aufwacht. Es fiel mir auch sehr schwer die Finger von ihm zu lassen, ich würde liebend gerne von oben bis unten Küsse auf ihm verteilen. Bevor ich auf noch dümmere Ideen komme, stand ich leise auf und verließ das Zimmer.
Kurz lauschte ich, es war kein Ton zu hören. Ich lief in die Küche und würde mich dann mal um das Frühstück kümmern. Nebenbei kann ich ja überlegen wie ich mich rausrede. Mein Glück war ja das alle noch schliefen. Juli und Tomeu würde ich sagen das ich munter war und nicht mehr schlafen konnte und bei Alex hängt es davon ab ob er noch mal wach war und gemerkt hat das ich woanders übernachtet habe.
Wenn nicht würde ich ihm auch sagen das ich nicht mehr schlafen konnte und schon immer aufgestanden bin. Das war ja um Haaresbreite noch mal gut gegangen. Nicht auszudenken was passiert wäre wenn ich nicht aufgewacht wäre und alle mitbekommen hätten, das ich es vorziehe nicht neben meinem Freund zu schlafen. So ein leicht bitterer Beigeschmack blieb, es wurde immer schlimmer je mehr ich mich auf Rafa einlasse.
Ob ich will oder nicht, ich hintergehe Alex immer mehr und entferne mich auch immer mehr von ihm. Rafa schaffte es innerhalb weniger Tage ein komplettes Chaos anzurichten. Wenn ich es nicht wüsste würde ich sagen der macht das extra.
Vielleicht hat er ja ein Egoproblem und will sich selbst was beweisen indem er es direkt darauf anlegt um mich rumzukriegen egal mit welchen Mitteln. Obwohl das nicht so richtig passte, Rafa machte so was eigentlich nicht um sein Ego zu pushen. Das er sich in den sieben Jahren so grundlegend geändert hat, konnte ich mir auch nur schwer vorstellen.
“Buenas días” Ich drehte mich um und dachte so, wenn man vom Teufel spricht oder besser daran denkt. Rafa gähnte und lehnte sich dann seitlich an den Küchenschrank. So leicht verschlafen und mit zerwühlten Haaren sah er echt zum anbeißen aus. Ich musste mich zwingen an etwas anderes zu denken, sonst fange ich noch an mit sabbern. “Bon dia, auch schon ausgeschlafen?” ”Mhh, ich kann ja nicht den ganzen Tag verschlafen” Ich trank einen Schluck Kaffee und liess mich auf einem Hocker an der Bar nieder. ”Das scheinen die anderen anders zu sehen” Meinte ich so als Anspielung auf Alex, Tomeu und Juli und stellte eine Tasse chocolate espeso vor Rafa auf den Tresen. “Ich bin aufgewacht als du gegangen bist um genau zu sein”
Jetzt fängt er wieder an aber ich wusste, das ich nicht drumrum komme. “Ich ähhm hatte auch nicht geplant neben dir zu schlafen” ”War's so schlimm?” Ich rollte nur mit den Augen. “Bueno, ich weiss das du das nicht geplant hast, es tut mir leid das ich dich dazu überredet habe” Schob er gleich noch mit einem verlegenen Lächeln hinterher. Von wegen es tut ihm leid, ich weiss doch genau, das er das so wollte! Vermutlich hätte er auch Stress mit Alex dafür in Kauf genommen. “Wird nicht wieder vorkommen” Sagte ich trocken und vermied es ihn anzusehen. Das war mein voller Ernst, so was würde mir sicher nicht noch mal passieren. Ich muss verrückt gewesen sein meine Beziehung aufs Spiel zu setzen weil Rafa mal eben der Meinung ist das er doch Interesse an mir hat!
Mir kam es fast so vor als wäre ich eine Trophäe die Rafa um jeden Preis gewinnen will. “Bist du dir da sicher?” Fragte er nach ein paar Minuten. Ich sah ihn nur mit einem ernsten Gesicht an. “Sí!” Er kam näher und liess sich mit etwas Sicherheitsabstand neben mir auf einem Barhocker nieder. “Fängt es jetzt wieder an?” ”Was?” Fragte ich nur mit einem abweisenden Blick und hoffte das er einfach aufhört mit dem nachbohren. Ich wusste genau worauf er hinaus will. Er glaubt sicher das ich doch noch schwach werde und was dummes tue wenn er nur lange genug nervt. “Das du dich mit Händen und Füssen gegen deine Gefühle wehrst” Autsch, das hatte gesessen!
Muss er das auch so direkt sagen? Und dann auch noch alles in einem Satz. Die Wahrheit war manchmal echt bitter zu hören. Mein Hals wurde trocken und ich kam innerlich ins schwitzen. Da ich in Bedrängnis war, fühlte ich mich zur Verteidigung genötigt. “Ich weiss ja nicht was du dir so zusammenreimst aber ich muss dich leider enttäuschen. Ich liebe Alex” Im selben Moment wurde mir klar, das ich eben einen Fehler gemacht hatte. Ich war mir ja selbst schon nicht mehr sicher was ich von Alex will, wie sollte ich dann Rafa davon überzeugen das ich glücklich bin mit Alex? Er zog erst ein kurzes Lächeln und trank dann einen Schluck.
Einen Augenblick später war sein Gesicht aber genauso ernst wie zuvor. “Du lügst” Ich war für einen Moment sprachlos. Das war die gerechte Antwort auf meine dumme Äußerung von eben. Schon schlimm, das er es schaffte mir mit zwei Wörtern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich fühlte mich richtig unwohl, wie als hätte mir jemand meinen Schutzschild weg genommen. Da ich vor Schreck nicht wusste was ich sagen sollte sah ich nach unten auf die Fliessen und überlegte fieberhaft. Nach einer Weile spürte ich seine Hand unter meinem Kinn.
Er hob meinen Kopf, das ich ihn ansehen musste, was mir wirklich schwer fiel. “Ich weiss genau, das du letzte Nacht nicht no gesagt hättest” “Warum machst du das?” Fragte ich leise als ich mich wieder im Griff hatte. “Weil ich nicht will das du unglücklich bist” ”Dann lass mich endlich in Ruhe!” ”Das kann ich nicht. Ich weiss, das dir die Küsse gestern Abend nicht egal waren. Warum sträubst du dich so? Ich will dir nichts schlechtes” Ich holte tief Luft und ging einen Schritt von ihm weg.
“Ist schon ok. Ich komme schon klar” Er nickte leicht mit dem Kopf und sagte nichts mehr auch wenn ich das Gefühl hatte, das er am liebsten noch viel mehr sagen würde. Ich wollte ja erst sagen, das er aufhören soll sich einzumischen weil es ihn schon lange nichts mehr an ging aber mir war klar, wie das bei ihm ankommen würde. Ich wollte ihm nicht absichtlich vor den Kopf stoßen. Ganz leicht hatte ich den Verdacht, das ich Rafa nicht so einfach los werde. Wenn der sich erstmal was in den Kopf gesetzt hat, setzt er alles daran das auch zu erreichen.
Zu meiner Rettung tauchte Juli dann auf. Sie wunderte sich zwar, das ich so früh schon wach war und Rafa auch aber sie sagte nichts weiter. Alex tauchte erst kurz vor um 10 auf. Natürlich wunderte er sich auch das ich schon wach war aber er fragte nicht weiter nach. Seinem Verhalten nach zu urteilen hatte er nicht gemerkt, das ich die ganze Nacht nicht da war nicht nur die zwei Stunden. Ich musste mit aller Macht mein schlechtes Gewissen verdrängen.
Er tat so als wäre nichts gewesen, das machte es noch schlimmer. Wir gingen dann erstmal alle wieder zum Strand. Juli sass bei Tomeu mit auf dem Handtuch und Alex schien besonders an mir zu hängen heute da er so nah es ging an mir lag und versuchte zu lesen. Alex war ja durch sein Buch abgelenkt also drehte ich meinen Kopf etwas und sah zu Rafa. Er sass ungefähr drei Meter entfernt auf seinem Handtuch und sah mit einem ernsten Gesicht zu mir.
