11 September 2009

Chapter 7

Statt zu gehen blieb ich aber stehen. Ich wusste genau, dass es das war wenn ich jetzt gehe. Ja, ich war zickig und Rafa hatte wahrscheinlich keinen blassen Schimmer warum. Ich sah nach unten und liess meine Arme hängen. Es war gar nicht meine Absicht das ich mich jetzt mit ihm streite. “Es tut mir leid, ich kann damit nicht umgehen” Sagte ich dann kleinlaut ohne ihn anzusehen. “Womit?” Kam es dann zurück und ich fürchtete schon, das er jetzt nicht mehr mit mir redet! Ich sah zu ihm hoch und schluckte. “Mit der Situation. Damit das wir uns nach sieben Jahren wieder sehen und offensichtlich nichts zu sagen haben. Das regt mich echt auf”
Etwas entspannte sich sein Gesicht aber leider nur etwas, ich hatte mir da mehr erhofft. Jetzt war es Rafa der verlegen nach unten sah. “Ich ähm... will nicht darüber reden. Ich meine, was hast du erwartet? Soll ich so tun als wäre nichts gewesen?” Das musste ich erst sacken lassen. Er will nicht darüber reden! Toll! Ganz toll! Welche Möglichkeit blieb mir denn noch nach der klaren Ansage von ihm? Ich konnte ihn ja schlecht zwingen. Es war auch so einfach wegzulaufen, das hatte ich auch lange getan. Es nutzte aber nichts, egal wie sehr man etwas verdrängt oder runterschluckt umso stärker holt es einen irgendwann wieder ein. “Warum nicht?” Fragte ich dann. Wenn er sich schon weigert mit mir darüber zu reden wie wir vor sieben Jahren auseinander gegangen sind dann soll er mir einen guten Grund sagen! Wortlos setzte Rafa sich auf einen großen Stein und sah nach unten. Etwas verunsichert blieb ich vor ihm stehen.
Kommt jetzt noch was oder macht er total dicht und redet gar nicht mehr mit mir? “Rafa?” Immerhin hob er seinen Kopf und sah mich wieder an auch wenn mir der Blick gar nicht gefiel. “Ich weiss ja nicht wie du das siehst aber ich bin nicht besonders wild darauf das alles noch mal durchzukauen. Ich meine, jahrelang höre ich absolut gar nichts von dir und dann tauchst du hier plötzlich auf ohne vorher was zu sagen” Da es eine längere Unterhaltung werden konnte, kramte ich mein Handtuch aus meiner Badetasche und benutzte es als Unterlage bevor ich mich neben ihn setzte.
“Denkst du das mir das alles nichts ausgemacht hat? Das ist auch nicht spurlos an mir vorüber gegangen” Rafa starrte geradeaus und kaute nervös auf seiner Unterlippe. Ok, was könnte ich jetzt noch sagen? “Ich weiss, dass es schwer ist darüber zu reden. Ich wollte nicht das das so endet mit uns” Er schnappte nach Luft und sagte noch immer nichts. Was sollte ich noch sagen um ihn zum reden zu bringen? “Es gibt kein uns mehr” Kam es dann nur leise. Immerhin sah er mich dann wieder an, das war doch schon mal etwas.
Den vorwurfsvollen Blick konnte ich aber nur schwer ertragen. Ich weiss was er denkt, er macht mich dafür verantwortlich das ich gegangen bin obwohl ich keine Wahl hatte. Es war doch nicht meine Absicht gewesen ihm das Herz zu brechen, das war es doch was er mir vorwirft auch wenn er es nicht sagte. Ich musste erstmal schlucken, ich hatte gehofft das wir die Unterhaltung nicht führen müssen aber offenbar gab es keinen anderen Weg.

