16 November 2009

Chapter 17

Ich schwamm zu einer Boje, um dann festzustellen das ich verfolgt werde. Als ich bei der Boje war, hielt ich mich daran fest und schnappte nach Luft. “Verfolgst du mich?” Rafa hielt sich auf der anderen Seite fest und sah zu mir. “Ach was, ich schwimme nur zufällig in die selbe Richtung” ”Ist dann aber ein ziemlich großer Zufall” Er zog wieder das breite Lächeln. “Soll vorkommen” Mein Gesicht wurde gleich wieder Ernst.
“Ich mache das nicht absichtlich um dich zu ärgern” Ich hatte das dringende Gefühl ihm klar zu machen, das ich das nicht absichtlich tue sondern damit Alex keinen Verdacht schöpft. ”Was?” ”Am Strand... mit Alex” In der nächsten Sekunde verschwand sein Lächeln. “Das weiss ich. Ich werde es schon überleben. Mir ist klar das ich euch nur aus dem Weg gehen muss aber ich habe keine Lust den ganzen Tag irgendwo alleine zu sein nur um dich nicht mit ihm zu sehen. Ich hoffe, er weiss es zu schätzen das er dich hat”
Ich sagte nichts und nickte erstmal nur um das sacken zu lassen. “Wie kann es sein das der nichts merkt? Fällt dem nicht auf das du dich anders verhältst?” Kam es dann noch hinterher. “Weiss ich nicht, der ahnt eben nichts schlimmes. Der hat vor zwei Monaten als ich von Mallorca zurückkam auch nichts gepeilt. Ich hatte eben öfters mal Kopfschmerzen Abends” Sein Gesicht wurde immer besser. “Du lässt dir Ausreden einfallen um ihn vor dir fern zu halten?” Damit das Rafa das so direkt sagte hatte ich jetzt nicht gerechnet also rollte ich mit den Augen.
“Ich kann schlecht nachdenken wenn er über mir liegt” Seinem angewiderten Gesicht nach zu urteilen passte ihm die Antwort aber auch nicht. Ich wusste doch das es übertrieben war, er hatte mich ja förmlich dazu provoziert. “Höre auf, ich will die Details nicht genauer wissen!”

Ich sah zum Strand, Juli war mit Tomeu beschäftigt und Alex mit lesen in seinem nach eigenen Angaben superspannendem Buch. Rafa kam etwas näher und lächelte schon wieder so breit. “Das hier keiner ist bringt mich nur auf dumme Ideen“ “Ich sag's dir!” Sagte ich nur streng und versuchte nicht auf sein Lächeln reinzufallen. Ich dachte das wäre bei ihm angekommen aber seine Hand war plötzlich auf meiner Schulter.
Wie gut, das er sich mit der anderen festhalten musste sonst würde er mich wohl ganz dreist umarmen. “Warum machst du das?” Fragte ich mal wieder. “Weil ich...” Er brach mitten im Satz ab und sah mich mit großen Augen an. “Höre auf!” Sagte ich nur mit ernstem Gesicht. “Ich mache gar nichts!” Warum machte der das? Von mir aus kann er mich auch richtig umarmen, ich konnte mich ihm nicht entziehen. Ich würde mich zu gerne total gehen lassen. “War dir das wirklich egal letzte Nacht?” Fragte er dann leise und sah mich ernst an. Musste er jetzt so was fragen? Ich kam ins schwitzen und schluckte nervös während ich nach den passenden Worten suchte.
“Macht es einen Unterschied ob ich jetzt sí oder no sage?” Antwortete ich leise und hoffte, das ich die passenden Worte finde und nicht alles kaputt mache. “Für mich schon” Seinen Blick konnte ich nur schwer ertragen. Ich wusste doch das er sich Hoffnungen machte und ich bringe es nicht fertig ihn abblitzen zu lassen, ich wollte das auch gar nicht. Ich legte einen Arm um seinen Hals und hielt mich mit dem anderen an der Boje fest. Diese blöde Boje war perfekt, da wir direkt dahinter waren, sah man uns vom Strand aus nicht mehr. Die Nähe zu Rafa war aber gleich wieder zu viel, ich kam ins schwitzen obwohl ich im Wasser war.
In seinen Augen könnte ich mich total vergessen. Da er nichts machte und mich immer noch so flehend ansah, zog ich ihn näher an mich und küsste ihn sanft. Das war zu schön um es zu lassen. Ich vergaß total alles um mich rum, zum dumm das wir im Wasser waren. Ich könnte ihn auffressen. So langsam reichten mir die Küsse nicht mehr aus, ich hätte nur zu gerne ein bisschen mehr von ihm um nicht zu sagen alles.
Zu wissen, das er mich am liebsten vernaschen würde war das schlimmste. Durch die Küsse bekam ich ja einen Vorgeschmack auf den Rest. Je öfter ich ihn küsse umso klarer wird mir was ich will oder besser gesagt wen. Wahrscheinlich hatte Rafa Recht als er sagte das ich lüge als ich sagte das ich Alex liebe.