Sein Blick sah so aus als wenn er mich gleich umbringen will. Was er dachte sah ich ihm schon an. Vermutlich passt er mich irgendwann heute Abend alleine ab und wirft mir vor, das ich auf seinen Gefühlen rumtrampeln würde indem ich vor seinen Augen mit Alex zusammen bin. Ein bisschen konnte ich Rafa verstehen, ich wollte auch nicht das er denkt es ist mir egal ist was mit ihm ist. Ich wollte ihn doch nicht absichtlich verletzen.
Jetzt fehlte es ja nur noch das ich wegen Rafa ein schlechtes Gewissen bekomme weil ich weiss das es ihn stört das ich mit Alex zusammen bin. Ich kann mich aber nun mal nicht teilen. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen als Alex mich umarmte und dann auch noch versuchte mich zu küssen. Das war echt too much! Ich konnte das einfach nicht.
Unmöglich kann ich mich auf Alex einlassen wenn ich weiss das Rafa dadurch todunglücklich ist. Ich drückte ihn von mir weg und stand auf. “Ich äh, gehe mal ins Wasser” Er blieb liegen und sah mich leicht verdattert an. “Ok” Schnell drehte ich mich um und verschwand ins Meer um weiteren Fragen zu entgehen.
Das war echt zu viel für meine Nerven. Ich kann nicht mit Alex knutschen wenn ich weiss das Rafa uns beobachtet. Vielleicht wär's mir ja auch lieber wenn Rafa versuchen würde mich zu küssen und nicht Alex. Oh Gott, es fing wieder an! Ich verfalle in Tagträume über meinen Ex. Ich wusste das es ein Fehler war in den Armen von Rafa zu schlafen. Das zeigt mir nur was ich haben könnte und irgendwie auch wollte. Nur was mache ich mit Alex?
Ich kann doch nicht zu ihm hingehen und sagen das ich es mir plötzlich anders überlegt habe und nicht mehr mit ihm zusammen sein will. Wenn er wüsste, das Rafa dahinter steckt flippt der aus. Am Ende glaubt er noch es ist weil Rafa Unmengen an Geld hat und bekannt ist. “Diana” Ich drehte mich im Wasser um und sah Rafa in meine Richtung schwimmen. Ich rollte erstmal kurz mit den Augen, was will der hier? “Was?” Fragte ich als ich wieder etwas Richtung Strand geschwommen war damit ich stehen konnte. Rafa kam näher und stellte sich dann hin.
Es sah aus als würde er überlegen was er sagen wollte. “Nada” Kam es dann nur. Nichts? Ich glaube kaum das er extra ins Wasser gekommen ist um mir zu sagen das nichts ist. “Du kommst extra ins Wasser um mir zu sagen das nichts ist?” Hakte ich weiter nach. Kurz zog er das umwerfende Lächeln. “No aber es hat sich schon erledigt” ”Ok, wie du meinst”
Ich hasse es das er so eine Kontrolle über mich hat. Ein bisschen mehr hätte ich schon gerne von Rafa. Ja, ich hatte einen Freund und das war nicht Rafa aber ich konnte es auch nicht ändern. Mir fiel es richtig schwer mich gegen das ganze zu wehren. Wenn nicht alles so kompliziert wäre, ich hätte Rafa sicher längst vernascht. Das er dem nicht abgeneigt war machte es auch nicht besser. Es war verdammt verlockend alles, ich fühlte mich doch ein wenig geschmeichelt das Rafa offensichtlich weit mehr als nur freundschaftliches Interesse an mir hat. Genau das war auch das Dilemma in dem ich mich befand. Einerseits wollte ich das genießen aber mein schlechtes Gewissen meldete sich dann immer und sagte mir das es falsch ist. Ich schluckte noch mal kräftig und drehte dann langsam meinen Kopf. Rafa lag hinter mir auf der Seite und sah schweigend zu mir.
Ich schlug mir die Hände vors Gesicht und lehnte mich wieder nach hinten, bis ich wieder auf dem Rücken lag. Alles Nachdenken war zwecklos, es brachte nichts. Nach ein paar Minuten hatte ich mich wieder etwas beruhigt und drehte meinen Kopf zur Seite. Rafa lag immer noch so da wie vor ein paar Minuten und sah zu mir. “Ziehe dir etwas an!“ Er blieb liegen ohne zu reagieren. Das hatte ich eben ernst gemeint, ich kann nicht nachdenken weil ich keinen klaren Gedanken hinkriege wenn ich ständig zu Rafa sehen muss. “Du hättest mich ja nicht ausziehen müssen!“
Ja ja, soll ich mich jetzt noch bei ihm bedanken das er nicht noch mehr auszieht oder wie? Alex schläft nichts schlimmes ahnend während ich mich mit meinem Ex vergnüge. Das er mit im selben Haus ist war eine echte Horrorvorstellung und leider auch noch die Realität. Es gab nur einen Ausweg, ich muss sofort hier weg und denke nie mehr daran! “Ich muss los” Murmelte ich leise und setzte mich wieder hin. “Diana”
Da ich nichts sagte aber immerhin sitzen blieb, legte er eine Hand auf meine Schulter um mich vom aufstehen abzuhalten. Ich blieb zwar sitzen, traute mich aber nicht Rafa anzusehen. Ich spürte schon wie er näher rückte bevor er mich von hinten umarmte. Spätestens dann war es zu spät um zu gehen. Mir war klar, das ich ab dem Moment wo er mich umarmt verloren habe. Ich schloss meine Augen und lehnte mich nach hinten in seine Arme. Die Nähe zu Rafa tat richtig gut außerdem roch er wieder unverschämt gut. Zu dumm, das ich ihm vorhin sein Shirt ausgezogen hatte, die ganze Nähe zu ihm war eindeutig zu viel.
Ich driftete gedanklich wieder ganz weit weg und versank in Fantasien. Konnten wir nicht einfach so sitzen bleiben? Ich fühlte mich als wäre ich wieder 16, in meinem Bauch war das gleiche Kribbeln wie damals. Mit Alex war es irgendwie anders, ich will nicht sagen schlechter aber eben anders.
Ich weiss nicht wie lange wir da saßen, am liebsten würde ich in den Armen von Rafa schlafen. Leider ging das nicht aber wenn es irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, ich hätte nicht lange überlegt. Kurz kam ich ins schwanken einfach nachzugeben, egal welche Konsequenzen das hat. Sicher wäre Alex nicht begeistert wenn er morgen früh aufwacht und mich mit Rafa in einem Bett findet. Vielleicht sollte ich mir den grenzenlosen Egoismus einfach mal erlauben und das tun wozu mir eben ist. Wenn ich das aber tue, dann würde das bedeuten das ich Alex betrüge.
War eine Nacht mit Rafa wirklich den ganzen Ärger wert? Mühselig löste ich mich etwas aus seiner Umarmung, am liebsten hätte ich mich gleich wieder zurückgelehnt. “Ich muss los” Sagte ich dann wieder leise und vermied es ihn anzusehen. “Bleibe hier” Er sollte aufhören mir so was vorzuschlagen bevor ich es mir noch überlege! “Es geht nicht” ”Warum nicht?” Er rückte wieder näher und küsste mich sanft am Hals. “Ich weiss, das du das genießt” Wie er das so in mein Ohr flüsterte, ich schmolz gleich wieder dahin.
Damit hatte er aber leider vollkommen Recht! Mir war klar, das ich ihm nichts vormachen kann, er würde mir nie glauben das mir nichts an ihm liegt. Ich schloss meine Augen wieder und versuchte an gar nichts mehr zu denken. “Trotzdem, ich habe dir doch schon hundert mal erklärt wieso es nicht geht” Sagte ich nach ein paar Sekunden mit schwindendem Widerstand. Ich tendierte immer mehr dazu einfach das zu tun wonach mir gerade ist ohne auch nur einen Gedanken an mögliche Konsequenzen zu verschwenden.
Rafa machte ja mehr als deutlich das er sich nur zu gerne darauf einlassen würde. Was wenn ich das gleiche tue wie Rafa und Alex einfach abserviere? Er wäre sicher ziemlich verletzt aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen. Wenn ich nur wüsste, das es genauso ist wenn der Urlaub hier vorbei ist. Rafa ist zu süß aber er ist eben auch ein bekannter Tennisspieler der nie Freizeit hat. Trotzdem war es sehr verlockend. Vielleicht sollte ich auch aufhören vor meinen eigenen Gefühlen wegzulaufen. Das tat ich auch nur aus Angst vor den möglichen Konsequenzen.