Meine Stimmung war inzwischen am Tiefpunkt angekommen. “Höre auf mir die Schuld zuzuschieben. Du weißt genau das ich keine Wahl hatte” Es fiel mir schon schwer überhaupt etwas zu sagen, mein Hals schnürte sich immer weiter zu. Ich wollte nicht, das er alles auf mich schiebt und somit mein schlechtes Gewissen noch größer wird. Mir war schon klar, dass ich ihn nicht verantwortlich machen konnte aber er macht es sich verdammt einfach so. ”Ich habe damals wirklich gedacht, dass du noch mal hier her kommst. Ich wollte es nicht wahr haben, dass du nie mehr zurückkommst. Leider ist aber genau das passiert. Meine Eltern haben gleich gesagt ich soll dich vergessen, alle haben das gesagt. Anfangs hatten wir ja noch Kontakt aber ich wollte nicht nur über Briefe mit dir Kontakt haben, das bringt mir gar nichts. Tja und dann habe ich meine erste ATP Tour gespielt und war so im Stress das mir kaum noch Zeit blieb um nachzudenken, dafür war's umso schlimmer wenn ich Zeit hatte”
Ich sass da wie erstarrt und hatte Mühe meine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Das es ihm damals nicht besonders gut ging wusste ich aber wenn er direkt vor mir sitzt und das sagt ist es etwas anderes, ich wollte das alles doch gar nicht hören. Ich sah schon wie Rafa schluckte, kann sein wenn wir noch weiter darüber reden fließen Tränen. Es tat verdammt weh das alles zu hören. Dabei hatte ich gedacht, dass genügend Zeit vergangen ist seit dem. Jetzt fühlte ich mich aber wie um sieben Jahre zurückversetzt in der Zeit. Wenn wir so reden, kommt es mir vor als wenn wir uns gestern erst getrennt hätten. Was sollte ich jetzt sagen? “Rafa, es tut mir leid, ich...” Weiter kam ich nicht, da ich mich einfach nicht länger beherrschen konnte.
Ich drehte mich mit dem Rücken zu ihm und schlug mir die Hände vors Gesicht um mir die Tränen wegzuwischen. Warum wusste ich nicht aber ich schämte mich ein bisschen für die Tränen. Nach ein paar Sekunden spürte ich, wie Rafa mich von hinten umarmte und dann seinen Kopf auf meine Schulter fallen liess. Es tat irgendwie richtig gut, die Nähe zu ihm war direkt mal was vertrautes. Ich war schon froh, das er nicht einfach gegangen war. Meine Gefühle gerieten total außer Kontrolle, es war das reinste Chaos. Ich war eigentlich total glücklich mit meinem Freund aber wieso tut es dann so gut wenn Rafa mich umarmt? Ich wünschte, er würde mich nie mehr loslassen.

Als ich mich wieder etwas im Griff hatte sah ich nach unten, Rafa hatte seine Hände auf meinem Bauch liegen. Einerseits sagte ich mir das ich das hier alles nicht tun sollte aber andererseits passte es einfach. Ich löste mich aus seiner Umarmung und drehte mich dann um das ich ihn sehen konnte. Er sah mich immer noch so vorwurfsvoll an. Das war ein Blick, den ich schon früher nicht ertragen konnte und er wusste das.
Am liebsten würde ich ihn umarmen. Ohne groß nachzudenken tat ich das dann auch indem ich meine Arme um seinen Hals schlang und ihn an mich zog. Ich schloss meine Augen und genoss das einfach total. Rafa roch noch genauso lecker wie früher, wie ich den Geruch von ihm vermisst hatte! Je länger wir da saßen, umso verrückter erschien mir das. Immerhin hatte ich mich wieder im Griff. Ich liess meine Hände auf seinen Schultern liegen und sah ihn mit einem wässrigen Lächeln an. “Es tut mir leid, wie das gelaufen ist. Ich wollte dir nicht weh tun” Ganz vorsichtig zog er ein Lächeln. “Ich weiss, es war trotzdem schwer”
Wenn er mich so ansieht, wie jetzt gerade, könnte ich auf der Stelle schmelzen. ”Nicht nur für dich. Ich halte das meinen Eltern heute noch vor, immerhin haben sie eingesehen das es falsch war über meinen Kopf hinweg zu entscheiden. Es war nur leider zu spät aber mich hat früher nie einer gefragt was ich eigentlich will. Meine Eltern haben wohl geglaubt das ich es nicht ernst meine mit dir” ”Ist wohl dumm gelaufen” Ich liess meinen Kopf hängen und nickte. “Sí” ”Wann fliegst du eigentlich wieder nach Deutschland?” ”In zwei Tagen” Er nickte und machte ein gefasstes Gesicht. “Kommst du wieder mal her?” ”Mal sehen, weiß ich noch nicht. Geplant ist nichts in naher Zukunft” ”Mhh”