Als Rafa sich von mir löste, kam ich wieder zur Besinnung und schlug meine Augen auf. “Reicht dir das als Antwort?” Das umwerfende Lächeln erschien gleich wieder. “Ich hätte dir sowieso nicht geglaubt das es dir egal war, selbst wenn du es gesagt hättest nicht” “Und jetzt?” “Du solltest tun was für dich am besten ist und nicht was andere von dir verlangen” Das hatte er aber schön formuliert. Mit anderen Worten ich soll Alex in den Wind schießen weil Rafa der Meinung ist das er besser zu mir passen würde.
“Mierda!” Kam es plötzlich leise und dann sah Rafa total entgeistert an mir vorbei. Ich drehte mich um und bekam den Schock meines Lebens! Was machte Alex hier?! Er sah mit großen Augen zu mir und drehte dann um ohne einen Ton zu sagen. Meine gute Laune war von einer Sekunde auf die andere verflogen. Oh nein! Wieso musste das passieren? Konnte er nicht einfach weiterlesen? “Alex warte” Ich schwamm ihm nach aber er war schon etwas entfernt und schwamm weiter ohne mich zu beachten.
Als er am Strand war nahm er sein Handtuch mit und lief direkt weiter in Richtung Haus. Natürlich war er schon weg als ich aus dem Wasser kam. Kurz drehte ich mich Richtung Meer um, Rafa blieb im Wasser und sah mir nach. Ich wickelte mir das Handtuch um und rannte auch zum Haus. Abtrocknen konnte ich mich auch noch später.

Ich fand Alex schließlich am Pool stehen. Was ich jetzt sagen soll wusste ich auch nicht also blieb ich erstmal nur hinter ihm stehen. Da er wohl ahnte das ich hinter ihm stand drehte er sich dann um. Oh weia, sein Blick gefiel mir gar nicht! “Hast du was zu sagen?” Fragte er leicht aggressiv. Ich stand nur mit offenem Mund da und schnappte nach Luft. “Ich wollte das nicht” Ich sah schon wie er tief Luft holte und im Begriff war gleich zu explodieren.
“Du wolltest das nicht? So sah es aber nicht aus! Dir schien es ziemlich zu gefallen. Denkst du das du mich für dumm verkaufen kannst?” Ja, er hatte ja Recht aber wie sollte ich ihm das erklären? Ich sagte gar nichts und sah nach unten während ich betete, das er nicht ausflippt. Etwas erstaunt war ich schon das er so in die Luft ging. “Jetzt macht es ja auch Sinn das der seine Freundin abgeschossen hat. Macht der sich immer an Frauen ran die vergeben sind um dann anderer Leute Leben zu zerstören? Was mich aber noch mehr verletzt ist das du einfach so darauf reinfällst. Ist es weil er Millionen auf dem Konto hat oder alles gewinnt? Das du so geldgeil bist hätte ich echt nicht gedacht” Ich schluckte immer weiter.
“Mir ist völlig egal ob er Geld hat oder nicht, du kapierst echt gar nichts!” Er kam näher bis er direkt vor mir stand. In seinen Augen war blanke Wut und Hass. “Oh doch ich kapiere es jetzt schon. Bist du hier weil du ihn sehen wolltest? Das macht alles Sinn jetzt. Du warst vor zwei Monaten schon so komisch als du auf Mallorca warst. Warst du da auch bei ihm und hast nur so getan als hättest du mit Juli Urlaub gemacht?” Ich ging einen Schritt zurück. “Nein, das stimmt nicht, lasse es mich doch wenigstens erklären” ”Kannst du dir sparen, ich will es gar nicht wissen! Ich dachte du liebst mich aber offenbar habe ich mich getäuscht, hast du mich die ganze Zeit angelogen? Das du mich so dreist hintergehst hätte ich nicht von dir gedacht. Deine Hemmschwelle ist so tief das du mit dem rummachst obwohl ich in der Nähe bin. Mit dir bin ich fertig! Suche dir einen anderen Dummen den du verarschen kannst!” Er drehte sich um und verschwand ins Haus. Ich rannte ihm nach, so einfach würde ich nicht aufgeben!