Ich müsste zweifellos mein komplettes Leben umstellen wenn ich mit Rafa zusammen sein will. Es ist nicht so das ich das nicht tun würde aber da müsste ich vorher wissen, das Rafa voll hinter mir steht wenn ich das schon alles wegen ihm riskiere. Das war aber alles ganz weit weg, noch waren wir hier. Wie sieht das denn aus wenn ich Alex abserviere und in der gleichen Minute mit Rafa auftauche?
Ja gut, ich machte mir schon die letzten zwei Monate Gedanken. Ich dachte früher auch ab und zu daran aber mit dem Unterschied das ich damals keinen Kontakt zu Rafa hatte und er somit für mich auch nicht greifbar war. Das hatte sich jetzt ja geändert.
Als ich wieder aufwachte, streckte ich mich und blinzelte dann mit den Augen vorsichtig. Meine Müdigkeit war in der nächsten Sekunde aber sofort verflogen als ich Rafa neben mir liegen sah. Genauer gesagt lag er direkt an mir und sein Arm lag über meinem Bauch. Oh nein! Ich war also wirklich hier eingeschlafen und ich bereute es nichtmal. Es dauerte aber nur Sekunden bis ich mich von dem morgendlichen Schreck erholte.
Ich könnte mich daran gewöhnen neben Rafa zu schlafen. Er gibt mir das Gefühl was besonderes zu sein und wenn er mich dann noch so küsst, ist es sowieso aus bei mir. Mir war klar, das es an ihm lag, das ich jetzt noch etwas an hatte. Wenn er sich nicht zurückgehalten hätte, ich hätte sowieso nicht nein sagen können. Ich war mir auch ziemlich sicher, das es ihm gewissermaßen schwer fiel sich zu beherrschen und die Situation nicht auszunutzen. Ihm war wohl klar, das er sich damit alles verspielt hätte.
Das er es nicht ausgenutzt hat gibt mir noch mehr zu denken, wieso musste er auch immer das Richtige tun? Kann er nicht einfach irgendwas dummes tun, das es mir leichter fallen würde von ihm los zu kommen? Als mir auffiel das es schon hell ist draußen, bekam ich wieder Panik. Gott weiss wie spät es ist! Wie gut das Rafa eine Uhr hatte, ich schielte darauf und setzte mich vorsichtig hin um ihn nicht zu wecken.
Zum Glück war es erst kurz nach 8, um diese Zeit ist noch niemand wach. Puh, war ich froh! Ich sah nach hinten und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, Rafa sah selbst wenn er schläft noch gut aus. Ich hätte vor einer Woche nicht gedacht, das ich noch mal neben ihm aufwachen würde. Mir war's als würde ich das eben träumen aber es war kein Traum. Am liebsten würde ich mich gleich wieder hinlegen und so nah es ging an ihn rücken.
Ich strich ihm ein paar Haarsträhnchen aus dem Gesicht und beobachtete ihn ein paar Minuten, das könnte ich stundenlang tun. Wenn ich nicht befürchten müsste, das jemand vor uns wach wird, würde ich ihn so lange beobachten bis er aufwacht. Es fiel mir auch sehr schwer die Finger von ihm zu lassen, ich würde liebend gerne von oben bis unten Küsse auf ihm verteilen. Bevor ich auf noch dümmere Ideen komme, stand ich leise auf und verließ das Zimmer.
Kurz lauschte ich, es war kein Ton zu hören. Ich lief in die Küche und würde mich dann mal um das Frühstück kümmern. Nebenbei kann ich ja überlegen wie ich mich rausrede. Mein Glück war ja das alle noch schliefen. Juli und Tomeu würde ich sagen das ich munter war und nicht mehr schlafen konnte und bei Alex hängt es davon ab ob er noch mal wach war und gemerkt hat das ich woanders übernachtet habe.
Wenn nicht würde ich ihm auch sagen das ich nicht mehr schlafen konnte und schon immer aufgestanden bin. Das war ja um Haaresbreite noch mal gut gegangen. Nicht auszudenken was passiert wäre wenn ich nicht aufgewacht wäre und alle mitbekommen hätten, das ich es vorziehe nicht neben meinem Freund zu schlafen. So ein leicht bitterer Beigeschmack blieb, es wurde immer schlimmer je mehr ich mich auf Rafa einlasse.
Ob ich will oder nicht, ich hintergehe Alex immer mehr und entferne mich auch immer mehr von ihm. Rafa schaffte es innerhalb weniger Tage ein komplettes Chaos anzurichten. Wenn ich es nicht wüsste würde ich sagen der macht das extra.
Vielleicht hat er ja ein Egoproblem und will sich selbst was beweisen indem er es direkt darauf anlegt um mich rumzukriegen egal mit welchen Mitteln. Obwohl das nicht so richtig passte, Rafa machte so was eigentlich nicht um sein Ego zu pushen. Das er sich in den sieben Jahren so grundlegend geändert hat, konnte ich mir auch nur schwer vorstellen.
“Buenas días” Ich drehte mich um und dachte so, wenn man vom Teufel spricht oder besser daran denkt. Rafa gähnte und lehnte sich dann seitlich an den Küchenschrank. So leicht verschlafen und mit zerwühlten Haaren sah er echt zum anbeißen aus. Ich musste mich zwingen an etwas anderes zu denken, sonst fange ich noch an mit sabbern. “Bon dia, auch schon ausgeschlafen?” ”Mhh, ich kann ja nicht den ganzen Tag verschlafen” Ich trank einen Schluck Kaffee und liess mich auf einem Hocker an der Bar nieder. ”Das scheinen die anderen anders zu sehen” Meinte ich so als Anspielung auf Alex, Tomeu und Juli und stellte eine Tasse chocolate espeso vor Rafa auf den Tresen. “Ich bin aufgewacht als du gegangen bist um genau zu sein”
Jetzt fängt er wieder an aber ich wusste, das ich nicht drumrum komme. “Ich ähhm hatte auch nicht geplant neben dir zu schlafen” ”War's so schlimm?” Ich rollte nur mit den Augen. “Bueno, ich weiss das du das nicht geplant hast, es tut mir leid das ich dich dazu überredet habe” Schob er gleich noch mit einem verlegenen Lächeln hinterher. Von wegen es tut ihm leid, ich weiss doch genau, das er das so wollte! Vermutlich hätte er auch Stress mit Alex dafür in Kauf genommen. “Wird nicht wieder vorkommen” Sagte ich trocken und vermied es ihn anzusehen. Das war mein voller Ernst, so was würde mir sicher nicht noch mal passieren. Ich muss verrückt gewesen sein meine Beziehung aufs Spiel zu setzen weil Rafa mal eben der Meinung ist das er doch Interesse an mir hat!
Mir kam es fast so vor als wäre ich eine Trophäe die Rafa um jeden Preis gewinnen will. “Bist du dir da sicher?” Fragte er nach ein paar Minuten. Ich sah ihn nur mit einem ernsten Gesicht an. “Sí!” Er kam näher und liess sich mit etwas Sicherheitsabstand neben mir auf einem Barhocker nieder. “Fängt es jetzt wieder an?” ”Was?” Fragte ich nur mit einem abweisenden Blick und hoffte das er einfach aufhört mit dem nachbohren. Ich wusste genau worauf er hinaus will. Er glaubt sicher das ich doch noch schwach werde und was dummes tue wenn er nur lange genug nervt. “Das du dich mit Händen und Füssen gegen deine Gefühle wehrst” Autsch, das hatte gesessen!
Muss er das auch so direkt sagen? Und dann auch noch alles in einem Satz. Die Wahrheit war manchmal echt bitter zu hören. Mein Hals wurde trocken und ich kam innerlich ins schwitzen. Da ich in Bedrängnis war, fühlte ich mich zur Verteidigung genötigt. “Ich weiss ja nicht was du dir so zusammenreimst aber ich muss dich leider enttäuschen. Ich liebe Alex” Im selben Moment wurde mir klar, das ich eben einen Fehler gemacht hatte. Ich war mir ja selbst schon nicht mehr sicher was ich von Alex will, wie sollte ich dann Rafa davon überzeugen das ich glücklich bin mit Alex? Er zog erst ein kurzes Lächeln und trank dann einen Schluck.