Ich ging dann doch wieder mit zum Strand zurück. Juli und Tomeu guckten schon eigenartig als sie uns sahen aber sie fragten nicht nach. Wer weiss was die dachten. Obwohl unsere Gesichter alles andere als überglücklich aussahen aber vermutlich glauben sie das ist unsere Tarnung. Sah schon komisch aus wenn ich mit Rafa für eine Weile vom Strand verschwinde und dann wieder auftauche als wäre nichts gewesen.
Zumindest war die Spannung weg und ich konnte normal mit Rafa reden ohne eine Anfeindung von ihm fürchten zu müssen. Dem fragenden Blick von Juli folgten dann auch noch Taten. Soll heißen das sie mich nötigte mit ihr alleine ins Wasser zu gehen. Ich blieb erst nur mit den Füssen im Wasser stehen weil's mir zu kalt war aber Juli war schon längst abgetaucht. Die war so was wie eine Wasserratte und gar nichts mehr aus dem Meer rauszukriegen. Kaum hatte ich mich bis zu ihr vorgewagt kam sie auch schon näher.
“Darf ich jetzt ganz unverfänglich fragen was das eben sollte?” ”Was?” Fragte ich nur und ruderte mit den Armen im Wasser um nicht unter zu gehen. “Wieso seit ihr verschwunden und taucht dann wieder auf?” Inzwischen konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. “Was denkst du denn?” ”Was würdest du denken an meiner Stelle? Du verschwindest mit deinem Ex, von dem du anscheinend nicht loskommst, für eine Weile im Gebüsch und wunderst dich dann wenn ich sonst was denke?” Oh man, ich hatte es gewusst! Die dachte doch nicht wirklich, das ich mich mit Rafa einlassen würde oder doch?
”Ich konnte ihn schlecht am Strand flach legen” Meinte ich trocken mit einem Augenrollen, das wollte sie doch sowieso hören. Sie kicherte aber nur sehr kurz. “Ich würde jetzt sagen toller Scherz aber da bin ich mir nicht mehr so sicher” ”Was?” Fragte ich etwas schockiert. Die glaubte das wirklich?! “Das war Spaß! Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich so was machen würde!” Jetzt war ich schon etwas empört. “Ich weiss nicht” ”Es war nichts weiter, ehrlich. Ganz so verzweifelt bin ich noch nicht. Vielleicht sollte ich dich aber auch mal fragen was das hier wird” ”Was meinst du?” Ja, jetzt spielt sie wieder mal das Unschuldslamm. “Na mit Tomeu” Half ich ihr auf die Sprünge.
“Ach, der ist nur nett” ”Nett? Der baggert seit er hier aufgetaucht ist an dir rum” ”Und?” ”Nix, ich meine ja nur. Wundert es dich nicht das keiner weiter kommt?” ”Na doch aber ist doch egal jetzt” ”Ja, ich kann dir auch sagen warum, das war alles eingefädelt. Rafa war der Lockvogel um uns hier her zu locken” Ich sah schon wie ihr Gesicht ernst wurde. “Du spinnst!” ”No, er hat es freiwillig zugegeben. Frage doch Tomeu oder Rafa wenn du mir nicht glaubst” ”Du meinst es war nie geplant das hier noch jemand kommt?” ”Exakt, Tomeu ist scharf auf dich, deswegen sind wir hier. Er dachte wohl das er ganz raffiniert ist und hat Rafa für seine Zwecke mit eingespannt. Oder besser gesagt wusste er, dass du nicht alleine hier her finden würdest und um sicher zu gehen sollte ich mitkommen und damit ich das auch tue dachte er wohl das er Rafa auf mich ansetzen kann, hat leider auch noch funktioniert” Erst sah sie mich ernst an aber das Lächeln erschien dann langsam wieder und wurde zu einem breiten Grinsen.
”Ich fühle mich geehrt” Kam es dann nur. Etwas wunderte mich ihre Reaktion schon aber vielleicht würde ich mich an ihrer Stelle auch geehrt fühlen. ”Wenigstens eine” ”Versprich mir jetzt nicht wieder Frust zu schieben. Lasse es nicht an mir aus wenn du gefrustet bist weil dein Ex nichts von dir will” ”Vielleicht will ich ja auch gar nicht das er etwas von mir will” ”Du lügst mich an!” ”Kann sein, ich bin nur ein bisschen gefrustet wegen dem Theater das die hier veranstalten, manchmal glaube ich das Rafa alles tut was ihm jemand sagt” Ich wollte es mir selbst nicht eingestehen aber sie hatte Recht. Es würde mich natürlich nicht stören wenn Rafa ein bisschen Interesse an mir zeigt.
Wahrscheinlich würde ich nicht lange nein sagen. Schon erschreckend, dass ich überhaupt darüber nachdachte. Ich bekam schon ein schlechtes Gewissen wenn ich nur daran denke aber Rafa war zu verlockend. Ob ich einen Freund habe oder nicht ist egal, wenn Rafa vor mir steht und mich mit dem gewissen Blick ansieht, brennen bei mir sämtliche Sicherungen durch.