Im Wohnzimmer fand ich ihn schließlich. “Alex, das ist nicht so wie es aussieht” ”Es ist mir egal, willst du alles noch schlimmer machen? Ich rate dir die Klappe zu halten bevor ich mich noch total vergesse!” So langsam war ich auch auf 300. “Ich lasse mir nicht von dir den Mund verbieten aber ja du hast schon Recht, du merkst absolut gar nichts. Wir sind fast eine Woche hier und du schnallst es erst wenn du mich in flagranti erwischst”
Ich fühlte mich so provoziert, das das alles raus musste. Er kam näher mit einem gefährlichen Blick und blieb vor mir stehen. “Wird nicht wieder vorkommen, mit dir bin ich fertig. Wenn wir wieder in Deutschland sind, kannst du gleich deine Sachen packen. Von mir aus schlafe unter der Brücke oder gehe am besten gleich zu deinem Neuen. Ich meine, jetzt seit ihr ja den blöden Alex, der nichts peilt, los. Mir ist nur unklar wie du dich innerhalb weniger Tage so verändern konntest, das ist doch nicht normal! Ich dachte ich kenne dich” Ich sah von ihm weg und schluckte.
“Rafa ist mein Exfreund” Sagte ich ohne ihn anzusehen. “Was, du warst mit dem zusammen?” Kam es laut und ich hörte schon an seiner Stimme das er ziemlich überrascht war. Ich sah ihn dann wieder an und zuckte mit den Schultern. “Ja, jetzt sieh mich nicht so an!” ”Spinnst du jetzt total oder was?” ”Als ich damals von Mallorca nach Deutschland gezogen bin war ich mit ihm zusammen” Ich sah schon das er Mühe hatte sich unter Kontrolle zu halten.
“Ich fasse es einfach nicht! Wieso hast du nie etwas gesagt? Hast du jetzt plötzlich deine alten Gefühle für ihn wieder entdeckt oder was? Nach dem Motto alte Liebe rostet nicht oder wie?” Ich sah wieder weg und antwortete nichts. “Hättest du es nie gesagt wenn ich dich nicht erwischt hätte? Ich kann das echt nicht glauben! Du benimmst dich wie eine Schlampe” Ich sah zur Seite und realisierte langsam, das es vielleicht besser ist wenn ich jetzt nichts mehr sage, es hat keinen Sinn im Moment. “Ok” Sagte ich nur leise.
“Hast du mir die letzten Monate schon was vor gemacht?” ”Was denkst du denn? Das ich mit dir schlafe und dabei an jemand anderes dachte?” ”Ja, zum Beispiel, ich traue dir alles zu, vielleicht hast du ja immer an ihn gedacht” ”Gut, wenn du es unbedingt hören willst. Ja, ich habe damals schon bei ihm übernachtet als ich auf Mallorca war und ich bereue nichts! Im Gegenteil, es hat mir richtig Spaß gemacht” Das stimmte zwar nicht aber ich war so sauer das ich einfach sagte was er hören wollte. In der nächsten Sekunde hatte ich seine Hand in meinem Gesicht. Ich taumelte rückwärts in Richtung Couch und legte meine Hand reflexartig an meine Wange.
Als ich wieder zur Besinnung kam, war er verschwunden. Vorsichtig tastete ich meine Wange ab, so ein leicht stechender Schmerz war da schon. Ich war viel zu verwirrt um das alles zu verstehen. Wahrscheinlich hatte ich das sogar alles verdient, es musste ja so kommen! Ich setzte mich auf die Couch und schlug mir die Hände vors Gesicht. Das war's dann wohl! Ich hatte mit dem Feuer gespielt und dabei einen Flächenbrand ausgelöst. So richtig realisierte ich noch nicht, das Alex eben Schluss gemacht hatte.

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