Einen Augenblick später war sein Gesicht aber genauso ernst wie zuvor. “Du lügst” Ich war für einen Moment sprachlos. Das war die gerechte Antwort auf meine dumme Äußerung von eben. Schon schlimm, das er es schaffte mir mit zwei Wörtern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich fühlte mich richtig unwohl, wie als hätte mir jemand meinen Schutzschild weg genommen. Da ich vor Schreck nicht wusste was ich sagen sollte sah ich nach unten auf die Fliessen und überlegte fieberhaft. Nach einer Weile spürte ich seine Hand unter meinem Kinn.
Er hob meinen Kopf, das ich ihn ansehen musste, was mir wirklich schwer fiel. “Ich weiss genau, das du letzte Nacht nicht no gesagt hättest” “Warum machst du das?” Fragte ich leise als ich mich wieder im Griff hatte. “Weil ich nicht will das du unglücklich bist” ”Dann lass mich endlich in Ruhe!” ”Das kann ich nicht. Ich weiss, das dir die Küsse gestern Abend nicht egal waren. Warum sträubst du dich so? Ich will dir nichts schlechtes” Ich holte tief Luft und ging einen Schritt von ihm weg.
“Ist schon ok. Ich komme schon klar” Er nickte leicht mit dem Kopf und sagte nichts mehr auch wenn ich das Gefühl hatte, das er am liebsten noch viel mehr sagen würde. Ich wollte ja erst sagen, das er aufhören soll sich einzumischen weil es ihn schon lange nichts mehr an ging aber mir war klar, wie das bei ihm ankommen würde. Ich wollte ihm nicht absichtlich vor den Kopf stoßen. Ganz leicht hatte ich den Verdacht, das ich Rafa nicht so einfach los werde. Wenn der sich erstmal was in den Kopf gesetzt hat, setzt er alles daran das auch zu erreichen.
Zu meiner Rettung tauchte Juli dann auf. Sie wunderte sich zwar, das ich so früh schon wach war und Rafa auch aber sie sagte nichts weiter. Alex tauchte erst kurz vor um 10 auf. Natürlich wunderte er sich auch das ich schon wach war aber er fragte nicht weiter nach. Seinem Verhalten nach zu urteilen hatte er nicht gemerkt, das ich die ganze Nacht nicht da war nicht nur die zwei Stunden. Ich musste mit aller Macht mein schlechtes Gewissen verdrängen.
Er tat so als wäre nichts gewesen, das machte es noch schlimmer. Wir gingen dann erstmal alle wieder zum Strand. Juli sass bei Tomeu mit auf dem Handtuch und Alex schien besonders an mir zu hängen heute da er so nah es ging an mir lag und versuchte zu lesen. Alex war ja durch sein Buch abgelenkt also drehte ich meinen Kopf etwas und sah zu Rafa. Er sass ungefähr drei Meter entfernt auf seinem Handtuch und sah mit einem ernsten Gesicht zu mir.
Sein Blick sah so aus als wenn er mich gleich umbringen will. Was er dachte sah ich ihm schon an. Vermutlich passt er mich irgendwann heute Abend alleine ab und wirft mir vor, das ich auf seinen Gefühlen rumtrampeln würde indem ich vor seinen Augen mit Alex zusammen bin. Ein bisschen konnte ich Rafa verstehen, ich wollte auch nicht das er denkt es ist mir egal ist was mit ihm ist. Ich wollte ihn doch nicht absichtlich verletzen.
Jetzt fehlte es ja nur noch das ich wegen Rafa ein schlechtes Gewissen bekomme weil ich weiss das es ihn stört das ich mit Alex zusammen bin. Ich kann mich aber nun mal nicht teilen. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen als Alex mich umarmte und dann auch noch versuchte mich zu küssen. Das war echt too much! Ich konnte das einfach nicht.
Unmöglich kann ich mich auf Alex einlassen wenn ich weiss das Rafa dadurch todunglücklich ist. Ich drückte ihn von mir weg und stand auf. “Ich äh, gehe mal ins Wasser” Er blieb liegen und sah mich leicht verdattert an. “Ok” Schnell drehte ich mich um und verschwand ins Meer um weiteren Fragen zu entgehen.
Das war echt zu viel für meine Nerven. Ich kann nicht mit Alex knutschen wenn ich weiss das Rafa uns beobachtet. Vielleicht wär's mir ja auch lieber wenn Rafa versuchen würde mich zu küssen und nicht Alex. Oh Gott, es fing wieder an! Ich verfalle in Tagträume über meinen Ex. Ich wusste das es ein Fehler war in den Armen von Rafa zu schlafen. Das zeigt mir nur was ich haben könnte und irgendwie auch wollte. Nur was mache ich mit Alex?
Ich kann doch nicht zu ihm hingehen und sagen das ich es mir plötzlich anders überlegt habe und nicht mehr mit ihm zusammen sein will. Wenn er wüsste, das Rafa dahinter steckt flippt der aus. Am Ende glaubt er noch es ist weil Rafa Unmengen an Geld hat und bekannt ist. “Diana” Ich drehte mich im Wasser um und sah Rafa in meine Richtung schwimmen. Ich rollte erstmal kurz mit den Augen, was will der hier? “Was?” Fragte ich als ich wieder etwas Richtung Strand geschwommen war damit ich stehen konnte. Rafa kam näher und stellte sich dann hin.
Es sah aus als würde er überlegen was er sagen wollte. “Nada” Kam es dann nur. Nichts? Ich glaube kaum das er extra ins Wasser gekommen ist um mir zu sagen das nichts ist. “Du kommst extra ins Wasser um mir zu sagen das nichts ist?” Hakte ich weiter nach. Kurz zog er das umwerfende Lächeln. “No aber es hat sich schon erledigt” ”Ok, wie du meinst”
3 November 2009
Chapter 15
Eben als ich geduscht und mich angezogen hatte, hörte ich schon wieder jemanden nach mir rufen. Man, war ich heute gefragt! “Sí?” Rief ich laut während ich in den Flur lief um nachzusehen was jetzt los war. Ein paar Sekunden später sah ich Rafa die Treppen nach oben kommen. “Du bist ja doch wieder aufgetaucht!” Sein Blick war echt gut. “Hä?” ”Nada, vergiss es. Juli dachte nur du wärst verschwunden. Sie sucht übrigens Marina weil sie einen Dummen zum Gemüse schneiden braucht” Rafa blieb stehen und sah mich eigenartig an.
Wenn ich es nicht wüsste würde ich denken der sieht durch mich hindurch. Ich wunk mit einer Hand vor seinem Gesicht. “Erde an Rafael Nadal, jemand zu Hause?” Er schüttelte mit dem Kopf. “Sorry, ich war nur in Gedanken” ”Du machst mir Angst heute!” Ich wollte in das Zimmer von mir und Alex aber wie ich sah telefonierte er eben. Um ihn nicht zu stören, lief ich zurück ins Bad. Eben als ich mich umdrehte, sah ich das Rafa mir nachlief und eben die Badtür hinter sich schloss. Ich stemmte meine Hände in meine Hüften und schnappte nach Luft.
“Was ist jetzt schon wieder?” Fragte ich mit einem genervten Blick. “Ich ähm, glaube nicht das Marina heute noch hier her kommt” Ich brauchte ein paar Sekunden um das sacken zu lassen. “Warum nicht?” Fragte ich etwas skeptisch. Rafa blieb stehen und sagte gar nichts. Er will mir nicht gerade erzählen das er sie abserviert hat oder? Nein, das konnte und durfte einfach nicht sein! Je mehr Zeit verging umso verwirrender wurden meine Gedanken. “Du weißt schon warum” Kam es nach Minuten dann endlich mal. Das musste ich erstmal verdauen, das er so was macht hätte ich nicht erwartet! Also das er mit ihr Schluss macht schon aber nicht das es so schnell geht.