Als wir wieder zu unseren Handtüchern zurück kehrten war ich vor peinlichen Fragen sicher, da meine Freundin sich lieber mit Tomeu beschäftigte als mit mir. Rafa war ja auch noch da, ich weiss nicht was der davon hält was Tomeu hier abzieht. Nur konnte ich ihn jetzt nicht danach fragen. Ich fragte mich schon ob die Aktion mit dem Strand das einzige war was Tomeu zu bieten hatte aber da lag ich natürlich falsch.
Wenn er eine Frau beeindrucken wollte, waren dessen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es war aber eher harmlos, er hatte sie nur für heute Abend eingeladen ins Bauxa zu kommen. Mich natürlich auch aber nur weil er wusste, das Juli alleine da nicht hingehen würde. Wenn er mich schon zwingt, dann soll Rafa auch was davon haben.
Ich würde mich ja langweilen und nur stören also würde Rafa da wohl auch erscheinen müssen, sonst bin ich ja im Weg und Rafa war's ja schon gewohnt den Lockvogel zu spielen. Mir blieb ja keine Wahl, ich konnte nicht nein sagen. Juli würde mich als Spielverderberin stempeln also sagte ich zähneknirschend zu und tat so als würde ich mich freuen. Da waren dann ja wenigstens alle glücklich.