Ist er jetzt total übergeschnappt? “Du hast mit ihr Schluss gemacht?” Fragte ich ungläubig nach um Gewissheit zu haben das ich nicht eben auf dem Holzweg bin. “Sí” Kam es nur abgeklärt. Das schockte mich echt, er streitet es noch nichtmal ab! Rafa machte auch nicht den Eindruck als wenn er nicht wüsste was er tut oder sagt. Mir fehlten zum ersten mal die Worte, ich wusste nicht was ich davon halten sollte. “Bist du jetzt glücklich?” Er nickte leicht und schien nach den richtigen Worten zu suchen. “Es mag sich hart und egoistisch anhören aber sí, ich bereue nichts” “Wie willst du das den anderen erklären?” ”Gar nicht, ich sage wir haben uns gestritten. Ich werde sicher nicht sagen das es an dir liegt” Oh, da war ich aber beruhigt! Ich war nicht begeistert von dem Gedanke das ich seine Beziehung auf dem Gewissen habe.
Er hat es zwar von selbst alles getan aber am Ende war ich doch der Grund. Hoffentlich erwartet er jetzt nicht von mir das ich auch so eine Verzweiflungstat begehe. “Du erwartest hoffentlich nicht auch so was von mir!” Ich formulierte das schon fast als Drohung. “No, ich will dich nicht unter Druck setzen damit. Mich hat das schon länger gestört, ich brauchte nur einen Grund. Ich erwarte gar nichts von dir. Ich sollte dir noch dankbar sein das du mir einen Grund gegeben hast” Je mehr er sagte umso fassungsloser war ich. Wie kann er denn innerhalb weniger Tage seine Meinung so grundlegend ändern das er keinen anderen Weg sieht als mit ihr Schluss zu machen?
Hat ihn etwa der Kuss vorhin so aus der Bahn geworfen das er Kurzschlussreaktionen hat und unüberlegte Dinge macht? Dabei hatte ich ihm doch ausdrücklich gesagt das er aufhören soll darüber nachzudenken, das Ergebnis sah ich ja jetzt. “Wie hat sie reagiert?” Fragte ich dann weiter da mich das wirklich interessierte. “Kannst du dir ja denken. Nicht begeistert um es mal harmlos zu formulieren. Sie ist etwas schockiert gewesen da sie wohl nicht damit gerechnet hat und dann na ja ist sie ziemlich ausgeflippt” Ja, das kann ich nachvollziehen! “Das glaube ich gleich! Was hast du denn gesagt zu ihr?” ”Nada, nur das wir offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen von dem ganzen haben und das ich der Meinung bin das wir getrennte Wege gehen sollten”
Oh Gott, das war ein echter Albtraum! Ich musste erstmal alleine darüber nachdenken. Alex fragte zwar nach was denn plötzlich mit mir los sei aber er war schlau genug dann nicht weiter nachzuhaken. Das machte aber dann Juli. Es dauerte natürlich nicht lange bis sich rumgesprochen hatte was Rafa für eine Glanzleistung vollbracht hat. Das beste waren die Reaktionen.
Juli schnappte nur nach Luft, Tomeu sagte gar nichts und Alex schien nichts mehr zu verstehen. Der kam wohl nicht mehr nach bei den ganzen Verwirrungen. Für mich wurde das ganze auch noch unangenehm, da Juli und Tomeu der Ansicht waren, das ich der Grund bin. Ich hatte aber keine Lust mich hier als Sündenbock hinstellen zu lassen. War auch schon merkwürdig, das meine beste Freundin mir unterstellt, das ich Rafa angestiftet hätte zu dem ganzen. Es passte auch super zusammen. Die glaubt sowieso das ich auf Rafa scharf bin und nur auf eine Möglichkeit gewartet habe Marina loszuwerden. Fragt mich vielleicht auch mal jemand bevor sich alle ihre Meinung bilden? Es nutzte alles nichts, Juli blieb bei ihrer Behauptung, ich konnte vorerst nichts dagegen tun.
Tomeu tutet sicher mit in das selbe Horn aber der war sowieso auf ihrer Seite. Vermutlich entwerfen die zusammen Verschwörungstheorien, mit denen sie mich dann konfrontieren. Alex merkte noch immer nichts davon, der wunderte sich nur noch. Es war ja auch seltsam für Außenstehende. Keiner bekommt mit das sich Rafa und Marina streiten und dann serviert er sie scheinbar aus heiterem Himmel ab.
Selbst als wir schon längst im Bett lagen schien Alex sich noch zu fragen was das alles zu bedeuten hatte. “War ja echt ein ereignisreicher Tag heute” ”Kannste laut sagen!” Ich dachte dabei aber auch mit an den Kuss. Ein schlechtes Gewissen hatte ich schon obwohl es das wert war. “Macht der immer so verrücktes Zeug?” ”Nein, im Gegenteil, es passt gar nicht zu ihm. Ich weiss nicht was in ihn gefahren ist” ”So was muss man erstmal bringen. Die meisten Leute warten doch mit so was bis es mal zum Streit kommt und man sich dann im Eifer des Gefechts alle Bosheiten an den Kopf wirft” ”Es stört ihn das sie zu sehr klammert. Beziehungsweise das keiner gefragt hat was er eigentlich will” ”Ja aber wieso war er dann mit ihr zusammen?” ”Was weiss ich denn! Lange Weile vielleicht oder weil alle anderen auch eine Freundin haben?” ”Woher wusstest du das überhaupt? Hat er dir das erzählt?” ”Ja, heute Nachmittag” ”Du wusstest das vorher schon?” ”Ja aber er hat mir nicht erzählt, das er sich ein paar Minuten später von ihr trennt, ich konnte das ja nicht riechen” Er schüttelte nur mit dem Kopf.
“Komische Freunde hast du!” Da musste ich auch gleich lachen. “Gracias!” Wo er Recht hat, hat er Recht! “Vielleicht ist es ja doch nicht gut wenn man zu viel Tennis spielt” Ich musste gleich noch mehr lachen. Alex hatte so eine Art an sich so was total trocken zu sagen, da könnte ich schreien vor lachen. “Sage ihm das doch mal, das glauben nämlich alle” ”Nee, lieber nicht, wer weiss wozu der noch fähig ist” ”Liegt vielleicht an Wimbledon, das ging sicher über die Nerven” ”Du hast Olympia und Roland Garros noch vergessen. Gibt's eigentlich noch was das er nicht gewonnen hat?” ”US Open und Australian Open zum Beispiel um jetzt nur das wichtigste zu erwähnen” ”Beruhigend zu wissen, das noch Spielraum ist nach oben” ”Das allerschlimmste was passieren könnte ist das er alle vier Grand Slam Turniere im selben Jahr gewinnt. Das wäre mit dem Urknall vergleichbar”
Inzwischen kriegte Alex sich auch kaum noch ein vor lachen. “Dann hoffen wir das es nicht dazu kommt. Ich will mir auch nicht ausmalen was er dann erst irres anstellt” ”Wird es auch nicht. Ich zweifle ja nicht an seinem Talent aber das wäre echt mehr als Glück” ”Dann solltest du froh sein, das ich kein Tennis spiele, sonst müsstest du auch so was ertragen” ”Mhh, kann sein“ Ich zog es vor nicht näher darauf einzugehen sonst komme ich möglicherweise noch in Versuchung zu erwähnen das Rafa auch anders kann wenn er will.
Tennis würde ich sehr gerne in Kauf nehmen wenn es Rafa nur mit Tennis gibt. Ich tat so als sei ich müde um weiteren Fragen zu entgehen. Schließlich hatte ich schon verraten das ich vorher von dem ganzen wusste. Ich wollte nicht das er unnötig Verdacht schöpft. Führte ich ihn an der Nase rum? Kann sein aber ich hatte keine Lust auf noch mehr Ärger. War vielleicht auch ein bisschen feige von mir aber das ist mir eben egal. Im Gegensatz zu mir schlief Alex dann aber wirklich. Ich konnte nicht einschlafen und wälzte mich von einer Seite auf die andere.
Da es nichts wurde und ich ihn nicht wieder wecken wollte, stand ich vorsichtig wieder auf. Bei der Gelegenheit kann ich ja auch gleich noch runter gehen und was trinken. Ich schlich im Dunkeln den Flur entlang und ging nach unten.
Als ich in die Küche kam und das Licht wie von Geisterhand an ging, bekam ich fast einen Herzinfarkt vor Schreck! Ich drehte mich blitzartig um und sah Rafa in der Tür stehen. Kurz musste ich mich erholen. “Oh Gott, bist du verrückt geworden mich so zu erschrecken!?” Er zog ein vorsichtiges Lächeln und kam näher. “Das sollte ich dich eher fragen. Ich komme nichts ahnend die Treppen nach unten und sehe hier einen Schatten im Dunkeln entlang huschen” ”Ich wollte nur was trinken und dachte es ist nicht nötig erst Licht anzumachen” ”War wohl nix. Ich dachte schon hier gibt's Einbrecher oder so was”
Ich holte ein Glas aus dem Schrank und goss mir Wasser ein. “Was machst du überhaupt hier?” ”Ich konnte nicht einschlafen” ”Das wundert mich nicht. Bereust du schon irgendwas? Falls ich es wagen darf die Frage zu stellen” Sein Lächeln wurde langsam breiter. “No, ich bereue nichts” Gut, nach seinem Lächeln zu urteilen stimmte das direkt mal, da war ich beruhigt. Ich trank einen Schluck und machte ein gefasstes Gesicht. “Wenigstens etwas!” ”Worüber ich nur vorher nicht nachgedacht hatte war wie meine Eltern oder Maríbel reagieren werden” ”Oh, wenn du Glück hast glauben die das du verrückt geworden bist” Kurz lächelte er wieder so breit. “Ich habe keine Ahnung wie die reagieren. Es ist ja nicht so das jemand damit gerechnet hätte” ”Mhh, vielleicht glauben die du hast vorübergehende Anwandlungen und überlegst es dir noch mal anders in ein paar Tagen” Das war auch meine Meinung aber so konnte ich die Aussage geschickt verpacken.
“No, ich stehe dazu, es gibt kein zurück mehr. Es ist ja nicht so das sie mir total egal ist. Mir ist durchaus klar, das sie mich wohl jetzt am liebsten umbringen würde aber ich habe mir das gründlich überlegt. Mir ist klar, dass meine Eltern nicht begeistert sein werden” “Warum?” ”Weil die nicht verstehen werden warum ich nicht mehr mit ihr zusammen sein will. Meiner Mutter vergöttert sie, die träumt wohl schon von einer Hochzeit und ist der Meinung das sie perfekt zu mir passt. Das geht so weit, das ihre Eltern zu meinen kommen und dann machen die einen auf happy family” Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich Rafa ja verstehen. In Spanien war das eine andere Sache mit dem Familienzusammenhalt und so wie er das darstellt war eine Verlobung ja nur noch Formsache zumindest vom Standpunkt seiner Eltern aus gesehen..
“Was würde passieren wenn du es sagst?” Die Frage hätte ich auch anders stellen können denn der Fall war ja bereits eingetreten. “Meine Mutter flippt total aus. Die freut sich immer so Marina zu sehen das ich es mich kaum traue ihr die Wahrheit zu sagen” So langsam war mein Verständnis am Ende. “Man Rafa, wie alt bist du? Fünf Jahre? Die müssen das dann eben akzeptieren, es ist dein Leben nicht das deiner Eltern” ”Du kennst doch meine Eltern!” “Sí aber die beruhigen sich auch wieder. Ich kann verstehen das du Stress vermeiden willst da du sie nicht so oft siehst aber irgendwann kommt es doch sowieso. Du wirst dich kaum von Marina trennen können und dann noch darauf hoffen können das alle happy sind”
Mir schoss da so ein ganz unbequemer Gedanke durch den Kopf, Rafa war ja nicht irgendwer. “Hast du mal daran gedacht, das sie zur Presse geht?” Ich sah schon wie sich sein Gesicht versteinerte. “No, sie wollte noch nie was mit den Medien zu tun haben. Ich glaube nicht, das sie sich so was traut. Damit würde sie nicht nur mir in den Rücken fallen, die könnte sich nie mehr sehen lassen in Manacor wenn die so eine Nummer bringt” Gut, da hatte Rafa Recht, sie wäre dann sicher bei einigen Leuten unten durch wenn sie eine öffentliche Schlammschlacht anzettelt.
Ich sah nach unten und dachte nach. Es entstand eine etwas peinliche Stille zwischen uns. “Ich ähm, also es tut mir leid, das ich dich da mit reinziehe. Wahrscheinlich glaubt Tomeu das es ein abgekartetes Spiel zwischen dir und mir ist” ”Sí, könnte man so formulieren aber ich werde es überleben” Antwortete ich mit einem vorsichtigen Lächeln. “Ich will nur nicht das du wegen mir auch noch Stress bekommst” ”Alex muss es ja erstmal nicht wissen falls du das meinst auch wenn ich mich damit nicht wirklich wohl fühle” ”Wie du meinst, es ist deine Entscheidung. Obwohl es mir schwer fällt bleibt mir keine andere Wahl als zu akzeptieren das du mit ihm zusammen bist”
Warum musste er jetzt wieder mit dem Thema anfangen? Darüber war doch alles gesagt und ich will nicht diskutieren. “Bueno, also ich gehe dann mal wieder” ”Bis morgen dann”
Ich wollte gehen doch er hielt mich plötzlich am Ellenbogen fest, so das ich stehen blieb und ihn wieder ansah. Rafa stand direkt vor mir und sah in meine Augen. Ich schluckte erstmal und wäre am liebsten gleich geflüchtet. Das war mir alles zu gefährlich! Ich komme nur in Versuchung unüberlegte Dinge zu tun. Leider fiel es mir immer schwerer meine Gedanken auf Alex zu konzentrieren, der Blick von Rafa war zu einladend.
Ganz leicht begann ich zu schwitzen, es knisterte doch spürbar zwischen uns. Ich könnte mich in seinen Augen total vergessen. Das er langsam näher kam störte mich nicht, eher im Gegenteil! Je näher mir Rafa kam, umso schneller wurde mein Puls. Ich konnte mich dann einfach nicht länger zurückhalten und umschlang ihn während ich ihn küsste. Es war einfach unmöglich nein zu sagen, die Option stand gar nicht, es tat alles zu gut. Die Küsse machten alles nur noch viel schlimmer, danach könnte ich süchtig werden. Seine Hände an meinen Hüften halfen auch nicht, ich verlor total die Kontrolle über mich. Mein einziger Gedanke war wie ich Rafa aus seinen Klamotten rauskriege. Ich zog an seinem Shirt etwas bevor ich meine Hände darunter verschwinden liess.
Soweit war ich schon mal, fiel es mir dann kurz ein. Nur störte es Rafa dieses mal offenbar nicht im geringsten. Er revanchierte sich auf ähnliche Art, als seine Hand hinten unter meinem Top verschwand, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Das war mehr als ich vertragen konnte, langsam wurde es mir doch ziemlich warm. Irgendwie stolperten wir umschlungen aus der Küche in irgendein Zimmer.
So richtig bekam ich das nicht mit da ich extrem abgelenkt war. Rafa liess sich nach hinten fallen und zog mich hinterher. Kaum das ich lag drehte er mich auf den Rücken und hielt meine Hände fest. Wollte er mich jetzt auffressen? Sein Blick deutete so was an und von mir aus kann er das ruhig tun! Ich würde genauso unter seinen Händen und Küssen wegschmelzen wie vor sieben Jahren. Träumte ich das eben oder lag Rafa über mir? Immerhin hatte er noch etwas an aber viel war es nicht mehr und das könnten wir ja ändern. Ich bekam nicht mehr viel mit um mich rum doch von irgendwoher ertönte plötzlich ein lauter Knall.
Wenn ich es nicht wüsste würde ich denken der sieht durch mich hindurch. Ich wunk mit einer Hand vor seinem Gesicht. “Erde an Rafael Nadal, jemand zu Hause?” Er schüttelte mit dem Kopf. “Sorry, ich war nur in Gedanken” ”Du machst mir Angst heute!” Ich wollte in das Zimmer von mir und Alex aber wie ich sah telefonierte er eben. Um ihn nicht zu stören, lief ich zurück ins Bad. Eben als ich mich umdrehte, sah ich das Rafa mir nachlief und eben die Badtür hinter sich schloss. Ich stemmte meine Hände in meine Hüften und schnappte nach Luft.