“Gràcies das du mich zwingst mitzukommen” Ich sah kurz zu Rafa und dann wieder zu Juli, die mal wieder oder immer noch, je nach dem wie man es sah, im Meer war. “De nada, mir wär's doch langweilig alleine” Antwortete ich kurz. Sein breites Lächeln war richtig schön. “Und wenn ich heute Abend schon was anderes vor habe?” Mein Lächeln wurde auch immer breiter. “Das ist mir total egal. Wenn du nicht kommst, komme ich auch nicht und Tomeu kann Juli vergessen und sich für heute Abend ein anderes Opfer suchen. Vielleicht nervt er dich ja dann die nächsten Wochen weiter, weil er sie unbedingt sehen will” Ich wusste genau das Rafa keine Wahl hatte aber das war mir eben total egal.
Es machte mir zugegeben höllisch Spaß Rafa zu ärgern und er wusste genau das ich am längeren Hebel sitze. Die hatten den Mist ja auch zusammen eingerührt, jetzt sollen sie es auch zusammen ausbaden. Langsam wurde sein Gesicht dann aber wieder Ernst. Rafa war sowieso nicht sauer, das wusste ich ja schon. “Ich wusste gleich, dass die Idee mit dem hier her gehen total blöd war” ”Scheint dich aber nicht davon abgehalten zu haben es zu tun” ”Sí, Tomeu hat mich echt genervt. Ich kann nachvollziehen wenn du jetzt sauer bist” “Vielleicht solltest du ja das nächste mal auch bei deinem ersten Gefühl bleiben?!” “Es tut mir ja auch leid, ich wollte nicht das es so läuft” ”Was?” ”Na das der hier rumbaggert als ginge die Welt morgen unter. Es würde gar nicht auffallen wenn wir einfach gehen würden weil die sowieso nichts merken”
”Tja, das hast du dir selbst eingerührt” ”Scheint so” ”Und als Krönung kommt ihr auch noch 45 Minuten zu spät!” ”Wir sind hier nicht in Deutschland, niemand ist hier pünktlich außerdem hast du doch Zeit, no?” ”Die kann ich aber auch nützlicher verbringen als auf euch zu warten. Das ich Urlaub habe heißt nicht das mir langweilig ist” “Waren doch nur 30 Minuten” ”45 Minuten, eigentlich 46 um exakt zu sein” Verbesserte ich ihn gleich mal. “Mir fallen spontan eine Menge Leute ein die gerne mit mir an den Strand gehen würden” Das machte er jetzt nicht wirklich oder? Versucht er jetzt die weisst-du-nicht-wer-ich-bin Nummer? “Du hättest sagen sollen das viele Leute jemanden umbringen würden wenn sie dich im Gegenzug sehen könnten” Seinem Augenrollen nach zu urteilen gab er es auf. ”Fängt es schon wieder an?” ”Ist ja schon gut”
Ich könnte mich echt darüber aufregen. Da nützte es auch nichts das Rafa vom einen Ohr zum anderen lächelt, damit kriegt er mich nicht. Ich will mich ja gar nicht beschweren, es gab schlimmere als Rafa aber das er immer zu spät kommt nervte mich echt. Ein Wunder das er es pünktlich zu seinen Spielen schaffte aber da standen sicher auch andere Leute dahinter die Rafa ständig antreiben. Von selbst wäre der nirgends pünktlich.