“Was ist jetzt schon wieder?” Fragte ich mit einem genervten Blick. “Ich ähm, glaube nicht das Marina heute noch hier her kommt” Ich brauchte ein paar Sekunden um das sacken zu lassen. “Warum nicht?” Fragte ich etwas skeptisch. Rafa blieb stehen und sagte gar nichts. Er will mir nicht gerade erzählen das er sie abserviert hat oder? Nein, das konnte und durfte einfach nicht sein! Je mehr Zeit verging umso verwirrender wurden meine Gedanken. “Du weißt schon warum” Kam es nach Minuten dann endlich mal. Das musste ich erstmal verdauen, das er so was macht hätte ich nicht erwartet! Also das er mit ihr Schluss macht schon aber nicht das es so schnell geht.
Ist er jetzt total übergeschnappt? “Du hast mit ihr Schluss gemacht?” Fragte ich ungläubig nach um Gewissheit zu haben das ich nicht eben auf dem Holzweg bin. “Sí” Kam es nur abgeklärt. Das schockte mich echt, er streitet es noch nichtmal ab! Rafa machte auch nicht den Eindruck als wenn er nicht wüsste was er tut oder sagt. Mir fehlten zum ersten mal die Worte, ich wusste nicht was ich davon halten sollte. “Bist du jetzt glücklich?” Er nickte leicht und schien nach den richtigen Worten zu suchen. “Es mag sich hart und egoistisch anhören aber sí, ich bereue nichts” “Wie willst du das den anderen erklären?” ”Gar nicht, ich sage wir haben uns gestritten. Ich werde sicher nicht sagen das es an dir liegt” Oh, da war ich aber beruhigt! Ich war nicht begeistert von dem Gedanke das ich seine Beziehung auf dem Gewissen habe.
Er hat es zwar von selbst alles getan aber am Ende war ich doch der Grund. Hoffentlich erwartet er jetzt nicht von mir das ich auch so eine Verzweiflungstat begehe. “Du erwartest hoffentlich nicht auch so was von mir!” Ich formulierte das schon fast als Drohung. “No, ich will dich nicht unter Druck setzen damit. Mich hat das schon länger gestört, ich brauchte nur einen Grund. Ich erwarte gar nichts von dir. Ich sollte dir noch dankbar sein das du mir einen Grund gegeben hast” Je mehr er sagte umso fassungsloser war ich. Wie kann er denn innerhalb weniger Tage seine Meinung so grundlegend ändern das er keinen anderen Weg sieht als mit ihr Schluss zu machen?
Hat ihn etwa der Kuss vorhin so aus der Bahn geworfen das er Kurzschlussreaktionen hat und unüberlegte Dinge macht? Dabei hatte ich ihm doch ausdrücklich gesagt das er aufhören soll darüber nachzudenken, das Ergebnis sah ich ja jetzt. “Wie hat sie reagiert?” Fragte ich dann weiter da mich das wirklich interessierte. “Kannst du dir ja denken. Nicht begeistert um es mal harmlos zu formulieren. Sie ist etwas schockiert gewesen da sie wohl nicht damit gerechnet hat und dann na ja ist sie ziemlich ausgeflippt” Ja, das kann ich nachvollziehen! “Das glaube ich gleich! Was hast du denn gesagt zu ihr?” ”Nada, nur das wir offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen von dem ganzen haben und das ich der Meinung bin das wir getrennte Wege gehen sollten”
Oh Gott, das war ein echter Albtraum! Ich musste erstmal alleine darüber nachdenken. Alex fragte zwar nach was denn plötzlich mit mir los sei aber er war schlau genug dann nicht weiter nachzuhaken. Das machte aber dann Juli. Es dauerte natürlich nicht lange bis sich rumgesprochen hatte was Rafa für eine Glanzleistung vollbracht hat. Das beste waren die Reaktionen.
Juli schnappte nur nach Luft, Tomeu sagte gar nichts und Alex schien nichts mehr zu verstehen. Der kam wohl nicht mehr nach bei den ganzen Verwirrungen. Für mich wurde das ganze auch noch unangenehm, da Juli und Tomeu der Ansicht waren, das ich der Grund bin. Ich hatte aber keine Lust mich hier als Sündenbock hinstellen zu lassen. War auch schon merkwürdig, das meine beste Freundin mir unterstellt, das ich Rafa angestiftet hätte zu dem ganzen. Es passte auch super zusammen. Die glaubt sowieso das ich auf Rafa scharf bin und nur auf eine Möglichkeit gewartet habe Marina loszuwerden. Fragt mich vielleicht auch mal jemand bevor sich alle ihre Meinung bilden? Es nutzte alles nichts, Juli blieb bei ihrer Behauptung, ich konnte vorerst nichts dagegen tun.
Tomeu tutet sicher mit in das selbe Horn aber der war sowieso auf ihrer Seite. Vermutlich entwerfen die zusammen Verschwörungstheorien, mit denen sie mich dann konfrontieren. Alex merkte noch immer nichts davon, der wunderte sich nur noch. Es war ja auch seltsam für Außenstehende. Keiner bekommt mit das sich Rafa und Marina streiten und dann serviert er sie scheinbar aus heiterem Himmel ab.
Selbst als wir schon längst im Bett lagen schien Alex sich noch zu fragen was das alles zu bedeuten hatte. “War ja echt ein ereignisreicher Tag heute” ”Kannste laut sagen!” Ich dachte dabei aber auch mit an den Kuss. Ein schlechtes Gewissen hatte ich schon obwohl es das wert war. “Macht der immer so verrücktes Zeug?” ”Nein, im Gegenteil, es passt gar nicht zu ihm. Ich weiss nicht was in ihn gefahren ist” ”So was muss man erstmal bringen. Die meisten Leute warten doch mit so was bis es mal zum Streit kommt und man sich dann im Eifer des Gefechts alle Bosheiten an den Kopf wirft” ”Es stört ihn das sie zu sehr klammert. Beziehungsweise das keiner gefragt hat was er eigentlich will” ”Ja aber wieso war er dann mit ihr zusammen?” ”Was weiss ich denn! Lange Weile vielleicht oder weil alle anderen auch eine Freundin haben?” ”Woher wusstest du das überhaupt? Hat er dir das erzählt?” ”Ja, heute Nachmittag” ”Du wusstest das vorher schon?” ”Ja aber er hat mir nicht erzählt, das er sich ein paar Minuten später von ihr trennt, ich konnte das ja nicht riechen” Er schüttelte nur mit dem Kopf.
“Komische Freunde hast du!” Da musste ich auch gleich lachen. “Gracias!” Wo er Recht hat, hat er Recht! “Vielleicht ist es ja doch nicht gut wenn man zu viel Tennis spielt” Ich musste gleich noch mehr lachen. Alex hatte so eine Art an sich so was total trocken zu sagen, da könnte ich schreien vor lachen. “Sage ihm das doch mal, das glauben nämlich alle” ”Nee, lieber nicht, wer weiss wozu der noch fähig ist” ”Liegt vielleicht an Wimbledon, das ging sicher über die Nerven” ”Du hast Olympia und Roland Garros noch vergessen. Gibt's eigentlich noch was das er nicht gewonnen hat?” ”US Open und Australian Open zum Beispiel um jetzt nur das wichtigste zu erwähnen” ”Beruhigend zu wissen, das noch Spielraum ist nach oben” ”Das allerschlimmste was passieren könnte ist das er alle vier Grand Slam Turniere im selben Jahr gewinnt. Das wäre mit dem Urknall vergleichbar”
Inzwischen kriegte Alex sich auch kaum noch ein vor lachen. “Dann hoffen wir das es nicht dazu kommt. Ich will mir auch nicht ausmalen was er dann erst irres anstellt” ”Wird es auch nicht. Ich zweifle ja nicht an seinem Talent aber das wäre echt mehr als Glück” ”Dann solltest du froh sein, das ich kein Tennis spiele, sonst müsstest du auch so was ertragen” ”Mhh, kann sein“ Ich zog es vor nicht näher darauf einzugehen sonst komme ich möglicherweise noch in Versuchung zu erwähnen das Rafa auch anders kann wenn er will.
Tennis würde ich sehr gerne in Kauf nehmen wenn es Rafa nur mit Tennis gibt. Ich tat so als sei ich müde um weiteren Fragen zu entgehen. Schließlich hatte ich schon verraten das ich vorher von dem ganzen wusste. Ich wollte nicht das er unnötig Verdacht schöpft. Führte ich ihn an der Nase rum? Kann sein aber ich hatte keine Lust auf noch mehr Ärger. War vielleicht auch ein bisschen feige von mir aber das ist mir eben egal. Im Gegensatz zu mir schlief Alex dann aber wirklich. Ich konnte nicht einschlafen und wälzte mich von einer Seite auf die andere.
Da es nichts wurde und ich ihn nicht wieder wecken wollte, stand ich vorsichtig wieder auf. Bei der Gelegenheit kann ich ja auch gleich noch runter gehen und was trinken. Ich schlich im Dunkeln den Flur entlang und ging nach unten.
Als ich in die Küche kam und das Licht wie von Geisterhand an ging, bekam ich fast einen Herzinfarkt vor Schreck! Ich drehte mich blitzartig um und sah Rafa in der Tür stehen. Kurz musste ich mich erholen. “Oh Gott, bist du verrückt geworden mich so zu erschrecken!?” Er zog ein vorsichtiges Lächeln und kam näher. “Das sollte ich dich eher fragen. Ich komme nichts ahnend die Treppen nach unten und sehe hier einen Schatten im Dunkeln entlang huschen” ”Ich wollte nur was trinken und dachte es ist nicht nötig erst Licht anzumachen” ”War wohl nix. Ich dachte schon hier gibt's Einbrecher oder so was”
Ich holte ein Glas aus dem Schrank und goss mir Wasser ein. “Was machst du überhaupt hier?” ”Ich konnte nicht einschlafen” ”Das wundert mich nicht. Bereust du schon irgendwas? Falls ich es wagen darf die Frage zu stellen” Sein Lächeln wurde langsam breiter. “No, ich bereue nichts” Gut, nach seinem Lächeln zu urteilen stimmte das direkt mal, da war ich beruhigt. Ich trank einen Schluck und machte ein gefasstes Gesicht. “Wenigstens etwas!” ”Worüber ich nur vorher nicht nachgedacht hatte war wie meine Eltern oder Maríbel reagieren werden” ”Oh, wenn du Glück hast glauben die das du verrückt geworden bist” Kurz lächelte er wieder so breit. “Ich habe keine Ahnung wie die reagieren. Es ist ja nicht so das jemand damit gerechnet hätte” ”Mhh, vielleicht glauben die du hast vorübergehende Anwandlungen und überlegst es dir noch mal anders in ein paar Tagen” Das war auch meine Meinung aber so konnte ich die Aussage geschickt verpacken.
“No, ich stehe dazu, es gibt kein zurück mehr. Es ist ja nicht so das sie mir total egal ist. Mir ist durchaus klar, das sie mich wohl jetzt am liebsten umbringen würde aber ich habe mir das gründlich überlegt. Mir ist klar, dass meine Eltern nicht begeistert sein werden” “Warum?” ”Weil die nicht verstehen werden warum ich nicht mehr mit ihr zusammen sein will. Meiner Mutter vergöttert sie, die träumt wohl schon von einer Hochzeit und ist der Meinung das sie perfekt zu mir passt. Das geht so weit, das ihre Eltern zu meinen kommen und dann machen die einen auf happy family” Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich Rafa ja verstehen. In Spanien war das eine andere Sache mit dem Familienzusammenhalt und so wie er das darstellt war eine Verlobung ja nur noch Formsache zumindest vom Standpunkt seiner Eltern aus gesehen..
“Was würde passieren wenn du es sagst?” Die Frage hätte ich auch anders stellen können denn der Fall war ja bereits eingetreten. “Meine Mutter flippt total aus. Die freut sich immer so Marina zu sehen das ich es mich kaum traue ihr die Wahrheit zu sagen” So langsam war mein Verständnis am Ende. “Man Rafa, wie alt bist du? Fünf Jahre? Die müssen das dann eben akzeptieren, es ist dein Leben nicht das deiner Eltern” ”Du kennst doch meine Eltern!” “Sí aber die beruhigen sich auch wieder. Ich kann verstehen das du Stress vermeiden willst da du sie nicht so oft siehst aber irgendwann kommt es doch sowieso. Du wirst dich kaum von Marina trennen können und dann noch darauf hoffen können das alle happy sind”
Mir schoss da so ein ganz unbequemer Gedanke durch den Kopf, Rafa war ja nicht irgendwer. “Hast du mal daran gedacht, das sie zur Presse geht?” Ich sah schon wie sich sein Gesicht versteinerte. “No, sie wollte noch nie was mit den Medien zu tun haben. Ich glaube nicht, das sie sich so was traut. Damit würde sie nicht nur mir in den Rücken fallen, die könnte sich nie mehr sehen lassen in Manacor wenn die so eine Nummer bringt” Gut, da hatte Rafa Recht, sie wäre dann sicher bei einigen Leuten unten durch wenn sie eine öffentliche Schlammschlacht anzettelt.
Ich sah nach unten und dachte nach. Es entstand eine etwas peinliche Stille zwischen uns. “Ich ähm, also es tut mir leid, das ich dich da mit reinziehe. Wahrscheinlich glaubt Tomeu das es ein abgekartetes Spiel zwischen dir und mir ist” ”Sí, könnte man so formulieren aber ich werde es überleben” Antwortete ich mit einem vorsichtigen Lächeln. “Ich will nur nicht das du wegen mir auch noch Stress bekommst” ”Alex muss es ja erstmal nicht wissen falls du das meinst auch wenn ich mich damit nicht wirklich wohl fühle” ”Wie du meinst, es ist deine Entscheidung. Obwohl es mir schwer fällt bleibt mir keine andere Wahl als zu akzeptieren das du mit ihm zusammen bist”
Warum musste er jetzt wieder mit dem Thema anfangen? Darüber war doch alles gesagt und ich will nicht diskutieren. “Bueno, also ich gehe dann mal wieder” ”Bis morgen dann”
Ich wollte gehen doch er hielt mich plötzlich am Ellenbogen fest, so das ich stehen blieb und ihn wieder ansah. Rafa stand direkt vor mir und sah in meine Augen. Ich schluckte erstmal und wäre am liebsten gleich geflüchtet. Das war mir alles zu gefährlich! Ich komme nur in Versuchung unüberlegte Dinge zu tun. Leider fiel es mir immer schwerer meine Gedanken auf Alex zu konzentrieren, der Blick von Rafa war zu einladend.
Ganz leicht begann ich zu schwitzen, es knisterte doch spürbar zwischen uns. Ich könnte mich in seinen Augen total vergessen. Das er langsam näher kam störte mich nicht, eher im Gegenteil! Je näher mir Rafa kam, umso schneller wurde mein Puls. Ich konnte mich dann einfach nicht länger zurückhalten und umschlang ihn während ich ihn küsste. Es war einfach unmöglich nein zu sagen, die Option stand gar nicht, es tat alles zu gut. Die Küsse machten alles nur noch viel schlimmer, danach könnte ich süchtig werden. Seine Hände an meinen Hüften halfen auch nicht, ich verlor total die Kontrolle über mich. Mein einziger Gedanke war wie ich Rafa aus seinen Klamotten rauskriege. Ich zog an seinem Shirt etwas bevor ich meine Hände darunter verschwinden liess.
Soweit war ich schon mal, fiel es mir dann kurz ein. Nur störte es Rafa dieses mal offenbar nicht im geringsten. Er revanchierte sich auf ähnliche Art, als seine Hand hinten unter meinem Top verschwand, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Das war mehr als ich vertragen konnte, langsam wurde es mir doch ziemlich warm. Irgendwie stolperten wir umschlungen aus der Küche in irgendein Zimmer.
So richtig bekam ich das nicht mit da ich extrem abgelenkt war. Rafa liess sich nach hinten fallen und zog mich hinterher. Kaum das ich lag drehte er mich auf den Rücken und hielt meine Hände fest. Wollte er mich jetzt auffressen? Sein Blick deutete so was an und von mir aus kann er das ruhig tun! Ich würde genauso unter seinen Händen und Küssen wegschmelzen wie vor sieben Jahren. Träumte ich das eben oder lag Rafa über mir? Immerhin hatte er noch etwas an aber viel war es nicht mehr und das könnten wir ja ändern. Ich bekam nicht mehr viel mit um mich rum doch von irgendwoher ertönte plötzlich ein lauter Knall.
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