Ich konnte da ja auch noch nicht ahnen wie der restliche Tag verlaufen würde. Pünktlich zum Abendessen waren wir zurück im Hotel. Danach verschwand Juli im Bad und wahrscheinlich muss ich mir ein anderes suchen weil sie sich darin verschanzt. Die tickte total aus und verbringt sicher Stunden mit dem Styling. Dabei war das keine große Sache, der Club war jetzt nicht so das man das super hip angezogen erscheinen muss. Da gab's nichtmal Türsteher also kann jeder Dumme da reingehen. Wahrscheinlich hat Tomeu schon ihre Sinne vernebelt. Kein Wunder, so wie der Süßholz geraspelt hat den ganzen Nachmittag.
Hoffentlich würde das nicht noch ein ganz böses Ende nehmen. “Diana” Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und lief vom Balkon wieder ins Zimmer. “Sí?” Sie kam aus dem Bad und sah mich panisch an. “Ich weiss nicht welchen Lidschatten ich nehmen soll” “Ach so und ich dachte schon es wäre was dramatisches passiert! Was ziehst du denn an?” Fragte ich erstmal. ”Den weißen Rock und das dunkelblaue Top” ”Dann nimm blau” ”Ok” Sie verschwand wieder ins Bad ohne noch was zu sagen. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und überlegte derweil was ich anziehe. Wenn ich jetzt auch meinen weißen Rock anziehe, können wir als Duo gehen. Das wär's doch! Nein, ich würde dann eben meine weißen Jeans anziehen.
Es war zwar Hochsommer aber ich liebte die Jeans auch wenn die warm waren. Passend dazu hatte ich ein lila Oberteil, das war echt eine Farbenfreudige Kombination. Da es aber gegensätzliche Farben sind, kann man da gar nichts falsch machen und zu weiss passt alles. Mein Styling war nicht so dramatisch, ich legte eher dezentes make up auf und ein bisschen Mascara. Gut, Lidschatten durfte auch nicht fehlen und Lipgloss aber das war's dann wirklich. Mit den Haaren hatte ich nicht so viel angestellt, ich liess die einfach hängen und ging kurz mit dem Glätteisen durch. Fertig war ich dann mal aber da war ich die Einzige. Ich sah zum x ten mal auf meine Uhr.
Das wir pünktlich sind erwartet sowieso keiner aber langsam könnten wir mal los. “Können wir dann?” Fragte ich mal wieder und wartete an der Tür. “Jaaa” Endlich kam sie mal aus dem Bad! “Und?” Sie drehte sich vor mir und sah mich erwartungsfroh an. “Du siehst umwerfend aus” Das war eine Tatsache und ich sagte das nicht weil sie meine Freundin war aber es hatte auch extrem lange gedauert. Ihr breites Lächeln erschien gleich. “Danke, du auch obwohl ich mich frage wie du es schaffst in so kurzer Zeit so gut auszusehen” ”Tja, Betriebsgeheimnis” Meinte ich kichernd und zog sie aus dem Zimmer auf den Gang. “Komische Sache... dein Ex wird sich freuen” Ich warf ihr einen strengen Blick zu um deutlich zu machen, dass ich jetzt nicht Art von Unterhaltung führen wollte.

Natürlich kamen wir viel zu spät an dem Club an aber das geschah Tomeu nur recht, der hatte uns ja heute Nachmittag auch 45 Minuten schmoren lassen. Wir drehten eine Runde durch den Club und suchten Tomeu oder Rafa. Es waren mal wieder ziemlich viele Menschen hier daher sah man nicht gleich wer alles hier war. Tomeu war aber nicht zu übersehen, er fuchtelte gleich aufgedreht mit den Händen als er uns sah. Wir schlängelten uns durch die Menge und blieben an der Bar stehen. Tomeu sah an uns nach unten und grinste dann vom einen Ohr zum anderen.
“Ihr seht umwerfend aus” Ja und so wie der guckte, meinte der das auch noch ernst! Ich sah schon wie bei Juli wieder das Dauergrinsen erschien. Die brauchte mich wohl jetzt nicht mehr. Wir setzten uns alle an die Bar und bestellten Getränke. “Wo ist denn Rafa?” Fragte ich gleich, bevor ich nicht mehr dazu kam. “Der kommt noch, hoffe ich zumindest” Wie sollte ich das denn verstehen? Hatte der sich etwa kurzfristig ausgeklinkt?
Das fehlt noch das er jetzt nicht hier auftaucht, wenn er sich das traut, kann er morgen was erleben, das würde das Fass zum überlaufen bringen! Na ja, ich würde erstmal noch eine Weile abwarten. Ab und zu sah ich neben mich, es war wohl nur eine Zeitfrage bevor Juli mit Tomeu verschwindet. Na wenn sie meinte, von mir aus soll sie mit ihm machen was sie will. Vermutlich zog sie eben nicht in Betracht das wir in zwei Tagen zurück fliegen und sie ihn dann nicht mehr sieht.

2 comments:

  1. Hallo? *hopeless* Kommt noch ein Kapitel? *hopeless* Die letzte Dosis ist schon verschwunden. Ich brauch eine neue! *hopeless*

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  2. Keine Panik Andrea, die Geschichte hat noch ein paar Kapitel. ;-)

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